Kategorie-Archiv: Presseberichte

Lingen macht Party, und das Wetter feiert mit

Altstadtfest mit viel Musik und der Familientag am Sonntag locken Tausende in die Innenstadt

Das 39. Altstadtfest in Lingen hat am Wochenende bei traumhaftem Spätsommerwetter Zigtausende aus nah und fern angelockt, um auf dem Marktplatz und den umliegenden Plätzen ausgiebig zu feiern.

So, wie es sich Jan Koormann von der Geschäftsführung Lingen Wirtschaft + Tourismus (LWT) gewünscht hatte: „Gutes Wetter, gute Laune und Stimmung, sehr viele Besucher und dass alles positiv verläuft“, blieb es während der drei Tage und Abende. Zwei treffsichere Schläge brauchte Oberbürgermeister Dieter Krone beim Fassanstich, und alles lief nach der offiziellen Eröffnung.

„Es ist für mich eine ganz besondere Ehre, so etwas tun zu dürfen. Wenn ich in die Runde schaue, das fantastische Riesenrad sehe, dann freue ich mich auf das traditionelle Altstadtfest und darauf, was hier auf den verschiedenen Plätzen und in den Straßen geboten wird“, sagte der sichtlich gut aufgelegte Oberbürgermeister, trank auf das Wohl der kommenden drei Tage und wünschte allen viel Spaß und Vergnügen.

Vor dem Alten Rathaus intonierte die Band „Sonic & Smoke“ den Tina-Turner-Hit „Simply the best“, der als Leitsong über dem Altstadtfest schwebte und die Grundidee untermauerte: Einfach das Beste. Dank guter Vorbereitung, Organisation und breiter Unterstützung konnten die Besucher aus nah und fern die unterschiedlichsten Veranstaltungen so genießen, wie sie es sich gewünscht hatten.

Ob auf dem Marktplatz, am Pulverturm, dem Universitätsplatz, im Amtsgerichtshof, am Pferdemarkt und am Neuen Rathaus: Bereits der Freitagabend und vor allem der bestens besuchte Samstagabend war für die meisten pure Lebensfreude. Familien, Freunde und größere Gruppen genossen die Atmosphäre, hörten ihre Musik an sechs Bühnen, fühlen sich wohl. „Hier treffen wir Leute, die wir oft das ganze Jahr nicht gesehen haben“, erzählen Claudia und Martin und wollen sich im Riesenrad das erleuchtete Lingen bei Nacht anschauen.

Am Freitagabend sind die zahlreichen Besucher im Amtsgerichtshof von School-Stage mit den Bands Relics, Georgie’s Groove Orchestra vom Georgianum und Francis’ Finest vom Franziskusgymnasium begeistert. Tobias Bako hat die „alten Hasen“ wieder mit auf der Bühne, bedankt sich bei den Kivelingen für die „tolle Idee und Umsetzung“, dass drei Schulbands nacheinander auftreten können. […]

Lingener Tagespost vom 23.09.2019 (gekürzt)

Europa ist am Georgianum wichtiges Thema 

Zweijähriges Projekt Heimatkunde 2.0 beendet / Gymnasium ist eine von zehn Europaschulen im Emsland

Der Abschluss des zweijährigen Erasmus+-Projektes „Heimatkunde 2.0 – von der Heimat digital erzählen“ sowie die Rezertifizierung als Europaschule ist am Freitag am Gymnasium Georgianum mit mehreren Ehrengästen gefeiert worden. Foto: Carsten van Bevern

LingenMit Partnerschulen in Italien und Ungarn hat sich das Georgianum seit 2017 am Erasmus+-Projekt „Heimatkunde 2.0 – von der Heimat digital erzählen“ beteiligt. Nach dem offiziellen Projektende bleibt Europa aber ein wichtiges Thema, ist das Gymnasium doch weiter eine von zehn Europaschulen im Emsland.

„Trotz aller Sprachbarrieren haben wir schnell gemerkt, wie viele Gemeinsamkeiten wir doch haben. Und man kann nicht über andere Menschen und Länder urteilen, ohne dort gewesen zu sein und sich kennengelernt zu haben. Am besten nicht nur im Urlaub, sondern direkt bei einheimischen Familien.“ Die Zwölftklässlerin Clara Wusterack hat schon mehrere derartige Erfahrungen sammeln können, war über das Jugendaustauschprogramm des Lingener Rotary-Clubs bereits in Zimbabwe und ist von dem nun abgeschlossenen Erasmus+-Projekt an ihrer Schule und den Kontakten zu Gleichaltrigen aus Italien und Ungarn begeistert.Filme und Interviews

Was ist meine Heimat? Wo habe ich meine Wurzeln? Wo bin ich zu Hause? Unter anderem diesen Fragen sind die Teilnehmer des Erasmus-Projektes „Heimatkunde 2.0 – von der Heimat digital erzählen“ vom Georgianum und Partnerschulen aus Lucca und Mezöberény seit 2017 nachgegangen. Die rund 120 Jugendlichen haben mit dem Smartphone Filme produziert, Flüchtlinge interviewt und im Ludwig-Windthorst-Haus bei einem Planspiel europapolitische Zusammenhänge kennengelernt.

Und sie haben ihre Partnerschulen besucht, haben dort in den Familien ihrer Mitschüler gelebt und so das alltägliche Leben in Ungarn und Italien kennengelernt und auch über das Projektende hinaus bestehende Freundschaften geschlossen. Auch die aktuelle Politik spielte dabei immer wieder eine Rolle. „In Ungarn wurde natürlich auch über die Flüchtlingsproblematik gesprochen – es gab Pro und Kontra. Auf jeden Fall ergab dies neue Perspektiven für die eigene Meinung“, erklärte die diesjährige Abiturientin Rebecca Rolfes, die bei der offiziellen Abschlussveranstaltung in der Aula als ehemalige Schülerin von ihren Erfahrungen berichtete.

„Weltoffenheit, Solidarität und Toleranz sind Werte, die wir an unserer Schule vermitteln und mit Leben füllen wollen“, erklärte Schulleiter Manfred Heuer, und so heißt es auch im Leitbild der Schule: „Die Pflege internationaler Kontakte und die vielfältige fremdsprachliche Bildung unserer Schülerinnen und Schüler nehmen einen hohen Stellenwert ein.“

Ein breites Fremdsprachenangebot, bilingualer Unterricht in immer mehr Fächern, Austauschprogramme und Projekte wie dieses gehörten daher laut Heuer zum selbstverständlichen Profil der Schule, die seit 2008 auch als eine von zehn Schulen im Emsland als Europaschule zertifiziert ist. Erst im Juni 2019 haben Heuer und der für diesen Bereich und auch das Projekt „Heimatkunde 2.0“ zuständige Lehrer Gerd Höckner in Osnabrück die Rezertifizierungsurkunde erhalten.Lob vom Abgeordneten

„Diese Rezertifizierung ist dabei kein Selbstläufer, sondern ein aufwendiges Verfahren mit einer kritischen Bestandsaufnahme. Sie zeigt aber den hohen Stellenwert dieser Auszeichnung für uns“, erklärte Heuer. Zudem sei die Schule aber auch Umweltschule, sportfreundliche Schule, Schule ohne Rassismus und jüngst erst als Humanitäre Schule ausgezeichnet worden.

Dies und auch die von den Schülern präsentierten Ergebnisse des Heimatkunde-Projektes freute auch den Ersten Kreisrat Martin Gehrenkamp als Vertreter des Schulträgers: „Dank dieses Engagements schafft es das Georgianum, Schüler verschiedener Nationen miteinander in Kontakt zu bringen. Das ist wichtig. Denn Frieden wächst, wenn fremde Menschen miteinander reden und dadurch Vertrauen aufbauen können.“

Lob gab es an diesem Tag auch vom für die Region zuständigen Europaabgeordneten Jens Gieseke: „Das sind tolle Auszeichnungen und engagierte Schüler an dieser Schule.“ Derartige Programme aus Austauschmöglichkeiten böten große Chancen für die heutige Jugend: „Und was bedeutet da der Brexit? Jugendliche aus Großbritannien werden künftig von diesen Möglichkeiten nicht mehr profitieren können.“

Dabei sei Erasmus+ ein erfolgreiches Programm, für welches von 2014 bis 2020 insgesamt 14,7 Milliarden Euro zur Verfügung standen und stehen. „Künftig soll für diesen Bereich noch mehr Geld zur Verfügung gestellt werden. Natürlich unter dem Vorbehalt, wie der Haushalt nach dem Brexit aussehen wird“, erklärte Gieseke.

Unabhängig von der Größe des Geldbeutels

In Vielfalt geeint: Der Leitspruch der Europäischen Union verdeutlicht, dass jede Kultur, jede Tradition und jede Sprache eine Bereicherung und wichtiger Teil einer europäischen Identität ist.

Diese Vielfalt auch kennenlernen zu können – nicht nur aus Büchern, sondern real bei Austauschprogrammen, beim Wohnen in Gastfamilien, beim Studieren an fernen Hochschulen oder bei handwerklichen Praktika – ermöglicht seit vielen Jahren unter anderem das Erasmus-Programm. Und zwar unabhängig von der Größe des Geldbeutels der Teilnehmer oder deren Eltern.

Dieses Programm hat damit einen guten Anteil daran, dass zumindest die meisten Menschen in Europa seit beinahe 75 Jahren in Frieden leben können. Denn Menschen, die sich kennen und Verständnis für Besonderheiten ihrer Nachbarn haben, treten sich seltener feindselig gegenüber.

Von daher ist es gut, wenn nicht nur die zehn Europaschulen im Emsland dieses Programm ebenfalls nutzen und den Bewerbungsaufwand nicht scheuen. Neben Schülern, Lehrern und Eltern profitiert davon die ganze Gesellschaft. Wichtig in einer Zeit, in der jeden Tag deutlicher wird, das selbst der europäische Gedanke ein durchaus fragiles Gebilde ist und derzeit in zumindest einigen Ländern Populismus und Ausgrenzung auf fruchtbaren Boden fallen.

Lingener Tagespost vom 31.08.2019

Zeugnisübergabe in Lingen: Georgianer machen sich „Mit Abiletten auf einen neuen Weg“

Der Abi-Jahrgang 2019 des Georgianums. Foto: Johannes Franke

106 Georgianer haben während der Entlassungsfeier in der Aula des Gymnasiums Georgianum ihre Abiturzeugnisse erhalten.

„Sie und Ihre Eltern konnten damals noch nicht ahnen, dass Sie einmal die letzten G8er in Niedersachsen sein werden“, sagte Schulleiter Manfred Heuer. In seiner Festrede verdeutlichte er die großen Herausforderungen und ging vor allem auf den „anspruchsvollen und oft belastenden Weg der Schüler bis zum Abitur“ ein, um nun zurecht mit Stolz den „Schein der Weisen“ entgegennehmen zu dürfen.

Der Abiturjahrgang 2019 am Georgianum
Dieser besondere Jahrgang habe das Schulleben an ganz vielen Stellen mitgeprägt und dem Kollegium sehr viel zurückgegeben. Heuer verwies auch auf die augenblicklichen Aktivitäten, nannte sie „die Kraft der Visionen“. Beifall von Schülern, Eltern, Verwandten, Lehrern erhielt die „Europaschule“, die sich den Zukunftsfragen von Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung“ widme.

