Latein

Latein – ein Schulfach auch für dich bzw. für Ihr Kind

Latein ist nicht nur eines der ältesten Schulfächer, sondern auch eines, das viel zu bieten hat:

Auch wenn es heißt, Latein sei eine tote Sprache, weil es nicht mehr als einfaches Verständigungsmittel gesprochen wird, so lebt sie doch weiter, da die römische Kultur und Latein als Sprache der Römer uns vor 2000 Jahren beeinflusst haben und immer noch beeinflussen. Latein als Muttersprache Europas ist die Basis für das Französische, Spanische, Italienische. Auch ca. 60-70 % der Einträge in einem englischen Wörterbuch sind lateinischen Ursprungs.

Wer Latein lernt, lernt nicht nur eine spannende Kultur und eine schöne Sprache kennen, sondern erwirbt auch Grundlagen, sich weitere Fremdsprachen leichter anzueignen.

Durch die Kenntnis der lateinischen Sprache ist eine Schülerin bzw. ein Schüler häufig in der Lage, die Grammatik der deutschen Sprache besser zu verstehen und sich Fremdwörter ohne Duden erschließen zu können.

Nicht zuletzt erwirbt man mit Latein Sprachqualifikationen, die für manchen Studiengang Zugangsvoraussetzung sind.

Latein ist somit ein Fach, das seinen Wert nicht nur in der einzelnen Unterrichtsstunde und im einzelnen kleinen Lernzuwachs hat, sondern darüber hinaus für die gesamte Schullaufbahn und das Leben nach der Schulzeit.

Die Beschäftigung mit der lateinischen Sprache, Kultur und Tradition ist am Georgianum in zwei verschiedenen Lehrgangsangeboten möglich. Das zweite Angebot ist aber abhängig von der Nachfrage!

1. Latein als zweite Pflichtfremdsprache ab Klasse 6:

Mit Beginn der 6. Klasse erlernen die Schüler eine zweite Pflichtfremdsprache. Der am Lehrbuch „Adeamus!“ (Oldenbourg-Verlag) bzw. „Prima“ (Buchner-Verlag) orientierte Sprachunterricht führt in die lateinische Sprache und Grammatik sowie Alltag und Geschichte der Römer ein und sorgt somit für fundierte Kenntnisse, um im Anschluss an die Lehrbuchphase erste Lektüreerfahrungen machen zu können. Es werden dann z. B. Autoren wie Caesar und Phaedrus gelesen.

Am Ende der 10. Klasse erwirbt der Schüler bei ausreichender Leistung das „Kleine Latinum“, das für viele Studiengänge eine Mindestvoraussetzung darstellt.

Bei Weiterführung der Lektüre (z.B. Cicero, Ovid) ist bei ausreichender Leistung am Ende der Einführungsphase (Jahrgang 11) das sog. „Latinum“ erreicht.

Die Lektürephase in der Qualifikationsphase (12./13. Jgst.) wird durch die für das Zentralabitur relevanten Leitthemen bestimmt.

Am Ende der 12. Jgst. erhält der Schüler bei ausreichender Leistungsbewertung das „Große Latinum“ bescheinigt.

2. Latein als zweite Pflichtfremdsprache oder als dritte bzw. vierte Wahlsprache ab Klasse 10

Bei einer ausreichend großen Nachfrage von Schülern, die z. B. von der Realschule oder Oberschule an das Georgianum wechseln oder in Klasse 6 mit Französisch bzw. Spanisch begonnen haben, nach Klasse 10 aber die Sprache wechseln möchten, besteht die Möglichkeit, dass mit Beginn des 11. Jahrgangs Latein erlernt werden kann. Dadurch können diese Schüler ihre Verpflichtung für eine zweite Fremdsprache erfüllen. Die Schüler haben mitunter auch die Möglichkeit, Latein als dritte bzw. vierte Wahlsprache hinzuzunehmen. Der dreijährige Kurs schließt bei ausreichender Leistung mit dem Erwerb des „Kleinen Latinums“ ab. Wenn Latein als viertes Prüfungsfach oder als ergänzende Prüfung gewählt und erfolgreich, d. h. mit mindestens 05 Punkten, bestanden wird, wird das „Latinum“ erworben.

Als Lehrbuch ist „Cursus Brevis“ (Buchner-Verlag) eingeführt, das in verkürzter Form nach 1,5 Jahren den Schüler befähigt, in eine vereinfachte Originallektüre einzutreten.

In den letzten drei Kurshalbjahren vor dem Abitur sind die Leitthemen maßgebend, die für das Zentralabitur vorgegeben sind.

