Alle Artikel von Stefan Roters

„In love our problems disappear“ – Musikgruppen des Georgianums gestalteten traditionelles Adventskonzert

Gespannt, aber offensichtlich nicht verspannt – die jungen Sängerinnen und Sänger kurz vor Beginn der Veranstaltung.

Wie all die Jahre zuvor – so lud auch in diesem Jahr die Fachschaft Musik die Mitglieder der Gemeinde und die Eltern der Schüler sowie Lehrer und Mitschüler zu einem konzentriert vorgetragenen Konzert in die Maria Königin Kirche ein. Ihren Gästen boten die vielen Musikschaffenden unserer Schule intensiv Geübtes und gut Geprobtes dar.

Mit dem populär anmutenden Motto „All I Want for Christmas“ verbanden die Musiklehrerinnen und Musiklehrer unserer Schule bei fast allen Musikstücken des Abends zwei zentrale Botschaften – Zuversicht und Liebe. Gleich zu Beginn des Programms brachte der gesamte fünfte Jahrgang durch seine herzliche Heiterkeit diese Zuversicht mit „Es strahlt ein Stern“ von Barbara Cratzius und Ingo Bredenbach sinnfällig zum Ausdruck. Auch der zweite Projektchor des Abends, aus Klassen des sechsten und siebten Jahrgangs zusammensetzt, hob mit dem bekannten Lied „Mary’s Boy Child“ von Jester Hairston die adventliche Zuversicht hervor, die auf der Gewissheit des bevorstehenden Festes gründet. Mit „In Dreams“, dem Soundtrack aus „Herr der Ringe“, sorgten Sarah Korte an der Querflöte und Musiklehrer Tobias Bako am Klavier für tiefe Momente der inneren Einkehr, in denen der Zuhörer eine unverkennbare Zuversicht auf den glücklichen Ausgang eines beschwerlichen Weges ergründen konnte. Das gelang auch dem exakten und souveränen Spiel von Alina Helming, die mit der bekannten Filmmusik zu „Drei Nüsse für Aschenbrödel“ von Karel Svoboda jene hoffnungsvolle Zuversicht der beiden Märchenfiguren auf ein glückliches Ende in Liebe zum Ausdruck brachte. Klangvoll und gefällig griff diesen zweiten Ankerpunkt des Programms das Jugendorchester Emsland, ein neues Projekt der Musikschule des Emslandes mit dem Georgianum, ebenso auf, indem die jungen Streicher und Bläser dem Publikum aus dem Film „Tatsächlich Liebe“ das Lied „Prime Minister`s Love Theme“ von Craig Armstrong präsentierten. Weitere Gesangsstücke folgten, die eine hoffnungsvolle Verbindung zu einem geliebten Du thematisierten: So rockte Georgie`s Groove Orchestra (GGO) kraftvoll den Song „Christmas, Baby please come home“ von Darlene Love. Zusammen mit dem GGO performten die Band Relics, die zuvor mit dem Lied „We Are The World“ von Michael Jackson überzeugte, sowie die spielfreudigen Instrumentalisten in Streicherchor und Streicherklasse den bekannten Weihnachtssong „All I Want for Christmas Is You“ von Mariah Carey, wobei besonders Theresa Nguyen dabei stimmstark den Solopart übernahm. Und auch DER CHOR unserer Schule trug mit „Pipes of Peace“ zugleich zu den Botschaften des Abends bei. Denn konzentriert, fröhlich mit Herz und Mund brachten die Sängerinnen und Sänger dieses tiefgründige Lied von Paul McCartney mit seiner zeitlosen Message zu Gehör, dass allein „in Love our problems disappear“.

Einsetzende Entspannung bei den Jung-Georgianern und beim Schulleiter Manfred Heuer

Noch bevor am Ende dieser festlichen Veranstaltung die zahlreichen Besucher in der vollbesetzten Kirche mit in das bekannte Adventslied „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“ einstimmten, dankte Schulleiter Manfred Heuer allen Mitwirkenden herzlich für den schönen Abend und betonte dabei das ganze besondere Engagement der beteiligten Musikpädagogen: Johannes Badde und Tobias Bako, Wanja Brinkmann und Felix Hammer (beide Musikschule des Emslandes), Gaby Jansen und Elisabeth Kruse, Alexander Neubauer und Georg Rosen sowie Peter Scholz und Maria Tilmann-Bürger.

DER CHOR unter der Leitung von Herrn Badde sangen neben “Pipes of Peace” auch “Snowman” von Sia.

Flötistin und Routinier – Sarah Korte im Zusammenspiel Herrn Bako (Foto: Johannes Franke)

Konzentriert an den Tasten und auf die märchenhafte Musik – die zweite Solistin des Abends: Alina Helming

Streicherklasse und Streicherchor mit einem ihrer Beiträge, dem Lied  “Sleigh Ride” von Leroy Anderson – es dirigiert Herr Hammer, es unterstützt bei den Geigen Herr Brinkmann (beide Musikschule des Emslandes).

Noch einsaitig und ohne Bogen – der Nachwuchs von Streicherchor und Streicherklasse beteiligte sich erstmals am Konzert.

Frau Jansen dirigierte einen Teil des kleinen Programms, das der Projektchor des 6. und 7. Jahrgangs vorstellte.

Nach einem Vortrag der Fünftklässler – gelöste, frohe Entspannung bei der Dirigentin – Frau Kruse.

Streich- und stimmstark – den Kirchraum wohlklingend füllend – das Jugendorchster Emsland unter dem Dirigat von Herrn Neubauer mit der dritten Solisten des Tages, Theresa Nguyen (re.).

Die nicht einfache Situation gemeistert – “Relics” spielte vor der gut besuchten Kirche.

Die ca. 120 Schüler des fünften Jahrgangs würdigten mit „St. Niklaus wolln wir loben“ den Heiligen des Aufführungstages.

Mit geballten Fäusten nicht zur Ermahnung, sondern zur Verdeutlichung notwendiger Vor-Spannung und Konzentration leitete auch Herr Scholz den Projektchor aus dem 6. und 7. Jahrgang.

Text und Fotos: Stefan Roters.

Weg von eckigen hin zu organischen Linien – Kunst-LK stellt Landschaftsbilder aus

Insgesamt 18 Bilder präsentieren die Schülerinnen und Schülern aus dem zwölften Jahrgang seit vergangenem Donnerstag (2. November 2018) bis zum 11. November 2018 in der Kunsthalle Lingen einem größeren Publikum. Thematisch aus dem Kunstunterricht erwachsen, behandeln alle Schülerarbeiten das Thema „Landschaft“.

Alle Künstlerinnen und Künstler stellten sich zusammen mit (v.l.) Herrn Heuer, Frau Pannebäcker, Frau Behm, Direktorin der Kunsthalle, Frau Almandoz und Frau Nienau-Gielsdorf zum Gruppenfoto auf – zur Verabschiedung ihrer ehemaligen Kursleiterin und der Initiatorin der Ausstellung Frau Pannebäcker, die seit diesem Schuljahr am Euregio-Gymnasium in Bocholt unterrichtet.

Die Ausstellung mit dem Titel „Landscape“ eröffnete Frau Behm mit einer kurzen Ansprache, in der sie zunächst die jungen Künstler, deren Eltern und Lehrer herzlich begrüßte und sodann das Thema in die Kunstgeschichte einordnete. Sie verwies dabei auf die lange Tradition der Landschaftsmalerei selber. Angefangen im 18. Jahrhundert, wo Künstler wie Claude Lorrain eine ideale Landschaft mit Staffagefiguren aus der griechischen Mythologie auf die Leinwand gebracht hätten, habe dieses Genre um 1800 eine avantgardistische Art und Weise von Malerei hervorgebracht, die in der Natur ein Sinnbild für das von Gott Gegebene gesehen habe. Hierbei erinnerte Behm besonders an „Mönch am Meer“ von Caspar David Friedrich. Für die folgenden Jahrhunderte hob Behm jene Künstler hervor, die – im Kunstunterricht behandelt – so „Vor-Bilder“ für die Auseinandersetzung der Gymnasiasten mit dem Thema Landschaft gewesen seien. Neben dem Impressionisten Lovis Corinth, dessen „Walchensee Panorama. Blick von der Kanzel“ im Unterricht analysiert wurde, habe das Werk des dänischen Künstlers Per Kirkeby als Quelle der Inspiration gedient. All seinen Bildern seien nicht nur ihr expressiver Gestus und ihre Sinnlichkeit, sondern auch ein kontrollierter und reflektierter Arbeitsprozess gemein.

Dies könne ebenso für die Kunstwerke der Schüler gelten, wie Frau Pannebäcker im Anschluss ausführte. Denn zunächst habe jeder Schüler, jede Schülerin Landschaftsfotos von Naturorten bis hin zur Skyline von Städten gemacht, die alle nutzten, um sie dann wie Puzzle-Teile für ihr jeweiliges Bild zusammenzusetzen. Die so gefertigten Collagen seien dann zu Kompositionen mit Umrissen reduziert worden, die farbenfroh in einer „Werkstattarbeit“ innerhalb von drei Nachmittagen mit Acryl-Farben ausgemalt worden seien, nachdem die 80×100 cm großen HDF-Platten dreimal grundiert wurden.

Das Bild von Carina Wollert ist inspiriert von einem echten See, den sie in einem dunklen Wald fotografiert hat. Baum, Busch und Felsen – hier abstrakt umgesetzt – würden darauf zurückgehen.

Eine bekannte Landschaft zu entfremden, das hatte sich Mareike Brinker zum Ziel gesetzt – und zwar mit Farben, wobei der Baum im Vordergrund verhindere, dass die Flusslandschaft zu platt aussehe.

Im Ganzen ein Kotrast zur klassischen Landschaft sei ihr Werk, wie Miriam Wiersbitzki betont. Das geschehe durch die abstrakten vertikalen Streifen und den Einsatz von Farbe.

Von den ursprünglichen Fotografien – so Malerin Sarah Dia – seien noch die Ränder von den einzelnen Objekten zu sehen. Ihr sei es dabei wichtig gewesen, einige Elemente zu verfremden – wie die Büsche im Zentrum.

Leo Schröder folgte nach der Collage bei der Ausgestaltung seiner Eingebung; so stelle die von oben herunterreichende braune Struktur Bäume und Äste dar; die violette Fläche rechts erinnere an ein Lavendelfeld.

Am Anfang – so hebt Paul Fließ hervor – habe er geplant, das Bild nur gelb und blau zu malen. Dann sei ihm aber aufgefallen, dass es ein wenig kalt wirke, weswegen er unter anderem den roten Fleck ergänzt habe.

Der gelbe Baum im Vordergrund, ein pinker Fluss mittig, rote Bäume im Hintergrund – Sina Reimann unterstreicht mit ihrer Farbgebung ihre Absicht, eine abstrakte Landschaft zu schaffen, die aber durch die Bäume als solche noch erkennbar bleibt.