Heuer dankte allen für die Erziehung zu „verantwortungsbewusst handelnden Staatsbürgern.“ Getreu dem Motto gab er ihnen mit auf den Weg, „zur jeweiligen Situation immer das passende Schuhwerk zu tragen“ und solche „Originale“ zu bleiben, „als die wir Sie kennengelernt haben“.

Elternsprecher zollt Schule Respekt
Ralf Brüthöfner dankte als Sprecher der Elternschaft dem Kollegium, „denn Sie haben einen immensen Anteil daran, dass diese jungen Menschen – unsere Kinder – sich so eindrucksvoll entwickelt haben“. Er zollte der Schule „großen Respekt, denn Sie erfüllen eine der wichtigsten Aufgaben in unserer Gesellschaft“. Benjamin Franklin zitieren appellierte er: „Eine Investition in Wissen bringt immer noch die beste Verzinsung“, und verwies auf lebenslanges Lernen.

Beeindruckend die Rede des Sprechers der Abiturienten, Florian Eckart, der ausdrücklich das „Wir-Gefühl“, die gewachsene, starke „Verbundenheit und Identifikation zum und mit dem Georgianum“ herausstellte.

Ehrungen: (von links) Schulleiter Manfred Heuer, Patricia Uchtmann, Kim Kemmer, Golnaz Alamdarie, Elmedin Martinaj, Annika Thiel und Oberstufenkoordinator Michael Völpel. Foto: Johannes Franke

Patricia Uchtmann gratulierte als Vorstandsmitglied des Fördervereins Golnaz Alamdarie und Kim Kemmer, die ihr Abitur mit der Gesamtnote 1,2 ablegten. Für ihr besonderes schulisches Engagement ehrte sie Annika Thiel und Elmedin Martinaj.

Musikalisch umrahmt wurde die Entlassungsfeier vom Streicher- und Jugendchor Emsland den Alexander Neubauer dirigierte.

Text: Johannes Franke

https://www.noz.de/lokales/lingen/artikel/1790078/georgianer-machen-sich-mit-abiletten-auf-einen-neuen-weg; 28.06.2019

Fotos: Johannes Franke

Impressionen von der Abiturentlassungsfeier

Fotos: Stefan Koch

Spendensammlung während des Abiturgottesdienstes

Michel Börner, Tim Gebbe und Annika Thiel (v. li.) halten den Scheck für die DKMS

Die Spende wurde während des Abiturgottesdienstes gesammelt und beträgt insgesamt 810,39 Euro. Das Geld kommt der DKMS zugute, die Stammzellspenden an Patienten vermittelt, die an Blutkrebs erkrankt sind.

Text: Annika Thiel

Die Mischung macht’s: Wenn das Lingener Männerquartett auf Georgie’s Groove Orchestra trifft

Das Lingener Männerquartett und Georgie's Groove Orchestra gaben ein gemeinsames Konzert im Gymnasium Georgianum Lingen: "Die Mischung macht's!" Foto: Sebastian von MelleDas Lingener Männerquartett und Georgie’s Groove Orchestra gaben ein gemeinsames Konzert im Gymnasium Georgianum Lingen: „Die Mischung macht’s!“ Foto: Sebastian von Melle

„Die Mischung macht’s!“ Unter diesem Motto gaben das Lingener Männerquartett (LMQ) und Georgie’s Groove Orchestra (GGO) ein überzeugendes Konzert im Gymnasium Georgianum in Lingen.

Manfred Heuers Augen leuchteten. Gerade war der Kennenlernvormittag der künftigen fünften Klassen vorbei, und schon wieder füllten Alt und Jung die große Aula seiner Schule. Der Rektor des Georgianums begrüßte weit mehr als 100 Gäste zum gemeinsamen Konzert der alten Herren und der jungen Hüpfer.

Das Lingener Männerquartett wird von einer charmanten Frau geleitet: Eline Harbers. Foto: Sebastian von Melle

Es begann „An einem Tag im Frühling“ mit charmanten Soli der Altistin und Leiterin des LMQ, Eline Harbers. Auch „Das Meer“ und „Ich wollte wie Orpheus singen“ kamen gut artikuliert und sauber intoniert daher dank ihrer vokalistischen Animation und der einfühlsamen Klavierbegleitung des Arrangeurs Peter Nijland. Der Chorsänger Rolf Krebber sorgte für eine rheinisch-sympathische Moderation, in der er den Generationen verbindenden Charakter des Konzerts betonte. „Hier sitzt der Opa im Publikum, und Vater und Sohn stehen auf der Bühne“, freute sich Krebber.

Den jungen Leuten gratulierte er zu den Fridays-for-Future-Protesten: „Wir 68er sind jetzt alt geworden, aber auch wir haben gegen Wettrüsten und Atomkraft demonstriert.“ Passend dazu erklang angemessen ernst der Klassiker der Friedensbewegung, „Sag mir, wo die Blumen sind“ mit energischer Steigerung, schönem Intermezzo und ruhigem Schluss. Sehr fein.

Rolf Krebber führte sympathisch durch den Abend. Foto: Sebastian von Melle

Wie am Schnürchen gelangen mehrere Wechsel zwischen LMQ und GGO. Jeder wusste, wo sein Platz war (auch Maximilian und die Technik-AG), und dies wurde durch kluge, wertschätzende Moderation aufgelockert. „Jugendliche sind in vielen Dingen den Älteren voraus, wir können voneinander lernen“, so Rolf Krebber. „Walking on Sunshine“, „Price Tag“, „Narcotic“ und „Valerie“ waren die ersten vier Nummern der Musiker um Tobias Bako. Seinen kleinen Sohn Michel holte der Musiklehrer kurzerhand auf die Bühne, was dieser sichtlich genoss. „Er singt auch gern, aber momentan läuft es immer auf ‚Heidi‘ hinaus“, so Bako.

Der Leiter von Georgie’s Groove Orchestra: Tobias Bako… Foto: Sebastian von Melle

… und sein musikbegeisterter kleiner Sohn. Foto: Sebastian von Melle

Auf „Ob-La-Di, Ob-La-Da“ lief das passable Solo von Manfred Heuer hinaus, von Chor und Band gemeinsam gestaltet wie auch der Evergreen „Mit 66 Jahren“.

Das Lingener Männerquartett und Georgie’s Groove Orchestra gaben ein gemeinsames Konzert im Gymnasium Georgianum Lingen. Dessen Rektor Manfred Heuer gab ein überzeugendes Gesangssolo. Foto: Sebastian von Melle

Das Lingener Männerquartett und Georgie’s Groove Orchestra gaben ein gemeinsames Konzert im Gymnasium Georgianum Lingen. Dessen Rektor Manfred Heuer gab ein überzeugendes Gesangssolo. Foto: Sebastian von Melle

Nach der Pause erklangen „Conquest of Paradise“, passend zu den orangefarbenen Krawatten „Aan de Amsterdamse grachten“, „Solang man Träume noch leben kann“ und „Eviva Espana“. Hier kam das Motto „Die Mischung macht’s“ zum Tragen, denn die älteren im Saal klatschten kräftig auf Eins und Drei, die Jugend auf Zwei und Vier, ein wunderbarer Rhythmus-Mix. Tobias Bako erwähnte Fahrten des GGO nach Elbeuf-sur-Seine und begrüßte seine dortige Gastmutter Michelle Lejeune. Aktive und ehemalige, jüngere und ältere GGO-Mitglieder wechselten sich am Mikrofon ab. Eine starke Bläsergruppe, Gitarren, Klavier und ein frisch vom Schützenfest eingeflogener Drummer: 25 Beispiele musikalischer Partizipation.

Foto: Sebastian von Melle

Ausgeschlafenes Gitarrensolo

„Jolene“, „Sunny“, „House of Gold“ und „I Will Survive“ waren die GGO-Hits im zweiten Teil, bevor Alt und Jung gemeinsam mit „It’s Now or Never“ und „Happy“ den Sack zumachten. Als Zugabe Neil Youngs „Rockin‘ in the Free World“ mit einem ausgeschlafenen Gitarrensolo von Mo Eckholt, und schon schmeckte die Grillwurst.

Die Bläsergruppe von Georgie’s Groove Orchestra. Foto: Sebastian von Melle

https://www.noz.de/lokales/lingen/artikel/1775637/wenn-das-lingener-maennerquartett-auf-georgies-groove-orchestra-trifft; 17.06.2019

Pop und Klassik beim Sommerkonzert: Schüler des Lingener Georgianums „spielen“ mit dem Geld des Fördervereins

Das große Finale: Musiklehrer Alexander Neubauer dirigiert den Schluss-Song „Shotgun“, zu dem sich fast alle Mitwirkenden auf der erweiterten Bühne versammelt haben. Foto: Johannes Franke

Lingen. Ein festliches Sommerkonzert unter dem Motto „Music made us all unite“ zum 50-jährigen Jubiläum des Fördervereins hat am Donnerstagabend in der vollbesetzten Aula des Lingener Gymnasiums Georgianum stattgefunden.

1969 gegründet, gehört der Förderverein zu den ältesten in Deutschland. In der umfangreichen Chronik ist nachzulesen, wofür die Mitgliedsbeiträge verwendet wurden. Das Ziel bestand darin, „Lehrkräfte nach Lingen zu locken, denn es herrschte Lehrermangel“, berichtete der Vorsitzende Karl-Heinz Vehring, der Eltern, Lehrer Schüler und Ehemalige auch in Namen von Schulleiter Manfred Heuer begrüßt hatte.

In 50 Jahren sind durch Beiträge und Spenden 300.000 Euro der Schule zu Gute gekommen. „Die Musizierenden spielen mit Ihrem Geld“, formulierte der Vorsitzende doppeldeutig. Auf besonderen Wunsch der Schule hatte der Förderverein zuletzt eine für viele Fächer einsetzbare mobile Bühne mit 5000 Euro gefördert. Vehring dankte den mittlerweile 230 Mitgliedern, „die höchste Zahl seit Gründung“.

Mit „House of gold“ und dem Song „Price tag“ ergab sich für Bandleader Tobias Bako die Gelegenheit, dem Förderverein herzlichst zu danken: „Auf die Preisschilder, so die Übersetzung, haben Sie nicht immer geachtet, sondern uns Musiker großzügig unterstützt.“ Applaus erhält auch der Geschäftsführer der Lethmate-Stiftung, Christian Macke. Für etwa 5000 Euro konnte das Georgie’s Groove Orcestra (GGO) Ausstattung anschaffen, unter anderem das Schlagzeug, das bei diesem Sommerkonzert als „Schießbude“ erstmalig zum Einsatz kam.

Der Musik-Fachschaft ist es wichtig, dass die Schüler gemeinsam ihre Interessen und Stärken präsentieren. „Pop und Klassik schließen sich in dieser Programmabfolge überhaupt nicht aus“, betont Musiklehrer Alexander Neubauer. So war der erste Teil mit Gesang, Chormusik, Klavierbeiträgen  und unter Mitwirkung des Streicherchors, Jugendorchesters Emsland, der Streicherklasse sowie Streichquartett der Musikschule des Emslandes klassischer angelegt.

