Musik verbindet - Georgie's Groove Orchestra (GGO) beim Musikerstammtisch

18. September 2026


von links nach rechts: Janina Blume (Abi 2010), Brian Lüken (Abi 2009), Noel Johannigmann (Abi 2026), Jano Gerling (Jahrgang 12), Jette Gravemann, Jana Dillmann und Jonathan Teupen ( alle Abi 2026)
von links nach rechts: Janina Blume (Abi 2010), Brian Lüken (Abi 2009), Noel Johannigmann (Abi 2026), Jano Gerling (Jahrgang 12), Jette Gravemann, Jana Dillmann und Jonathan Teupen ( alle Abi 2026)

Nachdem schon auf dem Rückweg der Musikfahrt aus Elbeuf sur Seine (Frankreich) die üblicherweise über WhatsApp geteilte Einladung zum legendären Lingener Musikerstammtisch ausnahmsweise durch die Lautsprecher des Reisebusses erklang, folgte Euphorie seitens der Band. Lautstarke Euphorie, die nicht nur schlafende Schüler, sondern auch deren Zusammenhalt und Ideengeist weckte: Warum also nicht gleich einen Auftritt mit dem ganzen GGO beim Musikerstammtisch planen?

Der Lingener Musikerstammtisch, der seit über 35 Jahren damit von sich reden macht „Treff für alle, die Musik machen und mögen“ zu sein, erschien als der ideale Ort, zum Schuljahresende - und damit vor dem nächsten Generationenwechsel innerhalb des GGO - noch einmal die ikonischen Stücke der Bandbesetzung 2025/26 vor standesgemäßem Publikum zu präsentieren.

Bereits seit Längerem hatte sich aus GGO´lern des Abiturjahrgangs 2026 - und einiger vorangegangener Semester - eine Gruppe gebildet, die ohnehin regelmäßig am Stammtischgeschehen teilnimmt. Gelegentlich ergänzt durch GGO-Gründungsmitglied Brian Lüken, der mittlerweile die Moderation und Koordination des Stammtisches innehat, sowie durch die ehemalige GGO-Frontfrau Janina Blume, entstand so zunächst eine generationenübergreifende Mini-Besetzung des GGO beim Musikerstammtisch. Doch mit der stetig wachsenden, geselligen Musikerrunde am Stammtisch wuchst vor allem eines: Der Wunsch nach einer Stammtisch-Session in annähernder Komplettbesetzung unseres GGO zusammen mit Bandleiter Tobias Bako.

Die bereits auf dem Rückweg von Elbeuf geformte Idee, musste nun also endlich umgesetzt werden. Nach längerer Planung fand das gespannte Warten ein Ende und der Stammtisch am 2. August 2026 wurde als Auftrittstermin angesetzt. In gewohnter GGO-Manier traf man nach und nach ein, mischte sich unter Publikum und Musiker und genoss die Livemusik in der sommerlichen Biergartenatmosphäre des Koschinski in Lingen. Während die älteren Semester des GGO hauptsächlich die Frage quälte, wer denn die nächste Runde Kaltgetränke zahlen würde, ereilte die Stammtisch-Rookies unter uns ein eigentlich ungewohnter Respekt vor dem Publikum. Denn das Publikum des Stammtisches ist nicht nur ein bunter Querschnitt durch alle Schichten der Lingener Bevölkerung, sondern vor allem maßgeblich gekennzeichnet durch die Anwesenheit des „Who´s who“ der lokalen Musikszene.

Brian Lüken, der – Seite an Seite mit uns - beim Musikerstammtisch gelegentlich nochmal in seine alte Rolle als Bandleader schlüpft, war leider verhindert, womit nur noch eine andere Person in Frage kam, die das GGO standesgemäß durch seine Stücke geleiten konnte: Bandleiter und GGO-Gründer Tobias Bako, der es nach langer Zeit und zu dieser besonderen Gelegenheit (wieder) einrichten konnte, den Stammtisch musikalisch zu bereichern. Für alle gleich ein doppeltes Highlight, so war es nicht nur für alte Bekannte aus der Musikszene und das GGO eine Freude, Tobias Bako begrüßen zu dürfen, sondern zugleich auch eine Premiere: Erstmals in der über 20-jährigen Bestehenszeit von Georgies Groove Orchestra tritt die aktuelle Bandbesetzung zusammen mit ihrem Leiter beim Musikerstammtisch auf. Damit wurde aus der Stammtisch-Session fast schon ein kleiner Meilenstein in der Geschichte des GGO.