Nur der Kundige sieht’s auf den ersten Blick, die blaue Fläche oben ist die Skyline von Bremerhaven. Mit verarbeitet auch ein Bild aus Dana Gaidas Garten – sichtbar an den Umrissen ihrer Katze.

Dem Ems-Kenner fällt es gleich ins Auge: Eine Bild-Vorlage war der seitlich fotografierte Fluss selber; er sei nicht blau, sondern gelb gemalt worden, wie Kimberly Pirnath berichtet, damit er heraussticht, auch gegenüber den Bergen in Blau im Hintergrund.

Sina Barkmann zeigt mit ihrem Bild ohne Titel, wie stark sie ihre bildlich Vorlage abstrahiert hat. Denn der fast mittig gesetzte rote Kreis stelle einen See und das Dreieck die Umrisse eines Hauses dar. Alles vor den Ausläufern einer Bergkette.

Bei ihrem Bild – so Greta Wehem – habe sie viele Sachen spontan entschieden – besonders bei der Farbgebung. Hinter der blaue Wasserfläche liege eine kleine Insel.

Ihr Bild zeige keine Landschaft, die der Realität entspreche, so Marina Wehkamp. Vielmehr habe sie durch durch die Farben und durch verschiedenen Pinselstrich versucht, ihr Werk kontrastreich zu gestalten.

Das Bild von Romea Schnauber stellt eine Landschaft im Herbst dar, was sich besonders am orangen Baum im Mittelpunkt manifestiere, so die Künstlerin.

Laura Wilberts hat viel mit Farbe experimentiert, was man gut an den Rottönen im ,Himmel’ oder an roten und blauen Flächen im Warm-Kalt-Kontrast sehen könne, so die Künstlerin.

Durch die veränderte Farbgebung sei ihre Landschaft – so Rebecca Rolfes – nicht mehr als solche erkennbar. Mit dem kleinen Boot bekomme das Bild eine Tiefenwirkung und werde nach hinten hin zum Meer wieder normal.

Dieses Bild – wie Laura Rohoff erklärt – stehe am Ende eines langen Überlegens und Probierens. Denn sie habe zunächst ganz andere Ideen gehabt und sei im Dialog mit Frau Pannebäcker und ihren Mitschülern dazu übergangen, das Bild zu überarbeiten: weg von eckigen hin zu organischen Linien.

Text und Fotos: Stefan Roters.

Niederländer berichtet in Lingen aus der NS-Zeit – Geschichtsstunde am Georgianum

Lingen. Wie haben Niederländer den Zweiten Weltkrieg und die Deutschen erlebt? Dies ha- ben jetzt Schüler vom Georgianum in Lingen beim Besuch von Tjerk Tjerkstra erfahren: Der Urgroßvater einer Schülerin des Gymnasiums berichtete zwei Stunden aus seinem Le ben. Und die Schüler hörten gespannt zu.

Zu Beginn der Veranstaltung stimmt Herr Heuer auf den Vortrag ein und macht den Schülerinnen und Schülern die besondere Situation der Veranstaltung deutlich.
Besonders kann sich Herr Tjerkstra an (m.) die damalige niederländische Königin Wilhelmina erinnern, die im Londoner Exil ihre Landsleute über den Sender „Radio Oranje“ dazu aufforderte, weiter durchzuhalten.
Der Kontakt zu Herrn Tjerkstra kam über seine Urenkelin, Jaira Hibbel (re.), zustande. Begleitet wurde er von Annemarie Tjerkstra, seiner Tochter (m.).

Tjerkstra spricht an diesem Tag zum ersten Mal vor Schülern. Und dann an einer Schu- le in Deutschland. “Er war bei den Vorbereitungen für den heutigen Tag schon ein we- nig aufgewühlt”, berichtet Annemarie Tjerkstra. Sie begleitet ihren Vater, beide wohnen heute in Amsterdam. Aufgewachsen ist Tjerk Tjerkstra allerdings in Sneek in Fries- land.”Ich hatte eine gute Kindheit””Es war eine gute Kindheit. 1927 bin ich dort in der Zeit der Weltwirtschaftskrise geboren worden. Viele Menschen hatten keine Arbeit und nur wenig zu essen. Dieses Problem hatten wir nicht”, beginnt er seinen Bericht. Seine Eltern führen ein eigenes Geschäft. Eine Dusche und fließendes warmes Wasser habe es in seinem Elternhaus aber auch nicht gegeben. Gebadet wurde einmal in der Wo- che. Einer nach dem anderen sei dann in einen Waschzuber gestiegen. Tjerk Tjerkstra ist 1927 in Sneek in Friesland in den Niederlanden geboren worden. Fleisch? Gab es selten. Softdrinks? Auch nicht. “Aber zum Geburtstag oder an besonderen Tagen gab es ein Glas Limonade”, erinnert er sich. Ansonsten Wasser. Und Buttermilch. “Die mag ich heute noch gerne.” Ein Raunen geht durch die Reihen der Schüler. Mitschüler aus der sechsten Klasse seiner Urenkelin und der elften Klasse des Geschichtslehrers Rüdiger Lemke hören gespannt zu. “Die älteren Schüler haben als Tutoren die jüngeren Schüler auf diesen Tag vorbereitet”, erklärt der Lehrer, der das Angebot seiner Schülerin Jaira Hibbel und ihres Urgroßvaters zu dieser ungewöhnlichen Geschichtsstunde gerne angenommen hat. Vom Privaten lenkt Lemke das Gespräch schließlich auf das Politische. “Die extreme Expansionspolitik Deutschlands haben die Älteren schon gesehen, es aber noch nicht als direkte Bedrohung angesehen.” Das habe sich mit der Besetzung der Tschechei geändert. “Von unserer Regierung haben wir aber immer be- schwichtigende Worte gehört. Man wolle neutral bleiben”, erinnert er sich.”Habt Ihr ge- hört? Es ist Krieg!”Am Morgen des 10. Mai 1940 seien sie von ihrem Geschäftsführer, sein Vater war bereits gestorben, früh geweckt worden: “Habt Ihr schon gehört? Es ist Krieg. Deutsche Fallschirmspringer sind bei Den Haag abgesprungen.” Entsetzen herrschte im ganzen Ort. “Dann sahen wir unsere erschöpften Soldaten auf dem Rück- zug und nach wenigen Tagen war alles vorbei.” Da war er 13 Jahre alt.Anfangs sei alles schnell wieder “normal” geworden: “Soldaten kauften bei uns ein. Dann habe er die ersten Menschen mit einem gelben Stern auf der Kleidung gesehen. Es gab auch einen Streik, der blutig niedergeschlagen wurde. Ich sah, wie die Polizei Menschen erschos- sen hat – aber niemanden aus unserer Familie.” Und es gab eine verschärfte Ausweis- pflicht. “Wer bei einer Kontrolle keinen vorzeigen konnte, wurde nach Deutschland ge- bracht. Dafür hatten wir bei uns im Haus auch ein gut verborgenes Zimmer zum Unter- tauchen eingerichtet. Einmal saß ich dort bei einer groß angelegten Kontrolle mit ei- nem Nachbarn. Wir hörten die Schritte von Männern, die aber glücklicherweise wieder abzogen.” Freund Jan ist verhaftet wordenSein Freund Jan hatte dieses Glück nicht. “Er wurde auf einem Hof entdeckt, verhaftet und nach Friedrichshafen gebracht. Dort starb er bei einem Luftangriff.” Nach der Landung der Alliierten in der Normandie habe sofort eine große Aufregung geherrscht. “Es wurde auf den Straßen getanzt. Aber wir waren zu früh zu optimistisch.” Im Frühjahr 1945 war es schließlich soweit: die Befrei- ung. “Wir konnten uns endlich wieder frei und ohne Angst draußen aufhalten. Und die britischen und kanadischen Soldaten verteilten großzügig Schokolade, welch eine Freude für uns.” Tjerk Tjerkstra war 18 Jahre alt. Ohne Vergebung keine Versöhnung- Konnte er Deutschland nach Kriegsende denn schnell wieder besuchen? “Ja, das ging. Wir hatten dort ja auch Freunde. Und wenn ein Mann wie Otto Frank [Vater von Anne Frank; Anm.d.Verf.] gesagt hat, dass sowohl zwischen Menschen als auch ganzen Völ- kern ohne Vergebung keine Versöhnung möglich ist und er vergeben hat, dann kann ich doch auch nur vergeben. Ich bin froh, heute hier zu sein und gerade deutschen Schülern dies berichten zu können.”

Herr Tjersktra beschreibt ein privates Foto, das ihn und zwei Schulfreunde sowie zwei seiner Lehrer am Ende seiner Grundschulzeit zeigt.
Zusammen mit Herrn Lemke dankt Herr Heuer Herrn Tjerkstra, der eine lange Reise auf sich genommen hatte, im Namen der Schulgemeinschaft.

Text: Carsten van Bevern, Lingener Tagespost (16. Oktober 2018); Fotos: Stefan Roters.

Ganz sherlocked – Theater-AG präsentierte neuste Produktion im Forum

Ihre Eltern, Großeltern und Geschwister sowie Mitschüler und Lehrer überraschten die Schauspielerinnen und Schauspieler unserer Theater-AG am vergangenen Dienstag (25. September 2018) mit einer routiniert durchgeführten Inszenierung des Kriminalstücks „Neue Fälle für Sherlock Holmes“ von Cornelia Wagner.

Unter der Regie von Frau Jansen und Frau Tilmann-Bürger und in zwölf Szenen gegliedert, stellten die Jung-Schauspieler aus den Klassen 6 – 9 das über das letzte Schuljahr hin gründlich Erarbeitete vor – ein Kriminalstück nach Erzählungen von Arthur Conan Doyle mit all den weltbekannten Figuren: Irene Adler, Inspektor Lestrade, Dr. Watson und natürlich Sherlock Holmes.

Gleich mit zwei Fällen, die wegen ihrer Dringlichkeit parallel gelöst werden wollen, muss sich Holmes beschäftigen: mit dem Mord an den Gutshof-Pächter Charles McCarthy und mit der Wiederbeschaffung eines kompromittierenden Briefes für einen königlichen Absender. Führt der erste Fall den Meisterdetektiv mit seinem Freund und Berater Watson zum Tatort nach Sussex, so führt ihn der zweite mit Irene Adler zusammen, einer selbstbewussten, autarken und eigenständigen Abenteuerin, deren charmanten Aura sich kaum jemand entziehen kann – auch nicht Holmes.

Hat keinen einfachen Stand mit ihrem Arbeitgeber – die Haushälterin Mrs. Hudson (Mia Gerdes, li.) weiß, wie man mit der schnoddrigen Art des Meisterdetektivs Sherlock Holmes (Lena Koch) umgehen muss.