Die flotten Rhythmen „Samba De Janeiro“ der Klasse 7c bildeten vor der Pause die Klammer für den zweiten, populäreren Mitmachteil. Die ansehnliche Tanzchoreographie der 10 c hatte „Hand und Fuß“. Große Geschicklichkeit und Koordination bewies wieder die Cajon-AG unter Leitung von Peter Scholz. Die Nachwuchsband Relics überzeugte mit „Krieger des Lichts“ und „Zombie“. Ein facettenreiches Konzert endete mit dem gemeinsamen Song „Shotgun“.

In seiner Festrede gratulierte Landrat Reinhard Winter dem Förderverein, hob die geleistete Arbeit des Vereins und der Schule hervor. „Sie können stolz sein“, dankte er für das gemeinsame Wirken und wünschte weiterhin einen „beschwingten und mitreißenden Verlauf“.

Text: Johannes Franke

https://www.noz.de/lokales/lingen/artikel/1768651/schueler-des-lingener-georgianums-spielen-mit-dem-geld-des-foerdervereins; 12.06.2019

„Die Mischung macht’s“: Lingener Männerquartett tritt mit Georgie’s Groove Orchestra auf

Das Lingener Männerquartett gibt sein Jahreskonzert in diesem Sommer in der Aula des Georgianums. Mit dabei ist auch Georgie’s Groove Orchestra. Foto: Lingener Männerquartett

Lingen. Das Lingener Männerquartett (LMQ) plant einen flotten Start in den Sommer mit seinem Jahreskonzert. Am 15. Juni erwartet die Zuhörer um 17 Uhr in der Aula des Gymnasium Georgianum in Lingen, Kardinal-von-Galen Straße ein abwechslungsreiches und flottes musikalisches Programm. Auch Georgie’s Groove Orchestra wird auf der Bühne stehen.

Dazu haben die Sänger des LMQ neue Songs, die vom Pianisten Peter Nijland arrangiert wurden, unter der Regie von Chorleiterin Eline Harbers einstudiert.

Wenn die Sänger schon in der Aula des Georgianums auftreten, was liegt da näher, als mit Georgie’s Groove Orchestra (GGO) unter der Leitung von Tobias Bako die ausgesprochen musikalischen Hausherren in das Jahreskonzert des LMQ einzubinden? Damit wiederholen das LMQ und das GGO ihre musikalische Zusammenarbeit, die bereits 2015 die Zuhörer begeisterte und nachhaltig in Erinnerung geblieben ist. So lautet das Motto des Konzerts nicht zufällig: „Die Mischung macht’s!“

Die beiden so unterschiedlichen Ensembles werden Songs diverser Stilrichtungen und Epochen präsentieren von Udo Jürgens über Elvis Presley, Bob Dylan, Reinhard Mey bis Katrina & The Waves  – eine bunte Mischung eben.

„Wir freuen uns auf dieses erneute gemeinsame Musizieren mit Georgie’s Groove Orchestra und sind uns sicher, dass wir mit unserem bunten Programm eine breite Zuhörerschaft aus allen Altersgruppen mit unterschiedlichem musikalischen Geschmack ansprechen werden“, wird der Vorsitzende des LMQ Uwe Siebert in einer Pressemitteilung zitiert. „Beim anschließenden Grillen gibt es dann sicher Gelegenheit zum regen Austausch“, ergänzt Schulleiter Manfred Heuer.

Karten gibt es für 12 Euro (Schüler und Studenten: 8 Euro im Vorverkauf bei der Tourist Info Lingen, Tel.: 059191 44144.

https://www.noz.de/lokales/lingen/artikel/1755405/lingener-maennerquartett-tritt-mit-georgie-s-groove-orchestra-auf; 5.6.2019

#fridaysforfuture: 400 Schüler demonstrieren in Lingen gegen Klimawandel und Umweltverschmutzung

Rund 400 Schüler haben auf dem Lingener Marktplatz gegen Klimawandel und Umweltverschmutzung protestiert. Foto: Wilfried Roggendorf

Lingen. Die Bewegung #fridaysforfuture, bei der Schüler während der Unterrichtszeit gegen Klimawandel und Umweltverschmutzung demonstrieren, hat auch Lingen erreicht. Am Freitagvormittag versammelten sich rund 400 junge Leute auf dem Marktplatz und setzten sich lautstark für eine bessere Umwelt ein.

„Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“, rufen die jungen Demonstranten. Jetzt müsse in Sachen Klimawandel gehandelt werden, denn „es ist NOCH nicht zu spät“, wie es auf einem Plakat zu lesen ist. Auf die Verschmutzung der Weltmeere mit Mikroplastik macht ein anderes Schild aufmerksam: „Früher war der Fisch in der Packung, heute ist die Verpackung im Fisch.“ Anfangs können sich die Sprechchöre, die von einigen vor dem historischen Rathaus stehenden Schülerinnen angestimmt werden, noch nicht so recht durchsetzen. „Wir bräuchten ein Megafon“, stellt Amelie fest. Doch als sich die Gruppe mitten in die Schar der Demonstranten begibt, stimmen deutlich mehr Schüler in die Sprechchöre ein.

Auch starker Nieselregen hielt rund 400 Schüler nicht davon ab, auf dem Lingener Marktplatz gegen Klimawandel und Umweltverschmutzung zu protestieren. Foto: Wilfried Roggendorf

Für die 15-jährige Amelie sind Klimawandel und Umweltverschmutzung wichtige Themen. Deshalb nimmt sie an der Demonstration der Schüler teil. „Jeder einzelne, der teilnimmt, bewirkt etwas“, sagt die Schülerin des Gymnasiums Georgianum. Wenn sich jemand bei diesen Themen enthalte, sei dies leider auch eine Entscheidung. Unter ihnen ist auch der 14-jährige Lennart. „Ich möchte etwas verändern“, erklärt er. Und Lennart ist sich sicher: „Wenn das viele wollen, wird sich etwas ändern.“ E rfände es besser, wenn auch Lehrer und Eltern sich an der Demonstration beteiligen würden. Doch von diesen ist am Freitag auf dem Lingener Marktplatz nichts zu sehen.

Schulleiter Heuer: Können das als Schule akzeptieren
Sanktionen, weil sie statt im Unterricht zu sitzen auf dem Marktplatz demonstrieren, müssen Amelie, Lennart und die anderen Gymnasiasten nicht fürchten. „Die Schüler wissen, dass sie nicht beurlaubt sind und das es eine Schulpflicht gibt“, erklärt Manfred Heuer, Schulleiter des Gymnasiums Georgianum. Aber die Schüler hätten abgewägt und entschieden, dass ihnen das Anliegen der Demonstration wichtiger sei. „Wenn wir diesen Abwägungspozess erleben und sehen, dass sich die Schüler ernsthaft mit diesen Fragen befassen und nach ihrem Wertegefüge entscheiden, können wir das als Schule akzeptieren“, sagt Heuer. Daher würden die Schüler für die einmalige Teilnahme nicht sanktioniert. „Wir wollen schließlich junge Menschen heranziehen, die ihrer Verantwortung gerecht werden“, erklärt Heuer.

Schulleiter Klumparendt: Aussage von Lindner nicht hinnehmbar
Ähnlich sieht dies Heuers Kollege Heinz-Michael Klumparendt vom Franziskusgymnasium. Die beiden Schulleiter haben sich im Vorfeld abgestimmt.“ Das unentschuldigte Fehlen nicht zu sanktionieren, hat auch damit zu tun, dass das Anliegen sinnstiftend ist“, erklärt Klumparendt.“ Er sehe durchaus eine Berechtigung, auf die Problematik des Klimawandels hinzuweisen. Für Klumparendt ist die Aussage des FDP-Vorsitzenden Christian Lindner, Klimaschutz „sei eine Sache für Profis und nicht für Kinder“, so nicht hinnehmbar.

Rund 400 Schüler haben auf dem Lingener Marktplatz gegen Klimawandel und Umweltverschmutzung protestiert. Ob es nächsten Freitag weitere Proteste geben wird, ist noch offen. Foto: Wilfried Roggendorf

Wie es in Lingen mit den auf die 16-jährige Schwedin Greta Thunberg zurückgehenden Aktionen #fridaysforfuture weitergehen wird, ist offen. Amelie und Lennart fänden es gut, wenn die Demonstrationen jeden Freitag stattfinden würden. „Wir können das in der Folgezeit nicht hinnehmen“, erklärt Klumparendt. Deshalb möchte er Anfang der nächsten Woche das Gespräch mit der Schülervertretung suchen. Heuer geht von einer einmaligen Aktion aus: „Wenn das öfter stattfindet, müssen wir miteinander reden“, kündigt auch er das Gespräch an.

Einige Papenburger Schüler bei Demo in Leer
Theo Hockmann, Schulleiter des Gymnasiums Papenburg, sagte, dass „einige Schüler heute nicht erschienen sind“. Vermutlich seien diese zur Demonstration nach Leer gefahren. Genaue Zahlen konnte er nicht nennen. Im Vorfeld sei eine Gruppe von Schülern bei ihm vorstellig geworden. Man habe sie darüber aufgeklärt, dass es sich rechtlich gesehen um unentschuldigte Fehlstunden handele. „Aber es wird jetzt nicht zu irgendwelchen Konferenzen kommen“, meinte Hockmann. „Von der Schülervertretung haben wir offiziell keine Meldung erhalten. Die Aktion läuft eher dezentral“, erklärte er. Ähnlich äußerte man sich beim Mariengymnasium Papenburg. Vereinzelt werde die Aktion von Schülerinnen unterstützt, genaue Zahlen lagen der Schule jedoch nicht vor.

Keine Beteiligung von Schülern aus Meppen
Vom Windthorst-Gymnasium in Meppen sollen keine Schüler zu den Demonstrationen gefahren sein, teilte Schulleiterin Daniela Brüsse-Haustein auf Nachfrage unserer Redaktion mit. Trotzdem sei das Thema bei den Schülern präsent und man diskutiere auch im Unterricht über die Aktion und die Forderungen. Peter Diekmann, Leiter der Berufsbildenden Schule Meppen, weiß ebenfalls von keinen Schülern, die dem Unterricht ferngeblieben und stattdessen demonstrieren gegangen sind. Trotzdem lobt er, dass sich junge Menschen wieder engagierten und für ihre Meinung auf die Straße gingen. Harte Sanktionen für Schüler, die statt zur Schule auf die Straßen gingen, hält er ebenfalls für nicht zielführend. Als Berufsschule bevorzuge man immer pragmatisch-pädagogische Ansätze. Am Gymnasium in Haren haben die Schüler sich bereits vor zwei Wochen mit Schulleiter Michael Heuking an einen Tisch gesetzt. „Wir wollen eigene Projekte planen für den Klimaschutz. Wir haben nun ein Konzept entwickelt, um auch hier in Haren ein Zeichen zu setzten. Somit gab es auch kein Problem mit dem Schulrecht, denn hier blieb kein Schüler fern“.

Text: Wilfried Roggendorf, Micha Lemme, Harry de Winter und Ina Wemhöhner

Lingener Tagespost vom 15. März 2019

Mathe-Olympiade in Göttingen: Jaira Hibbel aus Lingen Zweite bei Mathe-Olympiade

Jaira Hibbel (links) und Imke Claußen belegten bei der Mathe-Olympiade in Göttingen jeweils einen zweiten Platz. Foto: Stiftung Niedersachsen Metall

Göttingen. Olympisches Flair herrschte mitten in Göttingen: Rund 200 niedersächsische Schüler der Jahrgangsstufen 5 bis 12 stellten ihr Können beim 58. Landesentscheid der Mathe-Olympiade unter Beweis.

