Besuch der jüdischen Schule

08. Juni 2026


Nach einer kleinen Führung mit interessanten Informationen betraten wir das bedeutsame Gebäude, um der Lesung der niederländischen Autorin Martine Letterie zu lauschen, die uns mit ihren hervorragenden Deutschkenntnissen beeindruckte.

Im Mittelpunkt der Präsentation stand das Buch ,,Kinder mit Stern", welches auch ins Deutsche übersetzt wurde. In dem Buch geht es um 5 jüdische Kinder und deren Geschichten aus der Zeit, als Hitler und die Nazis an der Macht waren. Zuerst erzählte uns Frau Letterie von der Geschichte ihrer eigenen Familie und dem tragischen Tod ihres Großvaters durch die Nazis. Als Nächstes tauchten wir in die Welt der jüdischen Kinder ein. Damals flüchteten viele Juden, die zuvor in Deutschland lebten, in die Niederlande. Dort konnten sie wie alle anderen ein normales und vor allem friedliches Leben führen. Die Kinder gingen zur Schule, spielten mit ihren Freunden und die Eltern gingen arbeiten. Doch mit der Zeit griffen die Nazis auch die Niederlande an. Ab dem Zeitpunkt an veränderte sich alles. Die Juden durften fast nichts mehr und mussten in jüdische Schulen gehen. Als die Nazis die Herrschaft über die Niederlande übernahmen, brachten sie die Juden in ihre Gefangenschaft und sperrten sie in Judenlager ein. Am Ende ihrer Präsentation erzählte sie die emotionale Geschichte des jüdischen Jungen Leo, der im Alter von 9 Jahren auf grausame Weise im Konzentrationslager verstarb. Um mehr über Leo zu erfahren, bereiste Frau Letterie den Ort, in dem Leo lebte, traf seine Stiefgeschwister und ehmaligen Freunde, die ihr mehr über ihn berichteten. So konnte sie in ihrem Buch über Leo schreiben.

Um Leo zu gedenken, bekamen wir am Ende der Lesung einen Zettel, auf dem wir etwas für Leo malen oder schreiben durften. Dabei waren sehr schöne Ergebnisse zu bewundern. Die Bilder und Texte legten wir zusammen, um ein Foto von Leo, welches Frau Letterie fotografierte und nun an Leos Geschwister schicken wird. Am Ende bedankte sich Frau Letterie herzlich für unsere Aufmerksamkeit. Die Schülerinnen und Schüler berichteten, dass sie den Ausflug sehr interessant und aufschlussreich fanden. Am besten gefiel ihnen die Mini-Ausstellung, in der wichtige jüdische Gegenstände wie z.B. eine Torarolle und das Schofahorn ausgestellt wurden.

Text: Sophie Stein, 6f