Noch mit vorgehaltener Maske, doch sogleich von Holmes demaskiert – der König von Böhmen (Selma Holle, li.) stellt sich und sein pikantes Anliegen vor: Die Briefe an und die Fotografie mit Irene Adler müssen wieder in seinen Besitz gelangen, sonst droht neben dem finanziellen Ruin auch der gesellschaftliche Konkurs. Trotz der Zusage von Holmes plagen der Majestät Zweifel: Denn – so warnt er seine Gesprächspartner – Adler sei nicht nur hübsch, sondern auch das gerissenste Wesen im ganzen Universum.

Die Polizei, Inspektor Lestrade (Mark Isbrecht, li.) kommt nicht weiter. Die Aufklärung des Mordfalls Charles McCarthy scheint sicher – oder doch nicht? Denn mit Dr. Watson (Maria Serpe, m.) resümiert Holmes nach der Vorstellung des Falls: „Nichts ist trügerischer als eine offensichtliche Tatsache“!

Der verkleidete Holmes versucht, den Kutscher von Irene Adler (Jehova Aliji, re.) nach ihren Gewohnheiten auszukundschaften. Zum zweiten Mal wird er gewarnt: „Diese Frau ist ein Orkan. Sie hat eine ganze Armee von Männerherzen auf dem Gewissen.“

Das erste Zusammentreffen – und ein beeindruckendes, denn nach dem Gespräch mit ihr (Laura Zilke, re.) ist Holmes baff, weil ihm gerade noch gelungen ist, seine Tarnung aufrecht zu halten.

Dr. Watson und seine Verlobte Mary (Madita Knospe, m.) warten auf Holmes und auf die Abfahrt des Zuges von London nach Lewes, dem Tatort des Mordes.

Mehr eine Eingeweihte als Dienstmagd – Lucy, die Vertraute von Adler (re.), erfährt von vergangenen und aktuellen Männergeschichten sowie von der Begegnung mit Holmes.

Zeugenbefragung mit Hotel Zum Roten Löwen in Lewes: Alice Turner (Anna-Marie Krüssel, 2. v. li.) wird zum Tatgeschehen befragt und beteuert die Unschuld ihres Freundes und Geliebtens.

Ein Personalgespräch – Magd und Kutscher lästern über ihre Herrin, auch weil Irene Adler sich über Lucy nach dem verkleideten Gesprächspartner (Holmes) von gestern erkundigt.

Im Auftrag seines Freundes befragt Dr. Watson den vermeintlichen Mörder von Charles McCarthy, dessen Sohn James (Jason Hartung, li.), der gesteht: „Ich habe eine Menge Dummheiten gemacht, aber ich habe meinen Vater nicht umgebracht.“

Direkt nach der Trauung von Irene Adler und Mr. Norton (Jette Gravemann, m.) stößt der verkleidete Holmes dazu, erfährt, dass es nicht Liebe oder Zuneigung ist, die zur Hochzeit geführt hat, und sieht sich durch die Blicke der Braut unweigerlich in eine Dreiecks-Beziehung hineingezogen.

Ein Gespräch voll Witz und auf Augenhöhe – das muss auch Holmes erkennen: Denn auf ihre Feststellung, „nicht, dass ich Ihnen jemals das Wasser reichen könnte“, antwortet der Detektiv anerkennend: „Niemand war jemals so nah dran.“

Mit zwei Stiefeln in der Hand und seiner Kombinationsgabe wird am Tatort schnell klar, dass nur ein großer, mit dem rechten Bein hinkender Linkshänder der Mörder sein kann, den es nun zu suchen gelte, wie Holmes dem skeptischen Lestrade mittteilt.

Ist der erste Fall für den Meister aller Detektive gelöst, gilt es nun, unter einem Vorwand Zutritt zum Haus von Irene Adler zu verschaffen, um Brief und Fotografie zu finden. Dazu tragen Gaukler von der Straße Holmes als einen der Ihren scheinbar verwundet ins Haus der überraschten Adler. Doch die Suche bleibt erfolglos.

Auch für Holmes eine überraschende Wendung – Mr. Turner (Svenja Sellhoff, li.), dem Tode geweiht und von Gewissensbissen gequält, gesteht den Mord an McCarthy. Holmes verfasst für den Besitzer eines Gutshofs das Geständnis.

Schon tritt der Auftraggeber des zweiten Falls in die Wohnung in der Bakerstreet und verlangt Auskunft. Gerade berichtet Holmes den Sachstand, als seine Haushälterin einen Brief von Irene Adler bringt, in dem sie ihm mitteilt, dass sie alles von Anfang an durchschaut habe, weil sie schon vorgewarnt worden sei. Dennoch müsse sich der König keine Sorgen machen, weil sie nach Amerika gehe und das besagte Foto nur als Schutz mitnehme. Nun muss auch der Detektiv erkennen, dass „die gerissenste Frau im ganzen Universum … mich mit meinen eigenen Waffen geschlagen“ habe.

Am Ende würdigte das Publikum die Theater-AG mit einem herzlichen Applaus; aber nicht nur wegen der Umsetzung dieser interessanten Bearbeitung der Romanvorlage, sondern auch wegen des frischen und konzentrierten Spiels der zwölf Darsteller waren die Anwesenden ganz gefangen von den Taten des Meisterdetektivs, waren die Zuschauer ganz sherlocked.

Text: Stefan Roters., Fotos: Stefan Koch und Stefan Roters.

Die Holzbläser – ein Konzert aus liebgewonnener Tradition am Georgianum

Am 18.9. und 25.9.2018 besuchten zum wiederholten Mal drei Musiklehrer der Musikschule des Emslandes unsere Schüler aus dem sechsten Jahrgang. Auf gleichsam lehrreiche wie unterhaltsame Weise führten sie durch ein äußerst abwechslungsreiches musikalisches Programm und zeigten sich als virtuose Spezialisten ihres Instruments. So eröffnete Elisabeth Groth ihre Ausführungen zur Querflöte mit einem Ratespiel zu Prokoffjews Peter und der Wolf. Doch die Schüler des Georgianums zeigten sich vorbereitet und erkannten an der Art der Melodiegestaltung und der geschickten Wahl Instruments schnell den Vogel. Ähnlich sicher wurden auch die von Irene Heck-Hachmer gespielte Klarinette als Katze und das den Großvater repräsentierende Instrument Fagott identifiziert. Quasi nebenbei – als aktive Instrumentenkunde – ließen die erfahrenen Instrumentallehrer immer wieder Informationen zur Geschichte, Spielweise und zum Bau der Instrumente mit in das Konzert einfließen. So zeigten sich die Schüler beispielsweise besonders beeindruckt von der Größe und Tiefe des von Grzegorz Sperski gespielten Fagotts. Als Kehraus sorgte eine flott arrangierte Fassung aus der Filmmusik zu Fluch der Karibik für gute Laune beim jungen Publikum.
Unser erstes Bild zeigt die Musiklehrer in Aktion:

Unser zweites Bild (v.li.) zeigt die Musikschullehrer Grzegorz Sperski, Elisabeth Groth und Irene Heck-Hachmer zusammen mit den Klassen 6c und 6d:

Text: Tobias Bako; Fotos: Stefan Roters.

GGO und Relics musizieren beim Altstadtfest

Gleich mit zwei Auftritten trugen am vorvergangenen Wochenende Musikgruppen unserer Schule zum musikalischen Gelingen des 38. Lingener Altstadtfestes bei.

Wie in den zahlreichen Jahren zuvor übernahm das Georgie`s Groove Orchestra am ersten Tag des Festes (14. September 2018) die musikalische Unterhaltung der Besucher.

Der satte Sound der vielen Instrumentalisten und Sängerinnen ließ den Innenhof des Amtsgerichts am Eröffnungstag zum ersten musikalischen Epizentrum des Altstadtfestes werden.

Die sichtliche Freude am musikalischen Tun wurde durch die Freunde des gemeinsamen Wiedersehens bestärkt, denn viele der Musiker, ehemalige Georgianer und Band-Mitglieder, kamen speziell zum Auftritt nach Lingen.

Die blecherne Phalanx der Bläser prägte den Sound des Abends – zum Beispiel beim Klassiker “Ghostbusters”.

Spiel, Gesang und Timing – wie zur Schulzeiten, wie zum Beispiel mit dem Song “Valerie”, der durch die Interpretation von Amy Winehouse in die Charts gelangte.

Zahlreiche Zuschauer folgten im Innenhof zwischen Amtsgericht, Kutscherhaus und dem Dankelmann`schen Palais begeistert der musikalischen Darbietung unter der Leitung von Tobias Bako (m.).

Am zweiten Tag des Altstadtfestes (15. September 2018) präsentierten die Mitglieder unserer Nachwuchsband Relics das Geprobte ihren Zuhörern im Hof des Amtsgerichtes.

Piano, Gitarre und Cajon – das waren neben dem Schlagzeug und dem Bass die Instrumente, die den Gesang musikalisch unterstützten.

Neben “Stay” von Rihanna und “Try” von Pink boten die Sängerinnen und Sänger unter der Leitung von Georg Rosen (li.) noch weitere Stücke wie von Silbermond oder Amy McDonald dar.

Blick vom Zentrum des Beats auf die Zuhörer im musikalischen Klangraum.

Bewegte Pixel für die Erinnerung an einen denkwürdigen Auftritt.

Text und Fotos: Stefan Roters.

Beeindruckt von Originalen – Kunst-LK in der Kunsthalle Bremen

Am 22. August 2018 sind wir vom Kunst-LK zusammen mit Frau Almandoz zur Kunsthalle Bremen gefahren, die bereits seit über 160 Jahren besteht.

Obwohl die Zugfahrt sehr lang war,  war uns aber auf keinen Fall langweilig. Denn wir haben die Zeit damit verbracht, uns gegenseitig zu zeichnen und in unseren Skizzenbüchern weiterzuarbeiten. Zum Glück kann man wirklich überall zeichnen.

In der Kunsthalle angekommen, hat Frau Tüttelmann (li.) etwas über das Leben und Wirken von Käthe Kollwitz und Horst Janssen erzählt; das war wirklich sehr spannend. Kurz darauf folgte der Höhepunkt des Tages. Wir durften ein Originalbild von Käthe Kollwitz, ein Schwerpunktbild im Abitur, sehen. Das Gefühl war wirklich unbeschreiblich.

Danach haben wir noch den Druck „Hannos Tod“ von Horst Janssen (auch ein Schwerpunktbild im Abitur) mit der Lupe untersucht und mit einem Kunstdruck verglichen. Das Original wirkte ganz anders.