In zwei vierstündigen Klausuren rechneten sich die Schüler mit logischem Denken, Kombinationsfähigkeit und kreativem Umgang mit mathematischen Methoden auf das Siegertreppchen. Aus dem Landkreis Emsland errangen die Fünftklässlerin Jaira Hibbel vom Gymnasium Georgianum Lingen und die Zehntklässlerin Imke Claußen vom Gymnasium Papenburg jeweils einen zweiten Preis. In der Gesamtwertung der erfolgreichsten Schulen konnte in diesem Jahr das Wilhelm-Gymnasium aus Braunschweig den Pokal mit nach Hause nehmen.

Begeisterung und Ehrgeiz

Wie schon in den vergangenen Jahren diente das Mathematische Institut der Georg-August-Universität Göttingen als Austragungsort für den geistigen Spitzensport. „Es ist immer wieder großartig, mit welcher Begeisterung und auch Ehrgeiz die Teilnehmer bei der Sache sind“, freut sich Inga Noack, Vorsitzende des Vereins „Mathematik-Olympiade in Niedersachsen“.

125.000 Schüler nehmen jährlich teil

Die Mathe-Olympiade ist ein jährlich bundesweit angebotener Wettbewerb, an dem mehr als 125.000 Schüler teilnehmen. Die finanzielle Unterstützung des Wettbewerbs in Niedersachsen sichert die Stiftung Niedersachsen Metall. „Wir wollen helfen, bei jungen Menschen Lust auf Mathematik und Naturwissenschaften zu wecken. Natürlich unterstützen wir sie auch, wenn die Begeisterung schon so hoch lodert wie hier“, zeigt sich Geschäftsführer Olaf Brandes von dem Elan und Ehrgeiz der Teilnehmer beeindruckt.

Viele gute Ideen für Mitmachaktionen

Fünfter „Tag des Sports“ in Niedersachsen: Abwechslungsreiches Programm am Sonntag am Georgianum in Lingen

Laden am kommenden Sonntag zum „Tag des Sports“ nach Lingen ein: (v. l.) KSB-Sportreferent Frank Gunia, KSB-Präsident Michael Koop und Wolfgang Stehr, Koordinator der Sportveranstaltung. Albers-Foto

Lingen (eb) – Bereits zum fünften Mal findet am kommenden Sonntag (23.9.) der „Tag des Sports“ in Niedersachsen statt. Unter dem Motto „Spiel, Spaß, Sport!“ wird allen Sportbegeisterten ein abwechslungsreiches Programm geboten. Von 10 bis 17 Uhr können die Besucher sich in Lingen, Osnabrück und Holzminden über zahlreiche Sportarten informieren und diese direkt vor Ort ausprobieren.

Nach der überaus erfolgreichen Durchführung des Tags des Sports 2016 in Sögel hat sich der Kreissportbund (KSB) Emsland erneut beim niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport um die Ausrichtung der Veranstaltung beworben und den Zuschlag erhalten. Um der Größe und der geografischen Lage des Emslandes gerecht zu werden, wird die Veranstaltung im Süden am Gymnasium Georgianum in Lingen durchgeführt.

Niedersachsens Sportminister, Boris Pistorius, sagt: „In Niedersachsen spielt der Sport von jeher eine große Rolle. Das zeigen nicht nur die Erfolge niedersächsischer Spitzensportler, sondern insbesondere auch das große Interesse am Breitensport, in den Ballungszentren genauso wie in den ländlicheren Regionen. Sport gehört dazu! Am Tag des Sports wollen wir deshalb die ganze Vielfalt des Sportangebotes in Niedersachsen präsentieren. Das Angebot kann sicherlich den ein oder anderen dazu motivieren, wieder aktiv Sport zu treiben – oder auch einmal eine ganz neue Sportart auszuprobieren.“

„Wir sind davon überzeugt, dass unsere Vereine und Verbände vor Ort die Chance nutzen werden, um Werbung in eigener Sache zu machen und hier neue Mitglieder für ihre Vereine akquirieren können“, ist sich KSB-Präsident Michael Koop sicher.

Die Veranstaltung ist kostenfrei sein und wird wetterunabhängig im und rund um das Gymnasium Georgianum (Kardinal-von-Galen-Straße 7–9) durchgeführt. Wie in den Jahren zuvor unterstützt das Land Niedersachsen den „Tag des Sports“ mit insgesamt 100000 Euro.

EL-Kurier vom 19. September 2018

Stolpersteine geben jüdischen Bürgern Lingens ihre Namen zurück

Der Kölner Künstler Gunter Demnig hat am Dienstag (18.9.2018) in Lingen fünf weitere Stolpersteine zur Erinnerung an Lingener Juden verlegt, die in den Vernichtungslagern der Nationalsozialisten ums Leben gekommen sind. Zahlreiche Bürger, darunter auch Schüler und Schülerinnen des Georgianums und Franziskusgymnasiums, begleiteten Demnig durch die Stadt.

Erinnerung macht Arbeit – auch körperliche: Wilhelmstraße, Burgstraße, Georgstraße – dort wo einst die Lingener Familien Herz, Os, Lewald und Moses lebten, kniet der inzwischen 70-jährige Demnig in seiner Arbeitskluft nieder. Foto: Thomas Pertz

In der Burgstraße 49 erinnert der Stolperstein, den der Künstler Gunter Demnig verlegte, an Johanna Moses, die mit ihrem Mann am 23. Juli 1942 in das sogenannte „Altersghetto Theresienstadt“ transportiert wurde. Beide kamen dort ums Leben. Foto: Thomas Pertz

Enno Stemann und Lilli Briese berichten über das sogenannte „Ghetto Theresienstadt“, das eigentlich den Charakter eines KZ hatte. Foto: Alexander Pfleging

Er klopft die herausgenommenen Pflastersteine mit einem Hammer so zurecht, dass die quadratische Messingtafel mit der jeweiligen Inschrift genau in die Lücke passt. Die Ränder füllt der gebürtige Berliner mit Sand auf. Abschließend drückt er einen nassen Schlamm auf eine Rolle, bis der Schwamm nur noch feucht ist. Dann wischt Demnig damit über den Stolperstein. Der glänzt in der Sonne – ein Unikat wie alle anderen fast 70000 Steine, die der Künstler im Laufe der letzten Jahre in ganz Europa verlegt hat. Denn jeder Stein ist durch die Gravur des Namens einzigartig – so unverwechselbar, wie es jeder einzelne jüdische Bürger der Stadt Lingen gewesen war.


Ein Stolperstein für Meyer Herz liegt an der Wilhelmstraße 21 vor dem ehemaligen Haus des Kaufmanns. Dort befindet sich heute der Krankenhausparkplatz. Foto: Thomas Pertz

An sie erinnern Heribert Lange, Vorsitzender des Forums Juden-Christen, Anne Scherger und Benno Vocks sowie Schülerinnen und Schüler des Georgianums und Franziskusgymnasiums. Enno Stemann, Lilli Briese, Moritz Dietrich, Anton Krummen, Noah Werner, Hannah Kuhl, Fynn Bosse, Jan Lillge, Dana Wilting und Michael Krümpel berichten in Kurzreferaten über Auschwitz, Treblinka und Theresienstadt: Orte der Vernichtung jüdischen Lebens – auch aus Lingen.


Schüler des Georgianums und Franziskusgymnasiums referieren über die Vernichtungslager der Nationalsozialisten. Foto: Thomas Pertz

„Wir gedenken Ihrer heute zutiefst beschämt und mit dem festen Willen, ihr Ansehen, ihre Ehre und Menschenwürde wiederherzustellen“, sagt Lange. Mit diesen fünf seien inzwischen 49 Stolpersteine in Lingen verlegt worden. Menschen wie Meier Herz, Johanna Lewald, Johanna Moses und Andreas und Julia Os gehörten zu den millionenfachen Opfern von Hitlers Mordmaschinerie. Lange dankt allen, die sich an diesem Tag zur Ehre der Opfer des faschistischen Nationalsozialismus versammelt haben.

Benno Vocks erinnert in der Georgstraße 38 an die Geschwister Julia und Andreas Os. Foto: Thomas Pertz

Moritz Dietrich und Anton Krummen gedenken an der Georgstr. 57 Johanna Lewald und gehen hierbei auf die Auflösung des „Familienlagers Theresienstadt“  in Auschwitz-Birkenau ein. Foto: Alexander Pfleging

„Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist“, zitiert Lingens Erster Bürgermeister Heinz Tellmann aus dem Talmud, das grundlegende Werk der jüdischen Religion. Jeder der 49 Stolpersteine erzähle, so Tellmann, ein Stück Stadtgeschichte und erinnere damit an eines der dunkelsten Kapitel Deutschlands, auch Lingens. „Durch die Stolpersteine bekommen diese Menschen nach so vielen Jahren einen Namen und ein Gesicht“, betont der Bürgermeister. Das unsägliche Leid der Diktatur scheine heute ebenso in Vergessenheit zu geraten wie die Bedeutung des hohen Guts der Demokratie. Deshalb seien Mahnmale und Gedenkstätten dringender denn je, hebt Tellmann hervor.
Er dankt namentlich denen, die mit der Geschichte der Stolpersteine eng verbunden bleiben: dem früheren SPD-Ratsherr Gerd Kastein als Impulsgeber der Aktion und Anne Scherger als unermüdliche Rechercheurin der jüdischen Geschichte Lingens. Zur historischen Aufarbeitung beigetragen hat auch die heute in Berlin lebende langjährige Lingenerin Anne-Dore Jakob, mit Anne Scherger freundschaftlich eng verbunden.

Recherchierte umfassend über die jüdische Geschichte Lingens: Anne Scherger. Foto: Thomas Pertz

Text: Thomas Pertz

Quelle: www.noz.de/lokales/lingen/artikel/1528888/stolpersteine-geben-juedischen-buergern-lingens-ihre-namen-zurueck; 18.09.2018

Schüler aus Mezöberény auf Stippvisite in Lingen

Partnerschaft des Gymnasiums Georgianum mit Ungarn

15 Gastschüler aus Ungarn sind zurzeit Gäste in Lingen. Foto: Stadt Lingen

Der traditionsreichste Schüleraustausch des Gymnasiums Georgianum wird auch in diesem Jahr aktiv mit Leben gefüllt. Aktuell sind 15 Schüler aus dem ungarischen Mezöberény zu Besuch in Lingen.

Wie die Stadt Lingen weiter mitteilt, besteht die Partnerschaft zwischen dem Lingener Gymnasium Georgianum und dem bilingualen Gymnasium in Mezöberény seit mittlerweile fast 30 Jahren.

Bei einem Empfang im Neuen Rathaus hieß Lingens Erster Bürgermeister Heinz Tellmann die Gäste willkommen: „Es ist immer wieder schön, wenn junge Menschen aus anderen Ländern unsere Stadt kennenlernen wollen“, wird Tellmann in der Pressemitteilung zitiert.