Unterrichtsgestaltung

Der Unterricht umfasst – wie in Französisch und Spanisch – von Klasse 6 bis zum Jahrgang 13 drei (Jahrgang 10 und 11) bzw. vier Unterrichtsstunden pro Woche, die sich in der Regel in der Sekundarstufe I in eine Doppelstunde und zwei Einzelstunden bzw. in der Qualifikationsphase in zwei Doppelstunden unterteilen. Anders als in den modernen Fremdsprachen ist die Unterrichtssprache fast immer Deutsch. Es stehen lateinische Texte im Mittelpunkt, anhand derer einerseits die Sprache erlernt wird, andererseits aber auch vielfältige Themen der Antike oder des Mittelalters dargestellt werden. Die Texte lehnen sich an Originaltexte an, bis sie nach Abschluss der Spracherwerbsphase komplett durch diese ersetzt werden.

Während in der Spracherwerbsphase Grammatikübungen unterschiedlichster Art, z. T. in spielerischer Form z.B. mit LÜK-Kästen, der Übung und Festigung neuer Grammatik dienen, rückt in der Lektürephase neben der Übersetzung die Interpretation in den Vordergrund.

Hausaufgaben, die regelmäßig gestellt werden, dienen der Vorbereitung bzw. Nachbereitung des Unterrichts und sind insofern in diesen integriert. Außerdem werden durch die Hausaufgaben der Wortschatz erweitert, erlernte Grammatikkenntnisse gefestigt und insbesondere Texterschließungs- und Interpretationskompetenzen eingeübt.

In der Klasse 10 kaufen sich die Schüler die „Latein Grammatik. Pocket Teacher“ von Roland Granobs und Jürgen Reinsbach aus dem Cornelsen-Verlag.

Mit Beginn der Lektürephase wird nach einer Einführung in das Wörterbuch mit diesem gearbeitet. Die Fachkonferenz Latein hat sich für das Pons Schülerwörterbuch Latein entschieden, das zurzeit zum Teil noch in der gedruckten Fassung verwendet wird. Ab dem Schuljahr 2016/2017 arbeiten die Schüler mit dem elektronischen Wörterbuch der Firma Casio (EW G560C), auf dem sich das oben genannte Wörterbuch neben einem englischen, französischen, spanischen Wörterbuch sowie einem Rechtschreib- und Fremdwörterduden befindet. Nach Beschluss der beteiligten Fachkonferenzen erwerben die Schüler bzw. deren Eltern das elektronische Wörterbuch in der achten Klasse.

Leistungsbewertung

Die Leistungsbewertung ergibt sich aus einem schriftlichen und einem mündlichen Anteil zu jeweils 50 %. Während in der Klasse 6 fünf Klassenarbeiten geschrieben werden, sind dies in den Klassen 7 bis 10 jeweils vier pro Schuljahr. Die Arbeiten enthalten jeweils einen längeren Übersetzungsteil, der sich inhaltlich auf das zuletzt im Unterricht behandelte Thema bezieht, und weitere Aufgaben, die Texterschließungsmethoden, Grammatikübungen, Sachwissen u.a. umfassen können. Die mündliche Note ergibt sich aus der mündlichen Mitarbeit, Ergebnissen von Partner- bzw. Gruppenarbeiten, Hausaufgaben, Vokabeltests, evtl. Berichtigungen, evtl. Heftführung, evtl. einem Referat.

In der Einführungsphase schreiben nur die Schüler, die mit Latein neu beginnen, vier Klausuren; bei den anderen ist die Klausurenanzahl auf drei reduziert. In der Qualifikationsphase werden zwei Klausuren pro Schuljahr geschrieben. Wenn lediglich eine Klausur pro Semester geschrieben wird, geht deren Note zu 40 % in die Kursendnote ein. Handelt es sich dabei aber um eine vier- oder sechsstündige Klausur, wird das Schriftliche wie sonst auch üblich zu 50 % gewichtet. Die Klausurdauer hängt davon ab, als welches Prüfungsfach der Schüler Latein gewählt hat.

Diese Leistungsbewertung basiert auf der Grundlage des KC I und des KC II für Latein sowie den Beschlüssen der Fachkonferenzen u.a. vom 9.6.2009 und 15.7.2014.

Außerschulische Lernorte

Um das Fortleben der lateinischen Sprache und der antiken Kultur den Schülern zu vermitteln, werden z.B. lateinische Inschriften vor Ort oder auf näher gelegenen Ausflugszielen wie Münster oder Osnabrück aufgesucht, gelesen und entschlüsselt. Ebenso wird das Leben römischer Legionäre bei einem Besuch in Kalkriese erfahrbar gemacht.

Eine Kursfahrt nach Rom wird zudem immer wieder in der Oberstufe angeboten.

Das Fach wird unterrichtet von: OStR’ Edeler, StR’ Hörnig, StR’ Kamps, StRef Kappernagel, StR Koch, StR Kuhnert, OStR’ Seele-Berndt, StR’ Stolte, StD Wenisch.

Fachobfrau: OStR’ Seele-Berndt

(Stand 15.8.2018)