Anschließend haben wir noch eine praktische Aufgabe erhalten. Wir sollten unsere größte Angst auf einem Blatt Papier darstellen. Viele große Künstler haben dies ebenfalls in ihren Werken dargestellt, um so ihre Vergangenheit zu verarbeiten. Wir haben festgestellt, dass dies echt befreiend ist.

Nach diesem anstrengenden Vormittag hatten wir uns eine Mittagspause wirklich verdient. Wir haben uns noch einen leckeren Döner schmecken lassen und sind schließlich wieder nach Hause gefahren. Leider ist ein Zug ausgefallen und wir waren eine Stunde später zurück als geplant. Dennoch hat sich der Tag sehr gelohnt. Die Exkursion war sehr schön.

Text: Marina Schnieders; Fotos: Christina Almandoz

„und schwingen mit im jedem Lied“ – Projektchor der Schule im Konzert mit dem Emslandorchester

Aus Anlass des 25jährigen Bestehens des Emslandorchesters nahmen am vergangenen Sonntag (9. September 2018) 20 Schülerinnen und Schüler des Georgianums am Jubiläumskonzert des Ensembles teil.

Zusammen mit ihrem Chorleiter Herrn Badde waren sie mit drei Beiträgen in den bewegenden Abend im Theater an der Wilhelmshöhe eingebunden.

Nach einer kurzen Ansprache des Musikschuldirektors Martin Nieswandt, der auf die Entstehungs- und Erfolgsgeschichte des Emslandorchesters zurückblickte, führte Rene Esser, Leiter des Emslandorchesters (stehend), durch das abwechslungsreiche Programm. Dabei verwies er zunächst auf die intensive und vertiefende Arbeit dieses „Sammelsuriums von Musikern“ im Vorfeld der Festveranstaltung. Denn in vorgeschalteten Workshops, die von internationalen profilierten Musikern wie dem Dirigent Miguel Etchegoncelay, dem Professor für Latin Percussion José J. Cortijo und der international ausgezeichneten Sängerin Sabine Kühlich geleitet worden seien, sei von allen Beteiligten eine tolle Arbeit geleistet und eine unglaubliche Energie freigesetzt worden.

Mit den JazzVoices Lingen (li.) und dem Percussionisten José J. Cortijo (re.) musizierten die Mitglieder des Projektchores.

Mit “Siyahamba” demonstrierten Sänger und Orchester die afrikanische Lebensfreude.

Diese Energie übertrug sich nicht nur in Musikstücke, die eine pure, überbordende südamerikanische Lebensfreude zum Ausdruck brachten, wie im bekannten „El Cumbanchero“. Sie gewann auch eine überraschende Tiefe, wenn Noten und Spiel die Auseinandersetzung mit der anderen Seite des Lebens ausloten, wie in der von Astor Piazzola zu Ehren seines verstorbenen Vaters geschaffenen Komposition „Adios Nonino“.

Zu dieser eher nachdenklichen Seite des Konzertes trug der Projektchor unserer Schule ebenfalls bei. Mit Unterstützung von JazzVoices Lingen und begleitet vom Emslandorchester boten die Georgianerinnen und Georgianer das Lied „In diesem Moment“ von Roger Cicero dar, das für diesen Teil des Konzertes durchaus das Motto hätte sein können, wenn die Sängerinnen und Sänger im Gesang feststellten: „Fragen nach dem großen Sinn/Der die Welt durchzieht/Versenden sich im All und schwingen mit/In jedem Lied“.

Nach der gemeinsamen Anstrengung im hinteren Bereich der Bühne und unter den gütigen Augen von Theo Lingen – entspannte und gelöste Sängerinnen und Sänger mit ihrem Chorleiter, Herrn Badde.

Text und Fotos: Stefan Roters.

„Wie des Freundes Hand” – Gottesdienst zur Einschulung des fünften Jahrgangs

Zusammen mit ihren Eltern und Großeltern, Geschwistern und Paten begann für die neuen Fünftklässler unserer Schule am vergangenen Freitag (10. August 2018) mit dem Eintritt in unsere Schulgemeinschaft ein neuer Lebensabschnitt. Die Einschulung der neuen Mitschülerinnen und Mitschüler startete mit einem ökumenischen Wortgottesdienst in der Maria Königin Kirche und endete mit der Bekanntgabe des Stundenplanes in den neuen Klassenräumen.

Zu Beginn begrüßte Pfarrer Jens Brandebusemeyer (re.) auch in Namen von Pastor Philipp Wollek (Johanneskirche), seinem Mitzelebranten, die Anwesenden herzlich in seiner Gemeinde. Besonders freue er sich mit Blick in die vollbesetzte Kirche darüber, wie vielfältig die Fünftklässler begleitet seien und dass alle nun den neuen Schritt auch gemeinsam begehen würden. Als Zeichen dafür habe die Vorbereitungsgruppe um Frau Egbers und Frau Lühle das Symbol Hände gewählt. Denn es solle darum gehen, Hand in Hand diesen Neuanfang zu wagen.

Mit zwei szenischen Einlagen präsentierten die Schülerinnen und Schüler aus der Klassen 6a/d den neuen Gymnasiasten ihre Erinnerung an den Schulstart vor einem Jahr.

Zuhause, Grundschule und Freunde – all das war vor Wochen und Tagen noch so vertraut, gab Schutz und sorgte für einen festen Bekanntenkreis. Doch nun werde alles anders – eine große Schule mit vielen Schülern, von der man zwar etwas gehört habe; doch sei die neue Schule eigentlich ein großes Fragezeichen.

Im szenischen Spiel formulierte die Spielschar Gedanken, Nöte und Sorgen von ihrem Einschulungstag: „Ich habe so ein mulmiges Gefühl!“ „Gestern Abend konnte ich nicht einschlafen.“ „Hauptsache die Lehrer motzen nicht direkt, wenn man etwas nicht versteht.“

In seiner Predigt griff Pastor Wolleck das Bild der Hände wieder auf: Es gebe kleine und große Hände. Hände erzählten auch etwas darüber, was man mache. Sie könnten willkommen heißen und helfen, zusammenhalten und Stabilität schaffen. Und mit Bezug auf die Lesung (Mt 14, 22 – 33), in der Petrus auf Befehl von Jesus auch die stürmische Seeoberfläche betritt und nach wenigen Schritten durch Jesus‘ Hand vorm Ertrinken gerettet wird, hob Wolleck besonders Petrus‘ Rolle in dieser Bibelstelle hervor. Denn zunächst trage das Wasser, trage sein Glaube und sein Vertrauen auf Jesus, aber wie Petrus im Angesicht der Wellen zweifele und versinke, bekomme er sofort die rettende Hand entgegengestreckt. Diese rettende Hand sei wichtig, dass uns Gott in seinen Händen halte, beschirme, behüte und begleite – auch und gerade in den Stürmen des Lebens.

Nachdem Pastor Wolleck und Pfarrer Brandebusemeyer den Schlusssegen gespendet hatten, verbanden Schüler und Eltern, Paten und Lehrer mit dem Schlusslied nochmals ihre Hoffnung auf Beistand: „Gott, dein guter Segen ist wie des Freundes Hand, die mich hält.“

Noch bevor der Chor unserer Schule die Neuankömmlinge auf dem Schulgelände begrüßen konnte, musste ihr Leiter Johannes Badde die Noten mit Finger und Geschick transparent tapen, auf dass ein grimmiger Wind nicht die Reihenfolge der Notensysteme ändere und damit ein Abbruch der Töne, Akkorde und Harmonien erzwinge.

Nachdem Schulleiter Manfred Heuer die Jung-Gymnasiasten mit ihren Verwandten herzlich willkommen geheißen hatte, präsentierte der Chor „Uncover“ von Robert Habolin.

Im weiten Rund auf dem Campus der Schule lauschten alle Anwesenden dem engagierten Gesang des Chores.

Danach wurden alle Schülerinnen und Schüler von ihren Klassenlehrern nach vorne gerufen und in ihre neuen Klassen geleitet.

Text und Fotos: Stefan Roters.

“Es ist unsere eine Welt” – Interview mit Oberbürgermeister Krone

Die Schülerzeitung unserer Schule interviewte am vergangenen Montag (11. Juni 2018) den Oberbürgermeister Dieter Krone, um etwas die zukünftigen Projekte der Stadt zu Natur und Umwelt sowie Verkehr und Infrastruktur zu erfahren.

Herr Krone beantwortete Fragen zu wichtigen Naturprojekten wie Blühstreifen für Bienen und Streuobstwiesen (s. Video ab 02:37)

Viele Schüler wollen gerne einen Starbucks oder einen Lush in Lingen. Hätten solche Geschäfte eine Chance in Lingen? Auch auf diese interessante Fragen der Schülerzeitung stand der Oberbürgermeister den Moderatoren (v.l.: Leonie Lünen, Janis Budde, Matilda Imwalle, s. Video ab 07:54) Rede und Antwort.

Im letzten Teil der Radiosendung drehte sich das Interview mit Herr Krone um das Thema Jugendliche und Politik in Lingen (s. Video 17:22). An der Technik Kilian Müller (re.) und Henrik Meemann.

Text: Stefan Roters. Fotos: Dominik Smit.

 

In Zukunft in ihre Heimat zurück – Schülerzeitung berichtet über die ersten Neuankömmlinge von damals

Vor drei Jahren trafen Sie als beinah die ersten Flüchtlinge aus Syrien bei uns an der Schule ein. Nun ist die Zeit gekommen, wo sie unsere Schule wieder verlassen.  Kurz vor ihrem Abschied haben die Flüchtlinge nochmal mit uns gesprochen.

Im Rahmen der Projektwoche 2016 erstellten die Flüchtlingen zusammen mit ihren Mitschülern ein Heft zum Thema “Unser Weg” (s.u.), in dem sie ihre Beweggründe zur Flucht und die Flucht selber künstlerisch und schriftlich auf Deutsch, Englisch und Arabisch darstellten.

Damals benötigten diese vier Neuankömmlingen noch die Mithilfe von Nurhan El-Khalil (2.v.r.), um auch im Interview mit Johannes Hilling die Fragen ihrer neuen Mitschüler beantworten zu können.

v.l.: Amr Jaafar, Oqba Jaafar, Herr Zermann, Tamer Faraj, Tammam Alkredi und Mohamed Hame

“Vor dem Krieg führten wir ein normales Leben, wir gingen in den Kindergarten, in die Grundschule und auf die weiterführende Schule. Außerdem hatten wir Hobbys, wie Geige oder Fußball spielen.” Das berichteten Tamer, Tammam, Amr und Oqba an den Projekttagen 2016. Doch aufgrund des Krieges mussten sie ihre Heimatstadt Sweida in Syrien verlassen und nach Deutschland fliehen. Nachdem sie hier ankamen, wohnten Oqba und Amr zunächst in Emsbüren, Tammam und Tamer in Lengerich. Mittlerweile wohnen jedoch alle vier in Lingen.