Der erste Eindruck der Schüler von der Stadt an der Ems fällt den Angaben zufolge sehr positiv aus. Einen Unterschied zu ihrer Heimatstadt konnten die Mädchen und Jungen direkt nach ihrer Ankunft ausmachen: Im Gegensatz zur typisch norddeutschen Fassade aus Klinkersteinen seien die Häuser in Mezöberény meist verputzt und bunt gestrichen. Wo weitere Unterschiede und Gemeinsamkeiten liegen, können die Schüler aus beiden Ländern noch bis zum 19. September herausfinden.

Während ihres Aufenthaltes sind sie in Gastfamilien untergebracht und besuchen den Unterricht des Gymnasiums Georgianum. Neben dem Lernen stehen die Begegnungen untereinander im Mittelpunkt. So sind gemeinsame Ausflüge durch das Emsland und eine Fahrt nach Amsterdam geplant.

Einen besonderen Dank sprach Bürgermeister Tellmann den ungarischen Lehrern Eva Farkas und Tibor Takács sowie den deutschen Lehrern Michael Wilmes und Sebastian Zermann aus, die den Schüleraustausch erneut organisiert haben und die Schüler begleiten. Er hoffe, dass die Beziehungen zwischen den beiden Schulen noch lange andauern und noch viele gegenseitige Besuche folgen, so Tellmann weiter. pm

Lingener Tagespost vom 15.09.2018

Amerikanische Schüler auf Stippvisite

Austausch mit dem Gymnasium Georgianum


Lingens Zweiter Bürgermeister Stefan Heskamp empfing die Schüler der Edgewood High School. Foto: Stadt Lingen

Von Ellettsville (Indiana) nach Lingen: 22 amerikanische Schüler der Edgewood High School wagten in den vergangenen Tagen das „Abenteuer Germany“ und lernten Leben und Kultur in Deutschland kennen.
Zusammen mit ihrer Lehrerin Amy Norris und drei weiteren Betreuern waren sie auf Einladung des Gymnasiums Georgianum zu Gast. Die Schulpartnerschaft zwischen dem Gymnasium und der Edgewood High School besteht seit 1984. Schüleraustausche gibt es seitdem regelmäßig.
Zuletzt reisten die Gymnasiasten aus Lingen im September nach Ellettsville. Nun folgte der Gegenbesuch. Für zwei Wochen waren die Jugendlichen aus Amerika in Gastfamilien untergebracht.
Beim Empfang im Historischen Rathaus auf dem Marktplatz hieß Lingens Zweiter Bürgermeister, Stefan Heskamp, die Gäste willkommen und stellte ihnen die Stadt vor. Neben weiteren Programmpunkten und dem Besuch des Unterrichts sollten die jungen Amerikaner einen möglichst umfassenden Eindruck von Deutschland bekommen. Daher waren auch Ausflüge nach Köln, Hamburg und Berlin Teil des Austauschprogramms.

Lingener Tagespost vom 3. Juli 2018

Schulfußball: Lingener Georgianum im Bundesfinale

Barsinghausen „Das ist schon herausragend“, stellte Trainerin Katharina Börger fest. Durch den Gewinn der Landesmeisterschaft qualifiziert sich das Mädchenfußballteam des Lingener Gymnasiums Georgianum zum vierten Mal in Folge für das Bundesfinale „Jugend trainiert für Olympia“ vom 23. bis 26. September in Bad Blankenburg.

Da die Lingener Mädchen den Technikteil mit Dribbel-, Pass- und Schussaktionen gegen das Otto-Hahn-Gymnasium aus Göttingen gewannen, gingen sie mit einer 1:0-Führung ins Spiel, das 8:0 endete. Den 0:1-Rückstand gegen das Aue-Geest-Gymnasium aus Harsefeld glichen die Emsländerinnen trotz vieler Chancen erst kurz vor dem Abpfiff aus.

Foto: NFV

Fernduell mit Harsefeld

Das letzte Spiel musste entscheiden. Im Fernduell gegen Harsefeld sollte es auf das Torverhältnis ankommen. Den Technikteil gegen die Talente vom Gymnasium Himmelsthür gewannen die Georgianerinnen souverän und auch im anschließenden Spiel zeigten sie Zielstrebigkeit und Ehrgeiz. Mit einem klaren 8:0-Sieg schaffte die Mannschaft den erneuten Coup: den Gewinn der Landesmeisterschaft.

Die Fußballmannschaft der Jungen feiert mit den Mädchen den erfolgreichen Auftritt beim Landesfinale. Foto: Georgianum Lingen

Auch Volleyballteam im Bundesfinale

Den Sieg im Landesfinale knapp verpasst haben die Teams im Bereich Tennis, Jungenfußball und Handball, die sich alle Platz 2 sicherten. Ebenfalls zum Bundesfinale fährt das Volleyballteam von Lehrerin Jennifer Beel, das bereits Anfang März vertreten durch Lehrer Sebastian Zermann und die Schulsportassistentinnen Eva Prigge und Celine Beel den Sieg bei den Landesmeisterschaften perfekt gemacht hatte.

Lingener Tagespost vom 28.06.2018

Gymnasiasten gegen Rassismus

„Blut muss fließen“ – Georgianer wollen Schüler mit Courage sein

Von Leonie Lüken

Für die Klassen 9-11 des Gymnasiums Georgianum fand kürzlich eine Filmvorführung des Filmes „Blut muss fließen“ in der Aula statt. Organisiert wurde diese Filmvorführung von der AG „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“ unter der Leitung von Markus Schmid.

Im Nachgespräch zum Film machte Regisseur Peter Ohlendorf den Schülern des Georgianums deutlich, dass die rechtsradikale Bewegung extrem gut organisiert sei und in der auch junge Frauen zunehmend ihren Platz fänden. Foto: Stefan Roters

Ziel und Anliegen der AG ist es dabei, sich mit jeglichen Formen der Diskriminierung auseinanderzusetzen, darüber aufzuklären und auf diese aufmerksam zu machen.

Der Film „Blut muss fließen“ von Regisseur Peter Ohlendorf handelt von den Erfahrungen, die der Journalist Thomas Kuban mit hohem Risiko sammelte, als er sich undercover in sogenannte „jugendliche Nazinetzwerke“ einschleuste. Bei diesen Netzwerken handelt es sich hauptsächlich um die sog. rechtsextreme „Partymeile“, die förmlich jegliche Grenzen überschreitet, wenn die Zuschauer die Gewaltparolen grölenden Sänger mit dem Hitlergruß begrüßen. Im grundliegenden Mittelpunkt des Filmes steht die Frage: Wie ist es möglich, dass auf der rechtsextremen „Partymeile“ über alle Grenzen hinweg gefeiert werden kann?

Im Film sind immer wieder Szenen von Rechtsrock-Konzerten zu sehen, die mit einer versteckten Knopfloch-Kamera gedreht wurden. Zudem schaffte es Thomas Kuban, Aufnahmen von den verschiedenen Verkaufsständen bei den Konzerten zu drehen. Die Verkaufsstände bieten jegliche Arten von rechtsradikaler Musik an, unter anderem sind auch für vertraute Kunden sogenannte „Giftkoffer“ dabei. Sie enthalten verfassungsfeindliches Liedgut und werden aus diesem Grund auch nicht jedem Kunden gezeigt. Allerdings werden nicht nur Tonträger verkauft, das Spektrum der Angebote reicht hierbei von typischer Kleidung der Szene bis zu Waffen. „Blut muss fließen, knüppelhageldick, wir scheißen auf die Freiheit dieser Judenrepublik“, wird ein paar Meter von den Ständen entfernt, vor der Bühne immer wieder laut mitgebrüllt. Stattfinden können diese Konzerte fast überall, auch wenn die Polizei versucht, sie vorher zu verhindern.

Dennoch wird im Film auch deutlich, dass die Polizei oft bei dieser Art von Konzerten vor Ort ist, jedoch nicht einschreitet. Aufgrund dessen werden im Film auch immer wieder Szenen gezeigt, in denen Thomas Kuban versucht, Politikern zu diesem Thema zu befragen und sie für das Geschehen zu sensibilisieren.

Mittlerweile wurde Film mit dem durch Deutschland tourenden Regisseur schon 1500 vorgeführt –mit anschließender Diskussion . Im Interview mit der AG betonte Ohlendorf, geschockt gewesen zu sein, als er die Aufnahmen von Thomas Kuban zum ersten Mal gesehen habe.

Eine nach wie vor bestehende Präsens der Rechtsrock-Konzerte bekamen die Schüler einige Wochen vor der Filmvorführung bereits zu spüren, als ein solches Konzert in der Nähe von Lingen stattfand und von der Polizei unterbunden wurde. Das, wie es auch im Film deutlich wird, gelingt der Polizei eher selten, da die Konzerte lange und sehr gut geplant werden, um unentdeckt zu bleiben.

Die AG „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“ möchte mit dem Film vor allem in der Schule und darüber hinaus Aufklärung und Prävention betreiben. Sie möchte den Schülern ins Gedächtnis rufen, dass Rechtsextremismus immer noch existiert und präsent ist.

EL-Kurier vom 20. Juni 2018, S. 3

Kreissportbund Emsland lädt zum „Tag des Sports“ ein – Georgianum als Veranstaltungsort

Laden zum „Tag des Sports“ nach Lingen ein: (v.l.) KSB-Sportreferent Frank Gunia, KSB-Präsident Michael Koop und Wolfgang Stehr, Koordinator der Sportveranstaltung. Albers-Foto

Bereits zum fünften Mal findet im am 23.9. (So., 10–17 Uhr) der „Tag des Sports“ in Niedersachsen statt. Nach der überaus erfolgreichen Durchführung des Tags des Sports 2016 in Sögel hat sich der Kreissportbund (KSB) Emsland erneut beim niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport um die Ausrichtung der Veranstaltung beworben und den Zuschlag erhalten.

Weiter heißt es in der Mitteilung des KSB: Um der Größe und der geografischen Lage des Emslandes gerecht zu werden, wird die Veranstaltung im Süden am Gymnasium Georgianum in Lingen durchgeführt.

Die Sportstätten der Schule und die Infrastruktur vor Ort bieten eine optimale Basis für eine solche Großveranstaltung. Unter dem Motto „Spiel, Spaß, Sport!“ wird allen Sportbegeisterten ein abwechslungsreiches Programm geboten. Insbesondere Kinder kommen an diesem Tag im Rahmen zahlreicher Mitmachangebote auf ihre Kosten.

„Wir sind davon überzeugt, dass unsere Vereine und Verbände vor Ort die Chance nutzen werden, um Werbung in eigener Sache zu machen und hier neue Mitglieder für ihre Vereine akquirieren können“, ist sich KSB-Präsident Michael Koop sicher. Die Veranstaltung ist kostenfrei sein und wird wetterunabhängig im und rund um das Gymnasium Georgianum in Lingen durchgeführt, lautet es in der Pressemitteilung.

Weiterhin kann sich jeder Sportverein aus dem Emsland beim Kreissportbund Emsland bis zum 18.6. (Mo.) melden und diese attraktive Plattform nutzen, um sich zu präsentieren. Hierfür stehen die Sportstätten, Klassenräume und die Mensa (inklusive Bühne) kostenfrei zur Verfügung.

