Mehr als eine Reise: Ungarn, Europa und neue Freundschaften

25. June 2026


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„Ungarn wird wieder ein starker Verbündeter sein, der die ungarischen Interessen vertritt, denn der Platz unseres Landes ist in Europa.“ – Péter Magyar

Diese Worte fielen in einer Zeit des Wandels in Ungarn, die wir während unseres Aufenthalts selbst miterleben durften. Dabei wurde deutlich, dass Europa vor allem dort lebendig wird, wo Menschen sich im Alltag begegnen, voneinander lernen und gemeinsame Erfahrungen sammeln.

Auch in diesem Jahr nahmen wieder 14 Schülerinnen und Schüler und zwei Lehrkräfte am traditionsreichen Ungarnaustausch teil. Nach einem erfolgreichen Besuch der Ungaren in Lingen, bei dem wir gemeinsam das Emsland erkundeten, einen Tagesausflug nach Münster sowie Amsterdam unternahmen und das fest im Kalender der Stadt Lingen verankerte „Altstadtfest“ besuchten, stand im Mai der Gegenbesuch an unserer Partnerschule, dem evangelischen Internatsgymnasium in Mezőberény, an.

Dort wurden wir durch die ungarischen Schülerinnen und Schüler sowie durch die beiden ungarischen Lehrkräfte sehr herzlich empfangen. Auch die Schulleiterin betonte in ihrer Begrüßung die gute Zusammenarbeit und die große europäische Verbundenheit, welche in den kommenden Tagen durch verschiedenste Programmpunkte weiter intensiviert werden sollte. Dies brachte auch der Bürgermeister ein paar Tage später beim offiziellen Empfang im Rathaus zum Ausdruck.

Ausgehend vom Internat, in welchem wir in den ersten Tagen des Austausches gemeinschaftlich untergebracht waren, besuchten wir in Gyula eine historische Burganlage sowie ein traditionelles Thermalbad mit für die Region typischen Schwefelbecken. Außerdem fuhren wir mit dem Zug nach Szeged, wo wir neben dem Naturkundemuseum auch die drittgrößte Stadt des Landes erkunden konnten. Als weiteres Highlight stand der Besuch einer traditionellen Pferdefarm auf dem Programm. Dort zeigte man uns, wie ein historischer Bauernhof aufgebaut ist und wie die Menschen früher auf dem Land lebten. Außerdem durften wir in typisch ungarische Essgewohnheiten, wie z.B. Gulasch, eintauchen.

Gegen Mittag begann der zweite Abschnitt unseres Austausches: Das verlängerte Wochenende verbrachten wir bei unseren Gastschülerinnen und Gastschülern zu Hause. In knapp vier Tagen bekam jeder von uns einen sehr individuellen und persönlichen Eindruck des ungarischen Lebens. Im direkten Austausch mit unseren Gastschülern zeigte sich, dass uns im Alltag oft ähnliche Themen bewegen, etwa in der Schule oder in der Freizeit.

Nach dem Besuch in den Familien trafen wir uns im Internat wieder. Nachdem wir ein letztes Mal gemeinsam gegessen hatten, hieß es für uns, Abschied zu nehmen. Wir sagten „Viszlát” zu unseren ungarischen Freundinnen und Freunden, die wir im Verlauf des Austauschprogramms so sehr in unser Herz geschlossen hatten, und brachen am nächsten Morgen mit dem Zug zu unserem letzten Abschnitt der Reise auf.

In der ungarischen Hauptstadt Budapest stand, neben einer Donaufahrt und dem Entdecken der Innenstadt, mit dem Besuch des Palastes des Staatspräsidenten auch politische Bildung auf dem Programm. Passend dazu erkundeten wir mit dem Heldenplatz einen weiteren bedeutenden Ort der ungarischen Geschichte.

Diese wurde während unseres Besuchs durch ein bedeutendes Kapitel erweitert. Nachdem Péter Magyars proeuropäische Partei die Wahl gewonnen hatte, erlebten wir ein Ungarn in Aufbruchsstimmung. Besonders zu spüren war dies am Europatag (9. Mai 2026). An diesem Tag wurde Péter Magyar zum Ministerpräsidenten gewählt. In seiner anschließenden Rede beschrieb er die zukünftige proeuropäische Rolle seines Landes, die als Kontrast zum früheren Kurs Ungarns steht (vgl. Zitat). Diesen Moment erlebten wir in Ungarn live mit.

Rückblickend war der Ungarnaustausch weit mehr als eine Reise: Neben neuen Einblicken in Kultur und Alltag Ungarns wurde uns vor allem bewusst, wie viel uns als junge Europäer verbindet. Im direkten Austausch entstanden nicht nur neue Perspektiven, sondern auch echte Freundschaften, die über den Aufenthalt hinaus Bestand haben werden. Die Worte Péter Magyars, mit denen dieser Bericht begann, haben wir dabei nicht nur gehört, sondern ein Stück weit selbst erlebt: Europa wird vor allem dort greifbar, wo Menschen einander begegnen.

Dass wir diese Eindrücke gewinnen konnten, lag vor allem an der herausragenden Organisation des Austausches durch die ungarischen Lehrer Frau Oláh und Herrn Takács sowie durch die deutschen Lehrer Herrn Wilmes und Herrn Zermann, bei welchen wir uns recht herzlich bedanken wollen! Ein großer Dank geht auch an das „Erasmus+“-Programm, welches unsere Reise mit den vielen unvergesslichen Eindrücken ermöglichte!

Text & Bilder: Jonathan Wolters