Mithilfe von deutschsprachigen Personen in ihrer Unterkunft fiel es ihnen nicht allzu schwer, die deutsche Sprache zu erlernen. Jedoch kritisierten sie, dass sie im Unterricht zwar die Grammatik lernten, ihnen jedoch nicht beigebracht wurde, wie man zum Beispiel eine Unterhaltung auf Deutsch führt. Über unsere Schule fanden sie allerdings ausschließlich lobende Worte. Sie sagten, ihnen würden die stets netten Mitschüler und Lehrer gefallen, ebenfalls finden sie das Schulsystem in Deutschland lobenswert. Wenn sie ihren Abschluss geschafft haben, würden sie in Zukunft gerne in ihre Heimat zurückkehren.

Als sie von Syrien in Richtung Europa aufbrachen, erwarteten sie ein “interessantes Leben in Europa” sowie ein freundliches und gutes Miteinander, doch wurden sie bei ihrer Ankunft in Deutschland enttäuscht. Deswegen sind sie der Meinung, sie seien in Deutschland noch nicht besonders gut integriert worden. Dennoch berichteten sie schon von vielen positiven Ereignissen. Einige von ihnen waren zum Beispiel beim Bowling oder spielen jetzt im Schulorchester mit.

Trotz der negativen Erfahrungen, die sie hier gemacht haben, wünschen wir ihnen für die Zukunft alles Gute und hoffen, dass sie sich in Deutschland bald wohler fühlen werden und dass sie nach einer schnellen Verbesserung der Situation in ihrem Heimatland, jenes auch wieder bereisen können.

Wenn Sie mehr über die Reise der vier wissen möchten, finden Sie unten das bereits erwähnte Heft, indem die vier ihre Reise schildern, welches im Rahmen der Projektage 2016 mit Unterstützung von Herrn Zermann und Frau Horstmann entstanden ist.

Text und Fotos: Henrik Meemann, Kilian Mülder & Dominik Smit.

Projekt – Unser Weg (PDF zum Download)

Unser Weg (online-Version zum Durchblättern)

„Zwölf Jahre durchgemuggelt“ – Gymnasium Georgianum verabschiedet 91 Abiturienten

Lingen Am Gymnasium Georgianum haben am Freitag 91 Abiturienten ihre Abschlusszeugnisse überreicht bekommen. Bei 14 Schülern steht auf dem Abschlusszeugnis eine Eins vor dem Komma, sechs von ihnen erhielten darüber hinaus für ihre herausragenden Leistungen zusätzliche Ehrungen von Verbänden oder wurden als besonders Begabte zur Förderung durch die Studienstiftung des deutschen Volkes vorgeschlagen.

Lobende Worte für alle Abiturienten fand Schulleiter Manfred Heuer: „Sie haben den anspruchsvollen, direkten Weg zum Abitur gewählt, und Sie haben eine Ausbildung auf hohem Niveau erhalten. Wer dies schafft, dem muss auch vor zukünftigen Herausforderungen nicht bange sein.“In Anspielung auf das Motto des Jahrganges „HABI-Potter: Abi 2018: zwölf Jahre durchgemuggelt“, zog Heuer den Vergleich zwischen der Zauberschule des Romanhelden Harry Potter und dem real existierenden Georgianum.„Alles Gute, Ihnen, einem zauberhaften Jahrgang, wie wir ihn uns netter und sympathischer nicht hätten wünschen können“.

Die Lehrer wären glücklich, wenn die Schulzeit für die Schüler auch märchenhaft gewesen wäre, so Heuer weiter: „Vielleicht sogar, um an Harry Potters Ausbildung anzuknüpfen, zauberhaft. Sie über acht Jahre als Zauberlehrlinge, Ihre Lehrer als Meister der Magie und der Kunst, guten Unterricht zu zaubern.“Noch schöner wäre es dem Schulleiter zufolge, „wenn wir sagen könnten, die Schule hat euch verzaubert in Menschen, denen das Leben gelingt, weil sie Herausforderungen annehmen und bewältigen können, weil sie den Stein der Weisen gefunden haben. Die das Leben daher auch leicht nehmen können.“

Dass sich der Einsatz der Lehrer gelohnt habe, habe sich laut Heuer am guten Zusammenspiel ebenso gezeigt wie am intensiven Unterricht, Studien- und Austauschfahrten sowie kreativen und karitativen Projekten. Eine große Rolle habe auch das gegenseitig bereichernde Miteinander zwischen Lehrern und Schülern gespielt: „Die Erfüllung in unserem Beruf finden wir in euren Leistungen.“

Im Namen der Schülerschaft dankte Jakob Hüllsieck den Lehrern für deren Engagement: „Ich kann bestätigen, dass die Lehrer einen ziemlich guten Job gemacht haben.“Mitschülerin Merle Knollenborg verwies auf den guten Zusammenhalt der Abiturienten: „Die Schüler haben sich als ein Jahrgang gezeigt, der zusammenhalten kann, wenn es darauf ankommt.“Zugleich warf sie einen frohgemuten Blick in die Zukunft: „Jetzt können wir eigene Entscheidungen treffen, egal, ob diese richtig oder falsch sind.“

Den elterlichen Stolz auf die Leistungen der Schüler in der prall gefüllten Schul-Aula brachte Elternvertreter Josef Santel auf den Punkt: „Man kann es gar nicht oft genug sagen: Sie können wirklich stolz sein“. Der jetzige Abi-Jahrgang brauche sich nirgendwo zu verstecken.

Für den Förderverein des Georgianums ehrte dessen Vorsitzender Günter Siepker für besondere Leistungen den besten Schüler des Jahrganges, Gereon Kruse und Magnus Reinel.

Die Sinfonietta und das GGO sorgten für einen würdigen musikalischen Rahmen.

Beliebtes Motiv für Großeltern, Eltern und Paten – das Abschlussbild mit allen Abiturienten.

Text: Sven Lampe, Lingener Tagespost vom 23. Juni 2018. Fotos: Stefan Roters.

Ghoxit oder Geist-Erlösung? – Musikklasse glänzt mit Musical-Aufführungen

Mit gleich zwei gelungenen Darbietungen des Kinderchor-Musicals „Das Gespenst von Canterville“ von Johannes Matthias Michel präsentierte die Musikklasse des Gymnasiums Georgianum am vergangenen Wochenende (2./3. Juni 2018) der Schulöffentlichkeit das Ergebnis ihrer monatelangen, intensiven Probenarbeit – in Schauspiel, Tanz und Gesang.

Herzlich begrüßte Schulleiter Manfred Heuer Eltern und Großeltern, Geschwister und Mitschüler zur Musical-Aufführung.

Basierend auf der bekannten Erzählung „The Canterville Ghost“ von Oscar Wilde, sehen sich Zuschauer und Zuhörer zu Beginn des Musicals hineinversetzt in das Leben der englischen Adelsfamilie Canterbury, zu deren Lebensgemeinschaft auch das Schlossgespenst Sir Simon de Canterville gehört. Dieser, seit Jahrhunderten im Schloss der Adeligen hauptberuflich Hausgespenst, schöpft Hoffnung auf eine einschneidende Veränderung seines ,durchsichtigen Lebens‘, als er erfährt, dass die Schlosseigentümer aus finanziellen Gründen den Landsitz veräußern müssen.

Not amused – sind die Töchter der Canterburys, als sie erfahren, dass ein Umzug bevorsteht.

Der Gespensterkongress tritt zusammen und sorgt sich um Sir Simon de Canterville.

Da hängt ein Fleck vom Sims – Zeichen einer brutalen Tat, der Ermordung der Lady de Canterville vor vielen Jahren. Rose, die Haushälterin, ist entsetzt: Der Blutfleck am Kamin soll entfernt werden. Unheil droht.

Was macht den Fleck besonders? Die neuen Eigentümer, die  Goodmanns, rufen den Meisterdetektiv Hercule Poirot herbei, der den den Fall untersucht.

Mit der Familie des amerikanischen Botschafters, die das Schloss bezieht, denkt er ein leicht spukiges Spiel zu haben. Doch bald muss er erkennen, dass besonders die beiden Jüngsten der amerikanischen Familie sich nicht nur nicht erschrecken lassen, sondern ihm selber Angst einjagen und – wie er feststellt – ihm so das ganze Jahrhundert vermiesen werden. Allein mit Samantha, der Schwester der beiden „Rotzlöffel“, kommt er, wenn auch etwas holprig, ins Gespräch. Sie erfährt vom Fluch, der auf dem Geist liegt. Weil er seine Frau getötet hat, ist er seit 300 Jahren schlaflos und kann nicht sterben. Das Mädchen hat Mitleid mit ihm und erfüllt damit eine alte Prophezeiung. Denn “Friede kommt nach Canterville“, und zwar in der Form eines Kompromisses, den Sir Simon im gegenseitigen Respekt mit der Familie findet und ihn so von seinem Spuk-Frust erlöst und es wieder erträglich werden lässt – sein transparentes Leben.

Die Prophezeiung erklärt, wie Sir Simon erlöst werden könnte: “Wenn es einem Mädchen gelingt,/ Sünderlippen zum Beten bringt./ Wenn der vertrocknete Mandelbaum sprießt,/ein Kinderauge Tränen vergießt,/ dann wird’s im ganzen Schloss wohl still,/Friede kommt nach Canterville.

Keine alltägliche Situation für die Schülerinnen und Schüler – so unter der Beobachtung der Gäste und im Griff des Taktes, den die musikalische Leitung, Frau Tilmann-Bürger, vorgab.

Auch die Schülerinnen und Schüler zeigten mit ihrem Spiel große Transparenz. Denn jeder Anwesende gewann schnell einen tiefen Einblick darin, wie viel Aufwand und Mühe hinter der Bühne und in den Vorbereitungen stecken mussten. Denn, auch wenn die Bühnengestaltung – recht einfach und schlicht gehalten – nur Ungefähres erahnen ließ, meisterten die Sechstklässler als ,Rowdys‘ die nicht wenigen Umbauten zwischen den einzelnen Szenen schnell, sicher und eigenständig. Den Leiterinnen der Profilklasse, Gabi Jansen und Maria Tilmann-Bürger, gelang es, dass die Jung-Schauspieler während der circa einstündigen Aufführung nicht nur ihre Konzentration hoch hielten. Vielmehr förderten sie auch im Verlauf der zweijährigen Musikklasse die Bereitschaft der Schüler, in Spiel und Gesang sich selber neu zu erfahren sowie weiterzuentwickeln, um mit dem Chor oder gar als Solistin sicher aufzutreten. Diese so offensichtlich erarbeitete Spielfreude, die die Akteure mit ihrem Tun bewiesen, wurde getragen und unterstützt von den Instrumentalisten, einer Gruppe aus Eltern, Schülern und Lehrern.