Nachdem sich das Stammtischpublikum zunächst an Beiträgen verschiedenster Musikrichtungen erfreute, und wir, das GGO, uns indes auf Songs und Ablauf verständigt hatten, erreichten Vorfreude und bei einigen auch Nervosität ihren Zenit. Dass unmittelbar vor uns ein Ensemble aus Stammtisch-Urgesteinen ein grandioses Medley aus „Enjoy the Silence“ (Depeche Mode) und „Numb“ (Linkin Park) zum Besten gab, und das Publikum damit fesselnd auf Höchststimmung brachte, machte es uns nicht leichter, motivierte uns aber erst recht, alles zu geben, um dem Anspruch – den nicht zuletzt auch wir an uns selbst stellen – gerecht zu werden.

Nun war es endlich soweit: die nächsten Minuten gehörten uns. „Gutes bleibt, weil es sich bewährt.“ So gelang auch der Einstieg mit einem wahren Klassiker aus unserem Programm, der schon auf dem Altstadtfest 2025 für Stimmung sorgte: „Price Tag“ (Jessie J.) wurde zum ambivalenten Auftakt aus Gesang und Rap. Nun durfte zum krönenden Höhepunkt unserer Session der unverkennbare Stil der Besetzung 2025/26 nicht zu kurz kommen. Unsere variierte Version von „Deniere Danse“ (Indila) ergänzt das sonst zarte, fast melancholische Stück um einen Hardrock-Part par exellence und machte sogleich unverkennbar klar, wofür das GGO steht: Dynamische Musik und gute Stimmung Dank junger und motivierter Musiker. Dass diese Haltung ankommt, bewies uns der rege Beifall von Stammtischmusikern und Eltern, der unmittelbar auf dieses letzte Stück folgte und in eine Zugabe mündet: Mit „Umbrella“ (Rihanna) trauten wir uns auf Wunsch der Gesangsfraktion in neues Territorium, was -  gemessen an der positiven Resonanz aus dem Publikum – wohl kaum ein Fehler war. Für das maximale Hörerlebnis wurden wir dabei zusätzlich von erfahrenen Stammtischmusikern am Piano und Saxophon begleitet.

Für die jüngeren unter uns stand im Anschluss dann zur Abendstunde schon der Abschied aus der Stammtischrunde an, nichtsdestotrotz sehnte es die Abiturienten unter uns auch nach einem „Farewell“. Was folgte, war eine kleine Session der Abiturienten zusammen mit Tobias Bako am Piano, mit der wir den Abend, und in gewisser Weise auch unsere Zeit im GGO, langsam – aber mit Blues -  abklingen ließen: „Hit the Road Jack“ (Ray Charles) war der Titel, dessen Inhalt ironischerweise genau dem entgegensteht, was das GGO uns verspricht: Gerne wieder willkommen zu sein. Auch nachdem wir aus dem GGO ausgeschieden sind und eigener musikalischer Wege gehen – mit den Fähigkeiten, die uns das GGO lehrt. Dynamik, Timing und Gefühl für das Zusammenspiel sind nur ein paar der Fähigkeiten, die Musiker in einer Band brauchen, umso mehr sind sie aber die Basis, die wir im GGO an der Seite von Tobias Bako und in Gemeinschaft mit den Bandmitgliedern erlernen. Es ist diese gemeinsame Zeit und es sind diese vermittelten Fähigkeiten, die uns zu eigenständigen Musikern erwachsen lassen, die ihre eigenen musikalischen Wege einschlagen und deren Wege sich aus Verbundenheit und Gemeinschaft auch gewiss nochmal kreuzen werden – wie eben bei diesem Musikerstammtisch, bei dem neue und treue, alte und junge GGO´ler sich als Musiker und als musikalisch verbundene Gemeinschaft präsentierten.

Für die einen von uns wurde es ein musikalischer Abschluss, für die anderen ein Beginn und sicherlich für alle ein gelungener Abend. Und eines sei sicher: Der Lingener Musikerstammtisch ist und wird weiter durch die Musiker geprägt, die einst im GGO die Grundlagen des musikalischen Zusammenspiels erlernten – die Grundlagen der Musik, die (uns) verbindet.

Text: Noel Johannigmann, Bild: Eike Kumbrink