Die Stabswache, aus der später die Schutzstaffel hervorging, wurde 1923 als Parteiorganisation der NSDAP gegründet und hatte die Aufgabe, den persönlichen Schutz des Parteivorsitzenden Adolf Hitler während einer Parteiveranstaltung zu gewährleisten. Innerhalb der NSDAP war die Stabswache der sog. Sturmabteilung unterstellt, aus deren Reihen sie immer wieder versuchte, neue Mitglieder zu werben. Nach dem gescheiterten Hitlerputsch (1923) wurde auch die Stabswache wie die anderen Teilorganisationen der NSDAP verboten. Zwei Jahre später wurde nach der Neugründung der NSDAP auch die Stabswache, die nun in Schutzstaffel (SS) umbenannt worden war, wieder neu aufgestellt. Die SS blieb aber sowohl organisatorisch als auch von der Bedeutung und Einfluss innerhalb der NSDAP noch im Schatten der größeren SA. Erst 1929 mit der Ernennung von Heinrich Himmler zum Chef der SS, zum sog. „Reichsführer SS“, begann der Aufstieg der SS innerhalb der Partei und nach der Machtübernahme 1933 zu der Terrororganisation in Deutschland und den besetzten Ländern.
Himmler, ein Diplom-Landwirt und Geflügelzüchter aus Bayern, formte aus der SS eine Art nationalsozialistische Elite, die auf eine besondere Weise Adolf Hitler verpflichtet war und für die besondere Auswahlkriterien wie z. B. Rasse und Festigkeit in der Weltanschauung galten. Durch dieses besondere Treuebekenntnis zum Führer und den besonderen Aufnahmebedingungen entstand eine immer größer werdende Distanz zur SA, die aus Sicht Himmlers nicht mehr als eine raubeinige Schlägertruppe war.
Nach der sog. „Machtergreifung“ und nachdem sich die SS gegen die SA durchsetzen konnte, musste Himmler die SS ihren ständig wachsenden Aufgaben im NS-Regime durch eine Aufstockung von rund 56000 Mann (1933) und grundlegenden Umgliederungen entgegnen. So wurden aus der sog. „Allgemeinen SS“ die Totkopfverbände und die spätere Waffen-SS ausgegliedert. Der „Allgemeinen SS“ gehörten Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Sport an, die über ihre Mitgliedschaft hinaus keine Funktion in der Schutzstaffel übernahmen. Ab 1934 gehörte es zum guten Ton, so seine Verbundenheit dem neuen Regime zu zeigen, um Einfluss oder bessere Karrieremöglichkeiten zu sichern.
Die Organisationseinheit Totenkopfverbände ab 1934 übernahmen die Bewachung aller Konzentrationslager zunächst in Deutschland und später in den besetzten Gebieten und war somit für die Deportation und Tötung der deutschen und der europäischen Juden verantwortlich.
Die Waffen-SS war als militärischer Arm der Schutzstaffel geplant und gelangte nach Beginn des Zweiten Weltkrieges wegen vieler Massaker unter der Zivilbevölkerung zu traurigem Ruhm.
Aufgrund der zahlreichen Verbrechen hat das Nürnberger Militärtribunal zur Aburteilung der NS-Kriegsverbrecher bereits in seinem Urteil 1946 festgestellt, dass die SS eine verbrecherische Organisation gewesen ist.