Das Ziel aller Anstrengung und Konzentration – das farbenfrohe Finale des Musicals.

Alle Mitwirkenden, Schauspieler wie Instrumentalisten, bedanken sich beim Publikum – in ihrer Mitte die künstlerischen Leiterinnen der Aufführungen (v.l.): Frau Tilmann-Bürger und Frau Jansen.

Mit ihrem Spiel hätten die jungen Darsteller das Publikum und vor allem sich selber belohnt, hob Schulleiter Manfred Heuer hervor. Dass das auch die Sichtweise des Publikums war, bewies der anhaltende und begeisterte Applaus des Publikums nach der Zugabe.

Text und Fotos: Stefan Roters.

Radio-Interview mit Oberbürgermeister Dieter Krone

Wie schon 2011, neun Monate nach seiner ersten Wahl zum OB der Stadt Lingen, so stellt sich Herr Krone fast sieben Jahre später wieder den Fragen der Schülerzeitung. Nun ist er schon insgesamt seit acht Jahren im Amt, acht Jahre ist es her, dass er vom Lehrer zum Oberbürgermeister der Stadt Lingen wurde. Wie hat sich „seine“ Stadt seit dem verändert? Was für Projekte plant er in Bereich Natur und Umwelt? Wird freies WLAN in der Innenstadt kommen? Wie können Angebote für Jugendliche verbessert werden?

Zu Beginn seiner zweite Amtsperiode antwortet OB Dieter Krone auf die Fragen der Schülerzeitung unserer Schule.

Antworten auf diese und weitere Fragen gibt Herr Krone am 11.06.2018 der Schülerzeitung GG[e:]Bloggt in einem sicher spannenden Interview auf der Ems-Vechte-Welle auf UKW 99,3. Und wann? Von 18.00 Uhr bis 19.00 Uhr!

Text: Janis Budde; Foto: Stefan Roters.

Lernen und Handeln für Kinder in Not – Georgianer spenden für „project: help“

Die Schülerinnen und Schüler der Lerngruppe katholische Religion 5ef zeigten sich schockiert von den menschenverachtenden Bedingungen teppich-knüpfender Kinder in Indien und waren entsetzt, dass Straßenkinder in Bolivien getötet werden, damit skrupellose Verbrecher die Organe der Kinder reichen Menschen zum Kauf anbieten können. Sie beschäftigten sich im Unterricht mit dem Thema „Kinder in Not“ und schnell wuchs der Wille, nicht nur zu lernen, sondern auch etwas aktiv unternehmen zu wollen.

Nach kurzer Beratung fiel die Entscheidung, das Lingener „project: help“ zu unterstützen, das dringend Geld benötigt, um ein Grundstück für das Projekt “Crosspoint Academy” kaufen zu können. Hier finden Kinder nicht nur ein Zuhause, sie besuchen auch eine Schule, um gut ausgebildet der Armut, in der sie aufwuchsen, und den damit verbundenen Gefahren und Problemen entfliehen zu können.  (weitere Informationen unter: www.project-help.de)

Waren sich für Haus- und Gartenarbeit nicht zu schade, um Kinder in Südafrika zu unterstützen – die Schülerinnen und Schüler der Lerngruppe katholische Religion 5ef.

Im Mai boten die Schülerinnen und Schüler ihren Familien, Nachbarn und Freunden ihre Arbeitskraft, indem sie Hunde ausführten, Tierställe säuberten, Maggi produzierten und es verkauften, Kinder betreuten und sich verausgabten bei der Haus- und Gartenarbeit. Hierfür bekamen sie einen zuvor vereinbarten Lohn, den sie dem „project: help“ als Spende überwiesen. 402,45 € war der Gesamtlohn der Gruppe – das Wissen, nicht nur geredet, sondern auch gehandelt zu haben, ist jedoch unbezahlbar für die Schülerinnen und Schüler!

Text und Foto: Frank Kösters

Ein Geist in Existenznot – Georgianer präsentieren das Musical „Das Gespenst von Canterville“

Mit gleich zwei Aufführungen des Kinder-Musicals „Das Gespenst von Canterville“ von Johannes Matthias Michel stellt die Musikklasse des Gymnasiums Georgianum am kommenden Wochenende das Ergebnis ihrer monatelangen Proben einem breiten Publikum vor. Der Eintritt ist frei.

Die Familie Canterbury zieht aus finanziellen Gründen aus ihrem Schloss aus und bringt damit ihr Hausgespenst an den Rand seines ,transparenten Lebens’.

Sir Simon de Canterville, seit 400 Jahren hauptberuflich Schlossgespenst, schöpft Hoffnung auf eine einschneidende Veränderung in seinem ,durchsichtigen Leben‘, als er erfährt, dass der aktuelle Eigentümer von Schloss Canterville aus finanziellen Gründen den Landsitz veräußern muss. Mit der Familie des amerikanischen Botschafters, die das Schloss als neuen Wohnsitz auserkoren hat, denkt er ein leichtes spukiges Spiel zu haben. Wie lange sehnt er sich schon nach einer Familie, die ihn als Gespenst ernst nimmt und die ihm so wieder tiefe Freude am Spuken spendet? Doch bald muss er erkennen, dass die beiden Jungen der amerikanischen Familie sich nicht nur nicht erschrecken lassen, sondern ihm selber Angst einjagen. Allein ihre Schwester hat Mitleid, hilft und unterstützt den niedergeschlagenen Geist – und gerade auch dann, als die Gespenster des Gespensterkongresses im Schloss auftauchen.

Herzlich laden die Sechstklässler am Samstag, den 2. Juni, um 19 Uhr und am Sonntag, den 3. Juni, um 17 Uhr alle Musikinteressierten in die Aula ihrer Schule ein, um mitzuerleben, wie ein Geist in Existenznot gerät.

Text: Stefan Roters; Bild: Gabi Jansen

Dreimal Gold fürs Georgianum

Beim 28. Schulwettbewerb Reiten in Emsbüren waren die Schülerinnen und Schüler vom Gymnasium Georgianum sehr erfolgreich und konnten sich gleich drei erste Plätze sichern. Im Punktespringen mit Joker (bis Klasse 6) gewann Vivien Kollenberg mit Arkado von Kobold. Ebenfalls im Springen (ab Klasse 7) konnte sich Cara Löffler mit Lacoste im Stechen gegen die Konkurrenz durchsetzen.

Im Bild (v. l.) das Siegerteam der Kürdressur: Caren Dust, Kendra Niemann, Sanja Löffler, Anna-Marie Krüssel, Eni Köppen, Cara Löffler, Stina Köppen, Mika-Jos Schmees, Thea Abeln. Es fehlt Sina Müllers.

Den dritten Sieg sicherten sich die Schülerinnen und Schüler in der Kürdressur. Die vier Reiterinnen Caren Dust, Stina Köppen, Cara und Sanja Löffler  begleitet von weiteren Aktiven „rockten“ mit ihrer Rockerkür die Reithalle. Die drei Siegerteams qualifizierten sich damit für das „Große Finale“ in Ankum am 06.06.2018.

Text und Foto: Frau Löffler

Georgianum engagiert sich als Pflanzpate für Apfelbäume

Am vergangenen Mittwoch (11. April 2018) wurden auf unserem Schulgelände drei Apfelbäume gepflanzt. Im Rahmen der Kunstausstellung “Der Apfel. Eine Einführung. (immer und immer und immer wieder)”, die zurzeit in der Kunsthalle Lingen ausgestellt wird, übernahmen Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrerinnen die Rolle als Pflanzpaten.

Mit Grubber und Forke, mit Spaten und Schüppe bereiteten die Schülerinnen und Schüler die Erdlöcher für die Pflänzlinge vor – mit dabei (v.l.) Frau Pannenäcker, Herr Heuer, Frau Nienau-Gielsdorf und Frau Stockhorst.

Die Ausstellung, die von Antje Majewski und Pawel Fischer initiiert wurde, ist sowohl ein künstlerisches als auch ein wissenschaftlich-kulturhistorisches Projekt. Deshalb entschlossen sich die Fachbereiche Kunst und Biologie, dieses Projekt gemeinsam durchzuführen. Das Projekt beinhaltet neben der Ausstellung in der Kunsthalle auch eine Pflanzaktion, bei der 50 Apfelbäume alter Sorten an unterschiedlichen Stellen der Stadt Lingen gepflanzt werden sollen. Die Äpfel stehen dann allen Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung. Ziel des Projekts ist es, vor allem die alten Sorten zu erhalten und somit die Vielfalt der Arten zu schützen.

Nach der Standortauswahl ging’s ans Loch ausheben – doch auch hier gilt:..

Der Zollstock ist das Maß der Ordnung. Hier in den Händen von Frau Stockhorst, die überprüft, ob das Erdloch groß genug ist.

Für zwei Sommer- und einen Winterapfel, die alle drei zum Verzehr geeignet sind, schaufelten die Schüler und Schülerinnen tiefe Löcher hinter dem B-Gebäude, setzten die Apfelbäume hinein und bewässerten sie. In den nächsten Wochen wird die Pflege der Apfelbäume durch die Umwelt-AG gewährleistet. In ein paar Jahren kann sich dann schließlich die ganze Schulgemeinschaft an den leckeren Äpfeln erfreuen.

Text: Sandra Stockhorst; Fotos: Stefan Roters.

Respekt! – Radiosendung mit der AG „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“

Zur zweiten Radiosendung der Schülerzeitung wurden die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ eingeladen.

Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft und der verantwortliche Lehrer, Herr Schmid, berichteten über ihr letztes Projekt, eine Filmvorführung zur rechten Musikszene in der Bundesrepublik, und den kommenden Aktionen.

Text und Foto: Stefan Roters.

“Einfach ausprobieren” – Tüftlerinnen vom Georgianum ausgezeichnet

Eine besondere Auszeichnung im Rahmen des Wettbewerbs „Jugend forscht“ erhielten drei Schülerinnen des siebten Jahrgangs unserer Schule. Ihr Projekt „Heat4Power“ wurde beim letzten Regionalentscheid mit dem Umweltpreis dieses europaweiten Jugendwettbewerbs im Bereich Naturwissenschaften prämiert.