Der Kreissportbund Emsland erklärt weiter, dass für die Planung, Organisation und Durchführung der Veranstaltung Wolfgang Stehr, der ehemalige Sportobmann des Gymnasiums Georgianum, gewonnen werden konnte. Stehr ist zusammen mit Sportreferent Frank Gunia für die Gesamtkoordination verantwortlich.

Interessierte Vereine melden sich bei Rückfragen per E-Mail gerne an die folgende Adresse:
gunia@ksb-emsland.de.

EL-Kurier vom 10. Juni 2018

„Musik wie vom Himmel!“ – Klangraum Kirche

Konzert der Musikschule des Emslandes und des Georgianums in der Bonifatiuskirche

„Musik wie vom Himmel!“ Zum Abschluss spielte das Sinfonieorchester der Musikschule des Emslandes Bachs Toccata und Fuge d-Moll in der Bonifatiuskirche. Foto: Johannes Franke

Von Johannes Franke

Im Rahmen der Niedersächsischen Musiktage haben die Musikschule des Emslandes in Kooperation mit dem Gymnasium Georgianum in der Bonifatiuskirche vier Werke unter dem Motto „Musik wie vom Himmel!“ – Klangraum Kirche aufgeführt und interpretiert.

Kirchenmusikdirektor Joachim Diedrichs intonierte an der Orgel, der „Königin der Instrumente“, mit Johann Sebastian Bachs „Toccata und Fuge d-Moll BWV 565“ die Konzerteröffnung. Das Orgelwerk verstummt nach dem Vorspiel, unterschiedlich positionierte Schüler der Klasse 10 e sprechen einzeln, durcheinander oder gemeinsam: „Toccata, frei gestaltet, Fuge, Raum, Raumklang, Klangraum.“ Leise spielt Diedrichs Ausschnitte der Toccata dazu. Die Schüler in der fast vollbesetzten Kirche erfahren: „Mit ihren strengen Regeln bildet die Fuge einen Gegenpol zur freien Toccata! Die Fuge ist eine Komposition mit nacheinander einsetzenden Stimmen. Das Thema zuerst, dann der Kontrapunkt.“ Musikpädagogin Maria Tillmann-Bürger hat diese Konzertdarbietung mit ihren Schülern erarbeitet, und Joachim Diedrichs intoniert das Thema der Fuge zu den Aussagen in der ersten und kontrastierenden Registrierung.

Mit seiner „Venezianischen Mehrchörigkeit“ hat der Komponist Giovanni Gabriele den Übergang von der Renaissance zum Barock markiert und mit seinen Werken viele farbige Klangwirkungen erzielt. Das mehrchörige Komponieren und Musizieren wurde mit der „Canzon a 12“ von 1608 verdeutlicht. Unterschiedliche Positionierungen der Holz- und Blechbläser, die Streicher in der Mitte, versinnbildlichten die Idee des Stückes. In die heutige Zeit übertragen ein eindrucksvolles Dolby-surround-Hörvergnügen. Die Klänge verbreiteten sich im Raum und drei Musik-Leistungskursschüler interpretierten in Wechselgesprächen die Darbietungen.

Vivaldis „Concerto A-Dur per in Iontano“ verbindet auf reizvolle Weise die Form des barocken Concerto mit der räumlichen Idee, das gewohnte Streicherensemble mit der Violinsolistin Rabea Goldschweer und ihrem Spezialeffekt, dem Echosolo „in der Ferne“, begleitet von drei Spielern in einem „Wettbewerb“ spielend zu positionieren. Auch Teile dieses Werkes deuteten die Schüler im Gespräch mit dem Dirigenten Martin Nieswandt.

Am Ende der einstündigen Veranstaltung erklang noch einmal das Anfangsstück, Bachs „Toccata und Fuge d-Moll“, doch diesmal als Sinfonieorchesterfassung. Ein Konzertabschluss mit einem sich schließenden Spannungsbogen.

„Es war eine gelungene Konzeption mit eindrucksvollen Musikbeiträgen und inhaltlich gut vorbereiteten und dargebotenen Schülerbeiträgen“, freute sich Musikpädagoge Tobias Bako.

Foto: Johannes Franke

Lingener Tagespost vom 22.09.2017

Georgianum in Lingen stärkt Profil als Europaschule

47.000 Euro für Gymnasium

von Carsten van Bevern

Das Gymnasium Georgianum in Lingen kooperiert für ein Filmprojekt zum Thema Heimat mit Schulen in Italien und Ungarn: (von links) Manfred Heuer, Peter Boda (Ungarn), Tatiana Grossi (Italien), Bernadette Kovacs (Ungarn), Patrizia Favati (Italien) sowie Gerd Höckner. Foto: Gymnasium Georgianum

Seit Zusammenlegung des Georgianum mit dem Johanneum 2009 ist das Gymnasium auch Europaschule. Zur Stärkung dieser Ausrichtung erhält die Schule jetzt mehr als 47.000 Euro Fördergelder. Unter anderem sollen mit Partnerschulen in Italien und Ungarn Filme zum Thema Heimat entstehen und Lehrkräfte fortgebildet werden.

Was ist meine Heimat? Wo habe ich meine Wurzeln? Wo bin ich zu Hause? Unter anderem diesen Fragen werden die Teilnehmer des Erasmus-Projektes „Heimatkunde 2.0 – von der Heimat digital erzählen“ daher nun detaillierter nachgehen können. Rund 120 Jugendliche im Alter von 16 bis 18 Jahren werden von der Stoffsammlung, dem Schreiben des Drehbuchs bis zum Dreh den Film selbstständig produzieren und dazu bis 2019 die vielfältigen Möglichkeiten des Smartphones nutzen. Das Gymnasium mit seinen aktuell rund 1200 Schülern arbeitet dabei auch mit dem Lingener Standort der Hochschule Osnabrück zusammen.

Erfahrungen von Flüchtlingen sind gefragt

„Die unsere Schule besuchenden Flüchtlinge erhalten dabei die Gelegenheit, von ihrer alten Heimat zu erzählen und gleichzeitig ihre neue Heimat zu entdecken“, erklärte der Projektkoordinator am Georgianum, Gerd Höckner, auf Nachfrage unserer Redaktion. Die Ergebnisse sollen anschließend in örtlichen Kinos präsentiert und auf DVD veröffentlicht werden und zu weiteren Diskussionen anregen. Der Pädagoge ist im Bereich Film sehr erfahren, engagiert er sich doch seit vielen Jahren in europaweit laufenden Commenius-Filmprojekten, beim regionalen Kurzfilmwettbewerb „Emsland-Filmklappe“ sowie als Leiter vom Medienzentrum Emsland.

Projekt für 120 Jugendliche

Der Einfluss europa- und weltweiter Ereignisse wurden für die Schüler sowie das Kollegium des Georgianum dabei erst im Herbst 2015 hautnah erfahrbar, als innerhalb von knapp 48 Stunden Turnhalle und Mensagebäude zur Unterbringung von Flüchtlingen hergerichtet wurden. Anschließend hatte es viele Hilfsangebote von Schülern, Eltern und Lehrern gegeben. Zudem wurden auf Wunsch der Schüler Projekttage zum Thema Flüchtlinge durchgeführt. „Es entstand einfach das Bedürfnis, etwas über die Heimat der Flüchtlinge zu erfahren“, heißt es in der Projektbeschreibung.

Was ist meine Heimat? Dieser Frage können Schüler vom Gymnasium Georgianum in Lingen und Partnerschulen in Italien und Ungarn mit filmischen Mitteln nachgehen. Der Projektkoordinator Gerd Höckner arbeitet auch als Leiter des Medienzentrums Emsland in Lingen schon lange mit Schülern mit diesem Medium. Archivfoto: Gerd Höckner

Fortbildungen für Lehrkräfte

Im Rahmen eines zweiten Projektes sollen Lehrkräfte des Gymnasiums durch Fortbildungen und durch „Jobshadowing“ – dem Zuschauen anderer bei ihrer Arbeit – Fähigkeiten und Fertigkeiten unter anderem für die Integration von Flüchtlingen in der Schule und Gesellschaft erwerben. Ferner sind Fortbildungen im Bereich des bilingualen Unterrichts, des Projektmanagements und zu neuen Lehrmethoden im musisch-künstlerischen und im Filmbereich geplant. „Jobshadowing“-Projekte sind zudem im Bereich des Französisch-, Spanisch- und Englischunterrichts sowie des Unterrichts für Flüchtlinge geplant – zumeist an Partnerschulen. Zentrales Ziel ist, die Lehrkräfte dabei zu unterstützen, neue internationale Projekte zu entwickeln. Für das Filmprojekt stehen 26.665 Euro Fördermittel und für das Fortbildungsprojekt 20.658 Euro zur Verfügung.

Erstes Projekttreffen in Lingen

Zu einem ersten Projekttreffen hatte das Gymnasium Georgianum als koordinierende Schule jetzt Vertreter der teilnehmenden Schulen aus Lucca in Italien und Mezöberény in Ungarn nach Lingen eingeladen. „Wir sind sehr froh, dass unser Antrag angenommen worden ist und das Georgianum durch diese Projekte sein Profil als Europaschule weiter ausbauen kann“, sagte Projektkoordinator Höckner. Und Schulleiter Heuer ergänzte: „Durch die Erasmusprojekte werden unsere Schüler internationale Freundschaften schließen können und unsere europäischen Nachbarn besser verstehen.“

Diesen Artikel finden Sie unter: http://www.noz.de/artikel/954385
Veröffentlicht am: 20.09.2017 um 13:28 Uhr

Lingener Georgianum erneut in Berlin

Fußball-Mädchen im Bundesfinale

von Martin Glosemeyer

Nachdem das Lingener Gymnasium Georgianum bereits im Mai mit der Volleyballmannschaft beim Bundesfinale von Jugend trainiert für Olympia vertreten war, reist die Mädchenfußballmannschaft der Wettkampfklasse III am Sonntag in die deutsche Hauptstadt.

Ab Montag kämpfen in Berlin zehn Talente des Georgianums, unterstützt von Lehrer Hanjo Vocks, Lehrerin Katharina Börger und mitreisenden Eltern um den Titel als beste Schule Deutschlands. Bereits in den letzten zwei Jahren konnten die Fußballerinnen beim Bundesfinale der WK-IV-Mannschaften in Bad Blankenburg überzeugen. 2015 holten sie den Titel, 2016 wurden sie Vizemeister. In der älteren Altersklasse werden stärkere Konkurrenten erwartet, spielen doch mehrere Partnerschulen von Frauenbundesligisten bei diesem Turnier mit. „Dennoch wollen sich die Mädchen nicht verstecken und zeigen, dass sie sich in den letzten Wochen in vielen Trainingseinheiten gut vorbereitet haben“, kommentiert Börger.

Dem Druck gewachsen

Vom Kreisvorentscheid bis zum Gewinn des Landesentscheids war es ein langer Weg für die Mädchen, bei dem der Druck als Titelverteidiger der letzten zwei Jahre durchaus auf den Spielerinnen lastete. Sie bewiesen jedoch in den Spielen und Wettkämpfen, dass sie der Herausforderung gewachsen sind. „Wir machen uns mit voller Selbstvertrauen auf den Weg nach Berlin“, sagt Börger. In der Vorrunde am Montag trifft das Georgianum auf die Mannschaften aus Thüringen (Jena), Schleswig-Holstein (Henstedt-Ulzburg) und Baden-Württemberg (Freiburg). Am Dienstag und Mittwoch finden die Platzierungsspiele statt.

