Das Ende des Zweiten Weltkriegs lässt die jüdische Gemeinschaft mit dem Trauma der Shoa zurück, das alle nachfolgenden Generationen beeinflussen wird. Wir vom Seminarfach „80 Jahre danach – mit Geschichte für Demokratie“ haben uns in unserem Podcast die Frage gestellt, wie Jüdinnen und Juden in unserer Region heute mit der Erinnerung an der Shoa umgehen, wie sie ihre Lage in der unserer Gesellschaft sehen und wie sie sich bezüglich der weltweiten antisemitischen Konflikte und Taten fühlen.
Dazu haben wir wichtige Personen vor allem von regionalen Institutionen interviewt, und zwar: Herrn Grünberg, den Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde Osnabrück, Frau Spiegelberg und Herrn Hüsken von der Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim sowie Herrn Wolski-Prenger von Forum Juden-Christen, einem eingetragenen Verein für die christlich-jüdische Zusammenarbeit.



Durch die Arbeit an unserem Thema „Jüdisches Leben Heute“ haben wir viele neue Einblicke in die Situation von Jüdinnen und Juden in Deutschland gewonnen. Besonders deutlich wurde dabei, wie vielfältig jüdisches Leben heute ist; es war aber auch überraschend, wie mit wenigen weit verstreuten Mitgliedern ein Gemeindeleben aufrechterhalten werden kann und wie diese starke Vernetzung die Identität unserer jüdischen Mitbürger prägt.
Wir haben erfahren, dass es DEN deutschen jüdischen Glaubens so gar nicht gibt. Gerade die Gespräche mit Herrn Grünberg und Herrn Wolski-Prenger haben uns gezeigt, wie unterschiedlich der jüdische Glaube in Deutschland gelebt wird.
Als besonders beeindruckend lässt sich der neue Erfahrungsraum nennen. Wir erhielten Einblicke aus drei spannenden Perspektiven, die sich ohne dieses Projekt nicht ergeben hätten. Auch die tiefer gehenden Erläuterungen zu der Entstehung des Antisemitismus und der Wandel zu heutigen Formen und damit einhergehende Gefahren für jüdisches Leben waren sehr eindrucksvoll und erschreckend zugleich.
Diese Auseinandersetzung mit jüdischem Leben in der Bundesrepublik halten wir für sehr wichtig, da sie hilft, Vorurteile abzubauen, Verständnis zu fördern und die Werte von Gleichheit, Menschlichkeit und Demokratie bewusst zu stärken. Unsere Auseinandersetzung war eine bereichernde Erfahrung für uns, die gezeigt hat, wie wichtig Erinnerungsarbeit, Dialog und aktives Zuhören für unsere Gesellschaft sind.
Antisemitismus kann nur durch Bildung und Aufklärung überwunden werden. Insofern halten wir die tiefer gehende Beschäftigung mit dem Thema – auch und besonders in Schulen – für dringend geboten und äußerst notwendig. Dazu können Podcasts wie dieser sicherlich einen Beitrag leisten, wenn sie selbst zur kritischen Hinterfragung anregen. So ist es am Ende Aufgabe und Auftrag für uns alle, respektvoll und tolerant miteinander umzugehen und Prävention zu betreiben, um dem Antisemitismus entgegenzuwirken und so Diskriminierung zu verhindern. Denn – wie Herr Grünberg – es richtig betont und für uns Schüler und Mitbürger eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein sollte, nein muss: Ich bin genauso Deutscher wie du
Wir danken unseren Gesprächspartnern herzlich für ihre Offenheit und Bereitschaft, unsere Fragen zu beantworten. Wir danken der Ems-Vechte-Welle für ihre professionelle technische Unterstützung.
Text: Schüler:innen des Seminarfachs, Fotos: Stefan Roters.