So simpel und einleuchtend die Idee der drei Siebtklässlerinnen, aus der Abwärme eines Kraftfahrzeuges Akkuladestrom für ein Handy zu gewinnen, für den Außenstehenden auch erscheinen mag, die Realisierung stellte Jantje Haar, Lena Kemmer und Lisa Schulte vor Hürden und Hindernissen, die sie erst geduldig mit vielen Experimenten überwanden. Zunächst galt es, sich mit einem sog. Peltier-Element, einem elektrothermischen Wandler, vertraut zu machen. Denn mit diesem Gerät, dem Herzstück des Projektes, erst konnte aus einer Temperaturdifferenz ein Stromfluss erzeugt werden. Für die Umsetzung ihrer Idee ergaben sich dann zwei weitere wichtige Fragen: Wie groß muss der Temperaturunterschied sein? Und vor allem, wo müsste das Peltier-Element angebracht werden, um die notwendigen fünf Volt zu erzeugen? Nach mehr als einem Jahr gelang es ihnen mithilfe ihrer Eltern, ihrer Lehrerin und mit Unterstützung von „Royouth“, einem bildungsorientierten Angebot der Firma Rosen zur Talentförderung von Jugendlichen, ihre Apparatur so zu konstruieren und am Abgasrohr eines Fahrzeugs zu befestigen, dass das angedachte Ziel mit den protokollierten Messergebnissen beleg- und überprüfbar war.

Wichtig war es, herauszufinden, wo unter dem Auto es heiß genug war, das Peltier-Gerät erfolgversprechend anzubringen.

Mit der Halterung Marke Eigenbau gelang es zunächst in einem ersten Probebetrieb, Messergebnisse mit den Messinstrumenten zu ermitteln.

Um die Jury von „Jugend forscht“ von der Funktionalität ihrer Idee zu überzeugen, galt es für die drei Forscherinnen (v.l.: Lena Kemmer, Jantje Haar und Lisa Schulte) dann noch, einen Analogaufbau für die Vorstellung während des Wettbewerbes anzufertigen, wobei ein Heißluftfön die Funktion des Abgasrohres übernahm. Idee, Umsetzung und Präsentation prämierte die Jury dann mit dem Sonderpreis für Umwelttechnik.

Die Physiklehrerin Theresa Kemmer, Mentorin der drei Georgianerinnen, zeigte sich beeindruckt vom Durchhaltevermögen und dem inneren Ansporn der Jung-Forscherinnen. Sie machte hierbei auch deutlich, dass dieser Ehrgeiz, den alle drei gezeigt hätten, nicht zuletzt auch durch das Georgianum gefördert werde. Denn, wenn es darum gehe, Begabung über den alltäglichen Unterricht hinaus zu fördern, nehme die Schule nicht nur am „Kooperationsverbund Emsland zur Förderung besonderer Begabungen“ teil, sondern unterstütze auch mit der regelmäßigen Teilnahme an wichtigen Wettbewerben wie „Jugend forscht“, „Was ist Chemie?“ oder „Biologie-Olympiade“ das Interesse der Schüler an naturwissenschaftlichen Themen. Ergänzend dazu sei in diesem Zusammenhang auch der sog. „Akademieabend“ zu erwähnen, der immer wieder zeige, wie wichtig es ist, dass Schüler die Möglichkeit bekommen, sich durch ihre Neugier an Neues heranzuwagen und dem Schulpublikum in Form von vorbereiteten Vorträgen vorstellen zu können.

Dass diese Neugier auch begeistern kann, zeigt sich im Fazit, das Jantje stellvertretend für ihre Gruppe zieht: „Ich fand ‚Jugend forscht“ war ein tolles Erlebnis und hat sehr viel Spaß gemacht! Man braucht ja nicht die geniale Idee; man kann sich auch irgendetwas Cooles mit seinen Freunden ausdenken, auch wenn es auf den ersten Blick nach viel Arbeit aussieht. Einfach ausprobieren!“

Text: Stefan Roters; Fotos: Lisa Schulte, Theresa Kemmer.

Nathan der Weise – Theaterfahrt zum Staatstheater Oldenburg

Anfang März des Jahres fuhr der 11. Jahrgang unserer Schule zum Staatstheater Oldenburg, um sich eine Neuauflage des von Gotthold Ephraim Lessing verfassten Stücks ,,Nathan der Weise“ anzusehen. Das fürs Abitur relevante Drama handelt von religiöser Toleranz und behandelt unter anderem die Frage nach der „richtigen“ Religion.

Als der reiche Jude Nathan von einer Dienstreise Heim kommt, erfährt er von seiner Haushälterin Daja, dass seine Tochter Recha beinahe bei einem Feuer ums Leben gekommen und von einem christlichen Tempelherrn gerettet worden sei. Dieser verhält sich erst abweisend und judenfeindlich gegenüber Nathan, doch durch dessen weises Reden werden sie schließlich Freunde, und der Tempelherr verliebt sich in Recha. Nathan stellt sich einer Hochzeit der beiden entgegen, da er vermutet, dass seine Tochter, die in Wirklichkeit von Nathan adoptiert worden ist, die Schwester des Tempelherrn sein könnte. Die Absage Nathans verleitet den Tempelherrn dazu, diesen beim Patriarchen anzuklagen, da ein Jude ein christliches Kind erziehen würde. Als der Tempelherr bemerkt, in was für eine Gefahr er Nathan gebracht hat, wendet er sich an ihn und gesteht seine Tat. Am Ende gibt Nathan dem Tempelherrn und seiner Tochter sein Geheimnis preis und informiert die beiden über ihre Verwandtschaft und Abstammung.

Nathan – hier zwischen seiner Tochter Recha und ihrem Geliebten, dem Tempelherrn – ist im Zwiespalt, da er seine Tochter nicht verlieren möchte.

Recha umarmt ihren Vater Nathan überglücklich, da sie von ihrem Retter, dem Tempelherrn mehr als begeistert ist.

Der Tempelherr (re.) fragt den Patriarchen um Rat. Er schildert ihm, dass ein Jude (Nathan) eine Christin (Recha) im falschen Glauben erzogen habe. Daraufhin meint der Patriarch, der Oberste der Kirche, dass dieser verbrannt werden müsse.

Der Tempelherr und seine geliebte Recha, nachdem Nathan (u.) die beiden aufgeklärt hat, dass sie Geschwister sind.

Die Inszenierung durch Klaus Schumacher verwandelt das 1779 uraufgeführte Drama in eine abstrakte und modernisierte Fassung. Das gewollt minimalistische Bühnenbild, bestehend aus einem hochfahrbaren Quader und einigen Hockern, sowie der gelungene Einsatz von Licht und Toneffekten lassen das historische Staatstheater in Oldenburg in einem anderen Licht erstrahlen.

Text: Tim Krummen; Bildunterschriften: Kim Kemmer; Fotos: Stephan Walzl

Wie wertvoll ist uns Europa heute?

Einen beachtenswerten Vortrag zur Bedeutung des Ersten Weltkrieges als historische Wurzel des gegenwärtigen Europas hielt am vergangenen Freitag (2. März 2018) der Politologe Ingo Espenschied vor Schülern des Georgianums. Anschaulich und eindrucksvoll zeigte er dem neunten Jahrgang dabei auf, wie stark und eng Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbunden sind.

Nicht zur geschichtlichen, sondern mehr zur persönlichen Erinnerung (v.l.): Schulleiter Manfred Heuer, Herr Pfleging (Fachobmann Geschichte); Herr Espenschied und Frau Franke von der Konrad-Adenauer-Stiftung, die den Vortrag vermittelte und ermöglichte.

Kein Foto von betonierten Festungen oder von monströsen Kanonen, nicht ein Foto von gepanzerten Ungetümen in grau-schwarzer Landschaft, sondern die farbige Ablichtung einer kleinen Schnapsflasche steht am Anfang des einstündigen Vortrags. Sie und besonders ihr papierener Inhalt bilden hierbei im Weiteren den Dreh-, Angel- und Bezugspunkt der historischen Ausführungen.

Auf dem Foto die mittlerweile blinde Flasche, deren vergilbter Inhalt mit einer Kugel verschlossen war. Unter den 28 Milliarden Feldpostbriefen aus allen kriegsteilnehmenden Ländern des Ersten Weltkrieges sei diese Flaschenpost einzigartig, so Espenschied.

Der aufgefundene Text, vor über 100 Jahren von deutschen Soldaten verfasst, reißt die Zuhörer in die bedrückende Lage von sechs Husaren, die im französischen Fiquelmont stationiert sind. Es ist 17. Juli 1916, der Tag des Abmarsches und eine Stunde des Rückblicks, in der sie mit ihren handschriftlichen Zeilen einen Einblick in ihre Gefühlslage geben. Nur 40 Kilometer von Verdun entfernt, beobachten sie über Monate hinweg „Tag für Tag den Qualm der Schlachten“ und „die Granaten mit blutrotem Blitz auf den Hügeln bersten“. Noch wissen sie nicht, wohin es geht, und befürchten wie viele ihrer Kameraden, unausweichlich dem „Untier Militarismus neue Nahrung“ zu sein.

Mit geeignetem Kartenmaterial und beeindruckenden Fotos von der Schlacht um Verdun veranschaulichte Espenschied die Not und Angst der Soldaten von Fiquelmont, an diesen Ort des Grauen versetzt zu werden.

Die Auswirkungen des Gas-Krieges: britische Soldaten nach einem Gas-Angriff.

Aber trotz der nagenden Ungewissheit wünschen sie sich „Freundschaft zwischen den Völkern“; und sie grüßen den unbekannten Finder der Flaschenpost mit einer weitsichtigen Vision: „Utopie und mögliches Eden ist ein geeintes Europa!“ Dieser Wunsch nach einem Ort, nach einem Europa eines immerwährenden Friedens verwundert durch seine tiefe Einsicht, um so mehr, wenn der Referent nach den politischen Vorbedingungen die militärischen und vor allem die menschlichen Folgen des Ersten Weltkriegs darlegt. So ungeheuerlich stellt sich diese „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“ (George F. Kennan) heute dar, 1o Millionen Tote und 6 Millionen Verwundete und Vermisste. Nicht minder hart waren die politischen Folgen für die Verlierer, deren Langzeitwirkung Espenschied anhand von zwei Entwicklungen beispielhaft aufzeigt. Da sei zum einen die Erkenntnis in den Regierungen der ehemals verfeindeten Länder, dass nur die Aussöhnung zwischen Deutschland und Frankreich in Europa den Frieden sichern könne, wofür der französische Außenminister Aristide Briand und seine deutscher Amtskollege Gustav Stresemann 1926 den Friedensnobelpreis erhalten. Da seien aber auch die Kräfte der Revanche, die keine europäische Zusammenarbeit wollten, sondern wieder auf Nationalismus und unter Hitlers Ägide auf aggressiven Rassismus setzten. Die noch größeren Zerstörungen und die exorbitanten Opferzahlen des Zweiten Weltkrieges bringen in den folgenden Jahrzehnten den Wunsch vieler nach einer europäischen Vereinigung bis hin zu den Vereinigten Staaten von Europa in die politische Diskussion ein. Doch auch wenn viele, die sich mit einer europäischen (Friedens-)Bewegung verbunden fühlen und nach staatlichen Strukturen verlangen, lässt sich – einem Plan des Franzosen Robert Schumann folgend – lediglich ein gemeinsamer Markt von Kohle und Stahl politisch durchsetzen, dem sich dann neben Deutschland und Frankreich auch Italien und die Benelux-Länder anschließen. Diese Montanunion bilde schließlich den Beginn der Europäischen Union, wie der Vortragende ausführt.