Diesen Artikel finden Sie unter: http://www.noz.de/artikel/952377
Veröffentlicht am: 15.09.2017 um 19:30 Uhr

ERGEBNISSE DER PROJEKTTAGE GEZEIGT – Gymnasium Georgianum in Lingen feiert Schulfest

Strahlender Sonnenschein lag auf dem Schulgelände des Georgianums, auf dem die vielen Besucher zum diesjährigen Schulfest zusammenkamen, um dort die Ergebnisse der Projekttage zu begutachten und zu bestaunen.

Zu Beginn des Schulfestes, das unter dem Thema „Wir bewegen unser Georgianum! Unser Georgianum bewegt uns“ stand, begrüßte Schulleiter Manfred Heuer die zahlreichen Gäste herzlich.

Projekte aus vielen Bereichen

Viele Projekte aus den Bereichen Musik, Sport und Tanz standen an diesem Tag im Vordergrund. Das Projektorchester, bestehend aus dem Streicherchor, der Sinfonietta und dem für die Projekttage gegründeten Orchester spielten moderne Songs wie das Intro von Game of Thrones. Die schuleigene Band, das Georgies-Grove-Orchestra (GGO), präsentierte ebenso stolz seine geprobten Stücke wie der Chor der Schule. Der sportliche Aspekt des Festes wurde in Geschicklichkeitsübungen, Dartspielen und an einstudierten Tänzen besonders deutlich. So wurden im Laufe des Nachmittages die Tänze aus verschiedensten Epochen in der Turnhalle aufgeführt.

Mitmachaktionen für alle

Aber nicht nur solche Projekte begeisterten die Besucher des Schulfestes, sondern auch die Projekte der Kunst-Leistungskurse und die Spiele der Schülervertretung, wie „Hau den Lukas“ und Kinder schminken, fanden großen Anklang. Das Theater „Mit allen Sinnen“, bei dem ein Theaterstück mit Geschmack- und Tastsinn dargestellt wurde, war ebenso umringt wie die englischsprachigen Theaterszenen der Internationalen Klasse des Georgianums. Schüler, verkleidet als Märchen- und Filmfiguren, motivierten die Besucher zur Teilnahme an den Mitmachaktionen.

Mausefalle als Autoantrieb

In einigen Projekten trat der wissenschaftliche bzw. technische Aspekt hervor: zum Beispiel in Form des Mausefallen-Autos, bei dem Schüler aus der Unterstufe ihr eigenes selbst gebasteltes Auto, angetrieben von einer Mausefalle, mit Rädern aus alten CDs oder Schallplatten gebaut hatten. In einem Rennen fuhr eins dieser Autos mehr als 20 Meter weit. Technikbegeisterte ältere Schüler, für die das Robotik-Projekt angeboten wurde, zeigten, wie sich kleine Roboter einen Weg aus einem Labyrinth suchten.

Verpflegung vom Krümelmonster

Auch für Verpflegung war von den Schülern, Eltern und Lehrern gesorgt: Schüler, verkleidet als Olaf, der Schneemann, oder Keks, das Krümelmonster, verkauften Muffins und Süßigkeiten. Die Schülervertretung sorgte für kühle, alkoholfreie Cocktails. Lange Schlangen bildeten sich vor dem Waffelstand einiger Oberstufenschüler, Lehrer verkauften Grillwürste und in der Mensa wurde von der Elternvertretung Kaffee und Kuchen angeboten, von dem am Ende des Tages nichts mehr übrig war. Unter anderem konnte man auch das Tierheim Lingen mit Futterspenden unterstützen, was begeistert getan wurde.

Ein Artikel von Alina Helming, Merit Hövels und Maike Rohmann, Schülerinnen der Klasse 10 des Georgianums
Foto: Stefan Roters

Lingener Tagespost vom 04.09.2017

Wie lernen Kinder heute? – SCHULKRITIKER IN LINGEN

Über „Multimedial vernetzte Kinderzimmer, Smartphones, gewandelte Hirnvernetzungen heutiger junger Menschen und ihr ganz anderes Lernen“ sprach Professor Dr. Peter Struck in der Aula des Gymnasiums Georgianum. Foto: Johannes Franke


Lingen. Vor über 400 Besuchern hat im Gymnasium Georgianum der Erziehungswissenschaftler Peter Struck von der Universität Hamburg über „Multimedial vernetzte Kinderzimmer, Smartphones, gewandelte Hirnvernetzungen heutiger junger Menschen und ihr ganz anderes Lernen“ referiert. Er plädierte dabei für eine möglichst frühkindliche Förderung, denn „auf den Anfang kommt es an“.

„Kinder lernen heute aufgrund völlig anderer Hirnvernetzungen anders als frühere Generationen“, lautet die These, die Struck aufgrund lernpsychologischer Erkenntnisse der Hirnforscher ausführlich belegte und veranschaulichte. Zudem lernten Mädchen anders als Jungen und Kinder anders als Jugendliche. Auf die neuen Herausforderungen nach dem „Pisa-Schock“ im Jahre 2001 ging er hinsichtlich der Individualisierung, Rhythmisierung und jahrgangsübergreifenden Lernfamilien ein. Zudem plädierte er für flexible Eingangsphasen auf dem Weg zur gebundenen Ganztagsschule.

Schule heute mehr als Lesen, Schreiben und Rechnen

„Da sich das Leben verändert hat, ist Schule heute weit mehr als nur Lesen, Schreiben, Rechnen. In Zeiten von multimedialen Kinderzimmern wissen die Hirnforscher, was beim Lernen im Kopf eines Schülers passiert, und deshalb müssen Schulen heute anders geplant und gebaut werden“, erklärte der Fachmann. So werde nach dem Vorbild der schweizer „Primaria-Schule“ im Kanton St. Gallen das gesamte Schulsystem reformiert. Altersübergreifend werde unterrichtet, die Schüler lernen „permanent mit einem enormen Ernst und gewissenhaft mit und vor allem voneinander. Partnerarbeit, Lernen durch Handeln, Ausprobieren, Aussprechen, Präsentieren, Rollen- und Theaterspiel, Chorsprechen, Bewegung und über sogenannte Dritte sind die Bausteine, die laut Struck das vernetzte Denken fördern.

Mehr Freude am Lernen

Die Lehrerbelastung im „Raubtierkäfig Schule“ schwinde, die Freude am Lehren und selbständigen Lernen wachse. Vor allem die Ganztagsschule eröffne Möglichkeiten für neue Teamwelten, und Struck lobte die „außerordentlich leistungsstarken deutschen Schulen“ für ihr schülerorientiertes Lernen.

Die leidigen Hausaufgaben brauche es nicht mehr, denn Schüler bewältigen ihre individuellen Lehrpläne mittels Wochenplan, Logbüchern oder Pensenheften, dokumentieren ihre Ergebnisse im Portfolio. Somit werden persönliche Stärken aufgebaut, Schwächen abgetragen. „Es geht im Spannungsfeld bei der Arbeit mit Kindern auch darum, die Freiheit beim Lernen zu erhöhen – ohne jedoch die Verantwortung und Kontrolle auf beiden Seiten zu vernachlässigen.“

Noten erst ab 14. Lebensjahr?

Lernen benötige dabei Zeit für Übungs- und Anwendungsphasen, eine Rhythmisierung von Anspannung und Entspannung. Die 45 oder 90-minütigen Schulstunden seien dabei nicht förderlich. Ebensowenig Noten, die aber ab dem 14. Lebensjahr gegeben werden müssen. Gibt man sie zu früh, lernen Kinder für die Noten, nicht für die Sache. „Es muss aber mehr Wert auf das Können als auf das Wissen gelegt werden“, betonte Struck auch im Hinblick auf den Standort Deutschland.

Zudem sprach er sich für eine Einschulung bereits im fünften Lebensjahr aus, um frühzeitig das Selbstwertgefühl der Kinder zu festigen und zu steigern. Die gemeinsam gesprochene Erkenntnis des Schweizer Entwicklungspsychologen Jean Piaget lautete nach drei Stunden abschließend: „Alles, was einem beigebracht wird, hat den Nachteil, dass man nicht mehr selbst drauf kommen kann.“

Zur Sache:

Struck – Kritiker des deutschen Schulsystems

Peter Struck, geboren 1942 in Hamburg, hat dort an der Universität seit 1979 eine Professur für Erziehungswissenschaften.

Struck hat Pädagogik, Biologie und Kriminologie studiert, war zehn Jahre Volks- und Realschullehrer und vier Jahre Schulgestalter in der Behörde für Schule, Jugend und Berufsbildung. Seit 1979 hat er eine Professur für Erziehungswissenschaft mit den Schwerpunkten Sozial- und Schulpädagogik, Bildungspolitik, Jugendforschung, Familienerziehung und Medienpädagogik.

Struck hat mehrere populäre Bücher verfasst, in denen er Schulen verfehlte Ausrichtungen vorwirft. So bekämpft er das Fachlehrerprinzip und fordert den sozial engagierten Klassenlehrer, der auch etwas von Ernährung, Bewegung, Verhaltensstörungen, Gewalt- und Suchtprävention sowie Medienerziehung versteht.

Mit Verweis auf Ergebnisse der Hirnforschung fordert er eine Lernkultur, die berücksichtigt, dass Kinder am besten zu zweit lernen.

Kinder lernen laut Struck besser durch eigenes Handeln und Sprechen als durch Zuhören. Nötig sei auch eine andere Fehlerkultur, da Kinder über Um- und Irrwege lernen. Noten sollen erst ältere Schüler erhalten. Die Informationsvermittlung könne dabei den Neuen Medien anvertraut werden, dafür könnten mehr Projektarbeit und Förderung von Sozialkompetenz geleistet werden.

Von: Johannes Franke

Lingener Tagespost vom 21. August 2017

25-MAL DIE 1 VOR DEM KOMMA – 125 Abiturienten erhalten Zeugnis am Georgianum in Lingen

Für ihre Traumnoten 1,0 und somit Jahrgangsbeste wurden Jana Bruns und Lina Jäckering (1. und 2. von links) geehrt. Das besondere Engagement von Simon Raming, Aylin Thole und Sebastian Sdchwald würdigte Patricia Uchtmann vom Förderverein des Georgianums, worüber sich ebenfalls Schulleiter Manfred Heuer freut.

125 Abiturienten haben am 16. Juni 2017 ihre Zeugnisse am Gymnasium Georgianum in Lingen erhalten. 25 von ihnen dürfen sich über eine 1 vor dem Komma freuen.

Die Geschichte von Aladin und der Wunderlampe hatten die Abiturienten zum Motto „Alabin: In jeder Flasche steckt ein Genie“ abgewandelt. Schulleiter Manfred Heuer ging in seiner Festrede auf das Märchen ein, übertrug es auf die zwölfjährige Schulzeit der Schüler, die sich auf den Weg gemacht hätten und während dieser Reise so Manches inner- und außerschulische Abenteuer erlebten. „Die Öllampe, die Sie gesucht haben, war das Licht der Erkenntnis, des Wissens, des Forschens, das Licht, das Ihnen hilft, die Wahrheit zu erkennen. Treue Wegbegleiter waren Ihnen Ihre Eltern, die alle Höhen und Klippen miterklommen, aber auch Täler mit Ihnen durchquerten und Durststrecken überwanden.“

Licht der Erkenntnis aufgegangen

Er dankte dem Kollegium als „zuverlässige Wegbegleiter, das Sie erfolgreich durch die Prüfungen führte“. In der „magischen Höhle“ des Georgianums sei ihnen zunehmend das Licht der Erkenntnis aufgegangen. Mit dem Abitur und dem Zeugnis der Allgemeinen Hochschulreife stehe ihnen nun die Tür zu einer neuen Welt offen. Nach der zwölfjährigen Reise durch die Schulzeit seien die Schüler am Zielpunkt angelangt, ein „märchenhafter Tag“ für alle. Heuer wünschte weitere „sorgenfreie Tage auf dem neuen Reiseabschnitt.“

Zweimal 1,0

Aylin Thole und Tom-Hendrik Bojer deklinierten in ihrer Rede das Wort Abitur wie Anfang, Anstrengung, Aufregung, Begeisterung, Ideal, Talente, Unabhängigkeit, Respekt und richtig, denn alles wurde gut. 25 Abiturienten dürfen sich über eine Eins vor dem Komma freuen. Patricia Uchtmann gratulierte und ehrte im Namen des Fördervereins die Abiturientinnen Jana Bruns und Lina Jäckering als Jahrgangsbeste mit der Traumnote 1,0. Für ihr besonderes schulisches, soziales und musikalisches Engagement würdigte sie auch Simon Raming, Sebastian Schwald und Aylin Thole.

Freude am Lehren und Lernen

Für die Elternschaft gratulierte Michael Buchmann für die „großartige Leistung“ und lobte die Abiturienten: „Wir sind alle sehr stolz auf Sie.“ Heute sei ein Festtag und eine Chance innezuhalten und sich zu besinnen. In dieser traditionsreichen Schule merke man bei allen die Freude am Lehren und Lernen. Dafür dankte er und drückte seine „tiefste Wertschätzung“ für die Arbeit, die Bandbreite und tiefgreifende Bildung sowie die Wissensvermittlung aus. Durch das „herausragende Engagement“ sei ein stabiles Fundament gelegt worden, das sicher auch in kommenden Zeiten für Standfestigkeit sorgen werde.

Herr Völpel und Herr Heuer bei der Vergabe der Abiturzeugnisse

Für klassische und populäre Musik sorgten die Musikpädagogen mit dem Streicherchor, Sinfonietta und das Projektorchester des Georgianums sowie Georgie‘s Groove Orchestra.

Gruppenbild Abiturientia 2017125 Abiturienten des Gymnasiums Georgianum in Lingen halten nun ihre Abi-Zeugnisse in den Händen.

Text und Fotos: Johannes Franke

Lingener Tagespost vom 17. Juni 2017

Tag der offenen Tür am Freitag

Der auf Grund der Witterungsbedingungen ausgefallene Tag der offenen Tür am Gymnasium Georgianum wird an diesem Freitag, den 20.01. (15–18 Uhr; im EL-Kurier stand FÄLSCHLICHERWEISE 20.02.) nachgeholt. Das Georgianum lädt alle Kinder des vierten Jahrgangs und ihre Eltern ein, das Georgianum, seine Lehrer sowie das Angebot der Schule kennenzulernen. Beratungsgespräche mit der Möglichkeit einer Voranmeldung für das Schuljahr 2017/18 finden vom 8. 2. (Mi.) bis zum 10. 2. (Fr.), jeweils von 15 bis 18 Uhr, statt. Diese Gespräche stehen allen offen und bedürfen keiner Vorabsprache. Die endgültigen Anmeldetermine sind vom 26. 4. (Mi.) bis zum 28. 4. (Fr.), jeweils von 10 bis 12 Uhr und von 15 bis 18 Uhr, heißt es abschließend in der Mitteilung der Schule.

EL-Kurier vom 18. Januar 2017

Kostbare Kulturschätze des Emslandes gerettet

Wertvolle Bücher der Barock-Bibliothek im Gymnasium Georgianum restauriert

Mitglieder des Kiwani-Clubs waren anlässlich eines Vortrags zur Geschichte der historischen Bibliothek des Gymnasiums Georgianum über die Fülle großartiger und seltener Exemplare sehr überrascht. Erschrocken waren sie jedoch auch über den Erhaltungszustand zahlreicher Bücher.

Denn an ihnen ist der Zahn der Zeit nicht vorübergegangen. Frühere Benutzungen und teilweise unsachgemäße Behandlungen haben zahlreiche Bücher in einen bedenklichen Zustand versetzt und Spuren hinterlassen. Die Kiwanis entschlossen sich spontan, sich an den Aufwendungen für notwendige Buchrestaurationen zu beteiligen.
Dank ihrer finanziellen Hilfe konnten durch die exzellente professionelle Arbeit der Buchrestauratorin Sif Dagmar Dornheim aus Osnabrück ausgewählte Bücher wieder in einen akzeptablen Zustand versetzt werden. Diese Werke können somit in den nächsten Jahrzehnten wieder benutzt werden.

Restauriert wurde zum Reformationsjubiläum eine vom spanischen Theologen und Orientalisten Benito Arias Montano (1527–1598) übersetzte Bibel (Antwerpen, 1584). Auch eine Lutherbibel, gedruckt 1590 in Wittenberg, ein Geschenk an die Bibliothek von Karl Heinrich Mauve (1720–1786), seinerzeit Kriegs- und Domänenrat in Lingen, wurde restauriert. Präsentabel ist nun auch wieder ein geschichtliches Standardwerk der Oranierzeit, die „Historien der Nederlanden“ von Emanuel van Meteren (Amsterdam, 1647). Ein handschriftlicher Vermerk verweist darauf, dass es der ehemalige Schüler der Lingener Universität und späterer Jurist Johannes Noachus Du Fay aus Amsterdam 1709 der Bibliothek geschenkt hat. Diese Ausgabe ist im deutschen Sprachraum nur noch in der Universitätsbibliothek Münster und in der Staatsbibliothek München vorhanden.
Schulleiter Manfred Heuer zeigte sich sehr erfreut über die von historischer Verantwortung zeugende Aktion der Kiwanis. Dankbar sei er gegenüber einem Erbe, „das innerhalb der kulturellen Förderung bisher eher stiefmütterlich behandelt wird, aber noch weiterer Unterstützung bedarf, zumal die Schule über keinen eigenen Etat für die historische Schulbibliothek verfügt.“ Auch sein Vorgänger Heinz Buss, der sich seit über vier Jahren um die Barock-Bibliothek kümmert, erhofft sich, dass diese Kiwani-Aktion „Schule macht“. „Es wäre sehr erfreulich, wenn weitere Sponsoren dieses kulturelle Erbe unterstützen würden.“

Text und Fotos: Johannes Franke

„Europa ist für die Jugendlichen“

Politisches Europa hautnah erlebt: Georgianer drei Tage in Brüssel zu Gast

Hendrik Albers, Sophie Kösters und Annika Thiel (v. l.) vom Lingener Gymnasium Georgianum sind vom Europaabgeordneten Jens Gieseke nach Brüssel eingeladen worden – sie hatten viele Fragen an den Parlamentarier. Foto: Büro Gieseke

Von Sophie Kösters, Teilnehmerin der Fahrt

Brüssel/Lingen. Europa – ein Projekt für Eliten oder auch für die Jugend? Diese Frage stand für Sophie Kösters, Annika Thiel und Hendrik Albers vom Gymnasium Georgianum in Lingen während ihres dreitägigen Besuches beim hiesigen Europaabgeordneten Jens Gieseke (CDU) in Brüssel im Vordergrund. Für den gebürtigen Lingener Gieseke ist die Antwort eindeutig: „Europa ist für die Jugendlichen.“

Ein kostenloses Bahnticket für eine Fahrt quer durch Europa für jeden europäischen Jugendlichen zum 18. Geburtstag. Diesen Vorschlag des Fraktionsvorsitzenden der Europäischen Volkspartei (EVP) im Europäischen Parlament, Manfred Weber, findet Gieseke „großartig“. Das Ziel sei, mehr junge Leute für Europa zu begeistern. „Damit könnte der Vorwurf, Europa sei ein Elitenprojekt, aus dem Weg geräumt werden“, erklärte Gieseke. Allerdings könne die Umsetzung noch nicht garantiert werden, da die Finanzierung des Großprojektes noch ungeklärt sei. Bei den Jugendlichen wurde diese Idee schon mit Begeisterung aufgenommen, bei Facebook wurde diese Idee mehrere Tausend Mal geteilt.

Doch was ist Europa eigentlich? Und welchen Wert hat die Jugend für Europa? Dies waren zwei der Fragen, die die drei Schülerredakteure vom Gymnasium Georgianum während ihrer dreitägigen Fahrt nach Brüssel auf Einladung des Europaabgeordneten besonders interessierten. Auch die europäische Landwirtschaftspolitik wurde diskutiert.

Sie nahmen an Ausschusssitzungen teil und besichtigten verschiedene europäische Institutionen. Und konfrontierten verschiedene Politiker und Vertreter im Parlament in der Kommission oder in der niedersächsischen Landesvertretung mit Fragen. „Europa ist für die Jugendlichen“, erklärte Gieseke auf die Frage nach dem Verhältnis zwischen Jugendlichen und Europa. „Aber Europas Demokratie lebt vom Mitmachen. Jugendliche sollten mehr von einem europäischen als von einem nationalen Bewusstsein geprägt sein.“ Man sollte sich auch immer wieder Vorteile wie die Reisefreiheit oder verbesserte Möglichkeiten für ein Auslandsemester im Studium vor Augen führen. „Diese werden oft als völlig selbstverständlich angesehen.“

Ein Negativbeispiel in Bezug auf das europäische Bewusstsein bei Jugendlichen sei allerdings der Brexit in Großbritannien. „Daraus können viele negativen Konsequenzen für junge Briten resultieren.“ Einzig positiv sei die Alarmierung anderer europäischer Jugendlicher, in ihrem Land für das Weiterbestehen und bessere Ausgestaltung der EU einzutreten.

Die gemeinsam diskutierte Frage, wie man Jugendlichen Europa näherbringen kann, sei allerdings schwierig. Denn oft wird bis zur zehnten Klasse das Thema Europa in der Schule gar nicht behandelt. „Auch das Diskutieren aktueller Themen im Politikunterricht, wo die Schüler aufgefordert werden, sich selbst eine Meinung zu bilden, kommt nicht selten zu kurz“, war man sich einig.

Am Ende der Fahrt legte Gieseke den Schülern ans Herz, sich mehr Gedanken über Europa und die gemeinsame Politik zu machen und auch andere Jugendliche dazu zu motivieren. Die Bedeutung dieser Aufgabe ist den Schülern bei dem Besuch und den Gesprächen schnell bewusst geworden. „Wenn dieses Projekt künftig nicht fortgeführt wird, droht etwas Großes mit all seinen Freiheiten verloren zu gehen, was möglicherweise in dieser Form nicht wiederhergestellt werden kann“, lautete das Fazit der Schüler.

Lingener Tagespost vom 15.12.2016