Eine Karikatur aus der Zeit: 1950 geht das Schiff Europa mit den Mitgliedern der Montanunion auf große Fahrt.

Die 1981 entdeckten Zeilen der deutschen Soldaten von Fiquelmont – als kleine Flaschenpost der Welt hinterlassen – hätten ihren Weg in unsere Zeit gefunden; für die Umsetzung ihrer Friedensbotschaft an die Völker Europas habe es aber den Schock zweier Weltkriege bedurft, bevor Europa zum größten Friedensprojekt der Geschichte geworden sei. Auch wenn Frieden, offene Grenzen und eine politische Union erreicht seien, könnten wir – so Espenschied – dennoch von den sechs deutschen Soldaten lernen, nämlich für unsere Zukunft in einer globalisierten Welt die immer dringendere und drängendere Frage zu stellen: Wie wertvoll ist uns Europa heute?

Text und Fotos: Stefan Roters.

Dass unsere Erde für unsere Nachkommen gut erhalten ist – Radiosendung zum Thema Insektensterben

Zum Thema Insektensterben hat die Schülerzeitung vom Georgianum ihre Radiosendung veröffentlicht.

Kurz bevor die nächste Talk-Runde beginnt: Technik, Moderatoren (l.) und Gäste (re.) bereiten sich schriftlich und gedanklich vor.

Dass unsere Erde für unsere Nachkommen gut erhalten ist – Radiosendung zum Thema Insektensterben

Text: Stefan Roters; Foto: Henrik Meemann

“Die Mutter des Lesens” – Kreisentscheid des Vorlesewettbewerbes erstmals am Georgianum

Pascal Singer vom Gymnasium Leoninum in Handrup ist der Gewinner des Vorlesewettbewerbs 2017/2018 beim Kreisentscheid Emsland-Süd.

Zu Beginn begrüßte Joseph Lüken, Leiter der Stadtbibliothek Lingen, neben weiteren Gästen die zwölf am Vorlesewettbewerb teilnehmenden Schüler zum Kreisentscheid.

Seite um Seite überzeugte der Sechstklässler beim Vorlesewettbewerb in der Aula des Gymnasiums Georgianum. Nun darf Pascal seine Vorlesekünste im April beim 59. Bezirksentscheid unter Beweis stellen. Zwölf Schüler aus Emsbüren, Freren, Handrup, Lengerich, Lingen, Salzbergen, Spelle und Thuine traten gegeneinander an. „Ihr alle seid bereits Sieger, denn ihr habt schon den ersten Platz an eurer Schule gewonnen“, freute sich Jurymitglied Inge Seget.

Seget beglückwünschte im Namen der fünfköpfigen Jury die Mädchen und Jungen, überreichte die Teilnehmerurkunden und die Siegerurkunde hier an Pascal Singer.

„Wer liest, gewinnt immer. Vorlesen ist die Mutter des Lesens“, betonte Josef Lüken, Leiter der Stadtbibliothek Lingen. Die Schulsieger durften zunächst drei bis vier Minuten aus einem selbst gewählten Buch vortragen. Alle lasen flüssig, pointiert, ausdrucksstark, sinnbetont und setzten Pausen an der richtigen Stelle. Die Schüler lasen unter anderem Passsagen aus „Die drei !!! – Party des Grauens“ (Maja von Vogel), „Keine Angst vor Stinktieren“ (Elena K. Arnold), „Weltenspringer“ (James Riley), „Neues vom Süderhof“ (Brigitte Blobel) oder „Die Knickerbockerbande – U-Bahn ins Geisterreich“ (Thomas Brezina). Nicht ganz einfach für die Jury, anhand der Bewertungskriterien wie Lesetechnik, Interpretation und Textauswahl unabhängig voneinander ihre Punkte zu vergeben.

Aufmerksame Zuhörer während des Vortrages von Pascal Singer aus dem  Buch „Woodwalkers – Gefährliche Freundschaft“ von Katja Brandis.

In der zweiten Runde galt es, einen unbekannten Text flüssig vorzulesen.  Josef Lüken hatte dafür das Buch „Der unglaubliche Lauf der Fatima Brahimi“ von Jürgen Banscherus ausgewählt. Waren die Sechstklässler zuvor noch äußerst textsicher, schlichen sich nun kleinere Fehler ein. Pascal Singer absolvierte die Aufgabe erneut mit Bravour. „Er hat in beiden Runden sehr flüssig gelesen und gut betont“, begründete die Jury die Entscheidung für Pascal. Neben den Urkunden durften sich alle Teilnehmer über das Buch „Feo und die Wölfe“ von Katherine Rundell freuen.

Für den musikalischen Rahmen sorgte die Band „Relics“ unter Leitung von Georg Rosen.

Zufriedene Gesichter bei den Teilnehmern und den Mitglieder der Jury, der (v.l., hintere Reihe) Herr Scholz von der Buchhandlung Blanke, Frau Salomon von der Buchhandlung Holzberg und Frau Wilde von Trinitatisbücherei ebenso angehörten wie Frau Seget von der Fachstelle für Kath. Öffentliche Büchereien im Bistum Osnabrück und Herr Lüken von der Stadtbibliothek Lingen.

Frau Lux und Frau Dr. Rolfes sorgten mit vielen fleißigen Helferinnen für einen reibungslosen Ablauf der über zweistündigen Veranstaltung.

Text und Fotos: Johannes Franke

90 Minuten Filmmusik, Klassik und Evergreens – Grandioses Konzert in unserer Aula

Mit einem fulminanten Konzert haben 120 junge Musiker aus vier Schulen im Gymnasium Georgianum das Publikum begeistert. Das Abschlusskonzert des Orchestertreffens Frenswegen war der Auftakt für zwei weitere Konzerte in Bersenbrück und Melle.

Ohne Zusatzbühne ging es nicht – nur so fanden die insgesamt 120 Musiker in ihren Instrumentengruppen einigermaßen Platz.

„Das Orchester hat grandios gespielt und einen sehr guten Gesamteindruck hinterlassen“, freut sich Alexander Neubauer, Musiklehrer am Gymnasium Georgianum. So sehen es auch seine jungen Kollegen vom Gymnasium Melle, Bersenbrück und vom Evangelischen Gymnasium Nordhorn. Es sei kaum möglich, die Konzertreihe zu toppen. Es war das erste Konzert des Orchestertreffens am Georgianum. Vier anstrengende Tage mit jeweils achtstündigen Instrumentenproben im Kloster Frenswegen lagen hinter den Schülern der Klassen sieben bis zwölf. Angespannt, voll konzentriert saßen sie auf der vergrößerten Bühne, warteten auf ihren Dirigenten.

Herr Neubauer eröffnete mit der „Forrest Gump Suite“, eine fantastische Filmmusik, bei der die Blech- und Holzbläser sowie die Streicher sehr gefühlvoll und souverän als Gesamtwerk traumhaft intonierten. „Nicht nur dieses Thema, das wundervolle Programm mit den exzellenten Musikern hat mich sehr, sehr glücklich gemacht“, schwärmt Neubauer.

Wie in einer großen Familie fühlen sich Lisa Goldschmidt und Viktoria Tuppek aus der Klasse 9 c des Georgianums. „Für unsere anstrengenden Proben werden wir jetzt für etwas ganz Besonderes belohnt“, antworten sie auf Nachfrage von Schulleiter Manfred Heuer.

Herzlichen Applaus erhält das Orchester nach jedem Stück des abwechslungsreichen Programms. Jeder Dirigent hatte ein bis zwei Werke ausgesucht und in Frenswegen eingeübt. Die bunte Vielfalt von Filmmusik über klassische Werke unterschiedlicher Epochen bis hin zu Evergreen-Songs war überaus reizvoll. Eine großartige und beeindruckende Leistung, wie diese Vielfalt musikalisch abgedeckt, geprobt und als Einheit präsentiert wurde. Zum Highlight gehörte das Konzert Nr. 1 für Klavier und Orchester g-Moll, 3. Satz: Presto, von Felix Mendelssohn-Bartholdy.  Der Pianist Johannes Heitlage, Gymnasium Bersenbrück, spielte das Solo und wurde für seine virtuose Darbietung am Flügel gefeiert.

Die Musikpädagoginnen Céline Isambard, Annabell Klatte und Jennifer Kock aus Bersenbrück hatten am Samstag beim 25. Jubiläumskonzert noch einmal das Vergnügen.

Nicht nur die Musikpädagogen (v.l.) Daniel Sieverding, Eva-Maria Witte und Jan Mons aus Melle waren mächtig stolz auf Judith Wallis, die als Klarinetten-Solistin im Konzert für Klarinette und Orchester in A-Dur, 2. Satz: Adagio von Wolfgang Amadeus Mozart brillierte. Auch Jona Hinkenhuis aus Melle beeindruckte als Fagott-Solistin im Konzert für Fagott und Orchester in B-Dur von Antonio Rosetti.

Die drei Solisten des Abends erhielten von Schulleiter Manfred Heuer kleine Präsente (v.l.): Johannes Heitlage (Klavier), Judith Wallis (Klarinette), Jona Hinkenhuis (Fagott).

Sehr schnell stellte sich das Orchester auf die jeweiligen Dirigenten und abwechselnden Musikstückle ein. Die Medley-Hommage an Louis Armstrong lässt sich zusammenfassen: „What Aa Wonderful World.“  Beim Soundtrack „Ghostbusters“ von Ray Parker Jr. bewiesen die Blechbläser, dass sie als Geisterjäger mächtig ins Horn stoßen können. „Wir haben etwas ganz Großes und Anspruchsvolles auf die Beine gestellt“, sagt Florian Eckart vom Georgianum. Schulleiter Manfred Heuer dankte allen Mitwirkenden für dieses „sehr schöne und stimmungsvolle Konzert.“

Frau Giesecke von Bergh vom Evangelischen Gymnasium Nordhorn dirigierte die Nussknacker-Suite von Peter Tschakowski.

Stehender Applaus begleitete die Musiker beim Schlusslied „Pirates Of The Carribean – At the World’s End.“

Wie die anderen Dirigenten – so erhielt auch Herr Neubauer ein Präsent für sein Dirigat.

Schon vor dem Konzert war die Stimmung unter den 13 teilnehmenden Georgianern überwiegend heiter.

Das Orchestertreffen findet im nächsten Jahr entweder im Georgianum oder im Evangelischen Gymnasium Nordhorn statt, worauf sich Alexander Neubauer und Andrea Giesecke von Bergh schon jetzt freuen.

Text: Johannes Franke; Bilder: Johannes Franke, Stefan Koch und Stefan Roters.